Tägliche Meditationen
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Donnerstag,
3. November 2011

Der Umgang mit Menschen ist prägend

Donnerstag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hubert, Bischof

P. Steven Reilly LC

Lk 15,1-10
Alle Zöllner und Sünder kamen zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

Einführendes Gebet:  Herr Gott, ich glaube, dass du in diesem Moment des Gebets gegenwärtig bist. Selbst wenn ich mich gar nicht nach dieser gemeinsamen Zeit gesehnt habe, weiß ich, dass du auf mich gewartet hast. Aus Dankbarkeit und Liebe will ich mich dir nun ganz in dieser Betrachtung hingeben.

Bitte: Herr, schenke mir größeren Eifer für die Rettung der Seelen.

1.  Der Umgang mit Menschen prägt uns. Die Pharisäer kritisierten unseren Herrn besonders deshalb, weil er sich Menschen zuwandte, die von ihnen verachtet wurden. Damals wurden „Sünder” an den Rand der Gesellschaft gedrängt und mit Verachtung gestraft. Heute ist das anders. Menschen, die damals für Sünder gehalten worden wären, gehören heute zur breiten Masse; einige von ihnen wären heute sogar Berühmtheiten. Eines ist aber noch wie damals: Die Menschen beurteilen andere nach den Menschen, mit denen sie Umgang pflegen. Gut oder schlecht, die Menschen werden nach ihrem Umgang beurteilt. Das führt zu einer guten Frage. Ich bin Katholik. Ich empfange häufig die heilige Kommunion. Jesus verbringt viel Zeit mit mir. Könnten nun die Menschen erkennen, dass ich viel Zeit mit dem Herrn verbringe? Was würden sie über Christus und seinen Einfluss auf mich denken? Sind die Maßstäbe des Herrn in meinem Leben sichtbar?

2. Die 99 sicheren Schafe. Dass Jesus den Sündern hinterhergeht ist wirklich tröstlich für uns. Vielleicht weckt das in uns eine schöne Erinnerung, wie er uns gerettet hat, als wir uns weit von der Herde entfernt hatten. Die Szenerie ist nun aber eine andere. Ich gehöre jetzt zur Herde. Wie bleibe ich bei ihr und hüte mich davor, wegzulaufen? Der Gute Hirte gibt uns so viele Hilfen, ich muss sie aber auch nutzen. Wenn ich in meinem Gebet nachlasse und die Sakramente routinemäßig und ohne Eifer empfange, kann es sein, dass ich mich irgendwann für andere Weiden interessiere. Also ist es wichtig, dass wir der guten Herde der Kirche die Treue halten.

3. Freude im Himmel. Wenn wir nun nochmals zum Gedanken zurückkommen, wie Menschen nach ihrem Umgang beurteilt werden, können wir nun leicht verstehen, warum es zu solchen Urteilen kommt: Menschen, die viel Zeit miteinander verbringen, werden sich immer ähnlicher, weil sie viele Interessen miteinander teilen. Jesus offenbart in diesem Gleichnis, welches sein leidenschaftliches Interesse ist: Die Rettung jeder einzelnen Seele. „Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.” Der Herr will, dass im Himmel Freude herrscht über jede neue Bekehrung. Wenn ich oft mit Jesus zusammen bin, handle ich immer mehr so, wie er handeln würde. Wenn nicht, muss ich mich fragen, ob ich wirklich genügend Zeit mit ihm verbringe. Versuche ich, das verlorene Schaf, das ich kenne, zurückzubringen?

Gespräch mit Christus: Jesus, du hast den Sündern neuen Mut gemacht ‐ so viele von ihnen sind Heilige geworden. Deine göttliche Gnade möge mich ganz durchdringen, damit dein Wirken in meiner Seele, in meinem Handeln zum Ausdruck kommt. Schenke mir einen kleinen Teil deiner brennenden Sehnsucht, die du hattest, um das verlorene Schaf zurückzubringen.

Vorsatz:  Ich will einem Freund oder Verwandten, der sich von der Kirche entfernt hat, einen Brief oder eine E-Mail schreiben, in der Hoffnung, dass sogar ein klein wenig Aufmerksamkeit einen guten Samen in seiner Seele sät.

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