Tägliche Meditationen
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Sonntag,
11. Februar 2018

Jesus hat Zeit

Sechster Sonntag im Jahreskreis
Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes
Hl. Anselm Opraem, Abt
Theodor Babilon

P. Daniel Weber LC

Mk 1,40-45
In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis meiner Gesetzestreue sein. Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

Einführendes Gebet: Lieber Gott, ich trete vor dich hin. Bereite mein Herz, dass ich mich dir öffnen kann und dein Wort verstehe.

Bitte: Mach mein Herz ein bisschen wie deines.

1. Jesus nimmt sich Zeit und hört zu. Aussatz ist eine schlimme Krankheit und zur Zeit Jesu war sie unheilbar. Ein Mensch, der mit Aussatz geschlagen ist, kommt zu Jesus. Jesus lässt sich finden, er ist da, nimmt sich Zeit. Er ist so anders als viele Ärzte unserer Zeit und vielleicht auch der damaligen. Er hat keine Angst vor dieser schlimmen Krankheit. Was für einen tollen Gott haben wir! Er hört zu – ist er denn nicht allwissend, allmächtig? Aber er hört dem Kranken zu, weil das sonst niemand tut. Es kommt keine Sprechstundenhilfe und "parkt" den Patienten in Zimmer 2, nachdem er schon 2 Stunden im Wartezimmer gesessen hat. Diese Begegnung ist für Jesus "Chefsache". Jesus ist ein Gott, der sich finden lässt und zuhört. Denken wir daran, wenn jemand uns etwas erzählen will, aber wir keine Lust, keine Zeit oder keine Ruhe haben, ihm zuzuhören.

2. Jesus, der Arzt. Jesus hört dem Mann zu, und in seinem Herzen regt sich Mitleid. Eine kurze Frage und Jesus heilt. Stellen Sie sich einmal vor, dass sich im Herz Gottes Mitleid regt! Das sagt viel über die Liebe Gottes aus. Er fühlt mit uns und unsere Leiden sind ihm nicht gleichgültig. Wir haben einen Gott, der sich Zeit nimmt, zuhört und Mitgefühl zeigt. Der Kranke war sicher unglaublich dankbar und froh darüber, von dieser schlimmen Krankheit geheilt zu sein. Aber die Begegnung mit Gott heilt nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Seele. Diese Heilung brachte den Aussätzigen buchstäblich näher zu Gott. Dass er sich dann nicht an Jesu Anweisungen hielt, steht auf einem anderen Blatt. Christus will auch uns heilen, besonders den inneren, geistlichen Menschen in uns, eben unsere Seele.

3. Ein Held ohne Starallüren. Manchmal denken wir, wenn wir beten: Hört Gott unser Gebet überhaupt? Läuft denn der göttliche Anrufbeantworter nicht schon über von den ganzen Gebeten der Christenheit? Hört überhaupt jemand mein kleines Gebet, was ich spreche? In diesem Evangelium haben wir gesehen, dass Christus uns sehr wohl zuhört. Unser Elend berührt sogar sein Herz. Jesus heilt, und das ohne Starallüren; er macht keine Show aus der Heilung. Er will nichts für die Heilung. Nur den erneuerten Glauben und eine wiederentzündete Liebe für Gott. Ja, wir dürfen uns Gott nähern, ohne Vorbehalte. Vielleicht wäre das sogar ein toller Vorsatz für die Fastenzeit.

Gespräch mit Christus: Jesus ich danke dir, dass du uns Menschen nicht vergisst, du kommst zu uns, hörst uns zu und heilst. Ich danke dir dafür. Gib mir ein Herz, das auch die Not der anderen sieht und anpackt und zuhört.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht habe ich heute die Möglichkeit, wie Jesus zuzuhören, oder Mitleid zu haben oder auch anzupacken und meinen Mitmenschen zu "heilen".

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