Tägliche Meditationen
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Donnerstag,
6. März 2008

Zeugnis für Jesus

Donnerstag der vierten Woche in der Fastenzeit

P. Steven Reilly LC

Joh 5, 31-47
Jesus sagte zu den Juden: Wenn ich über mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig; ein anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß: Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig. Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. Ich aber nehme von keinem Menschen ein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet. Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet euch eine Zeit lang an seinem Licht erfreuen. Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat. Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen, und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben. Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen. Ich habe erkannt, dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen und doch lehnt ihr mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann werdet ihr ihn anerkennen. Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Wenn ihr Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?

Einführendes Gebet:   Vater, ich danke dir, dass ich in deiner Gegenwart sein darf. Ich will mich besonders mühen, jede Zerstreuung zu meiden, damit du meine Seele mit deiner Gnade erfüllen kannst.

Bitte:  Herr, hilf mir, von dir Zeugnis zu geben!

1. Das Zeugnis des Vaters. Der Glaube, die übernatürliche Tugend, die unserer Seele in der Taufe eingegossen wurde, ist die höchste Form der Sicherheit. Er wirkt in unseren Herzen und befähigt uns, mit Sicherheit zu wissen, dass Gottes Offenbarung, die Wahrheit seiner Liebe, in Jesus Gestalt angenommen hat. Und wirklich, der Vater legt Zeugnis für Jesus ab. Immer wenn wir sagen, dass „Jesus der Herr ist”, hat der Vater uns dazu befähigt. Wir müssen unseren Glauben mit ganzer Hingabe festhalten. Er ist das Boot, das niemals untergehen wird, egal wie stürmisch der See des Lebens auch wird.

2. Das Zeugnis der Werke Jesu. Wie die bekannten Worte von C.S. Lewis so treffend feststellen: Entweder war Jesus ein Lügner, verrückt oder Herr und Gott. Wenn er ein Lügner oder verrückt war, hätten seine Werke ihn ins Stolpern bringen müssen; sein kalter, verwester Leichnam hätte den letzten Beweis geliefert, dass er tatsächlich nicht „die Auferstehung und das Leben” war. Aber die großartigen Werke, die Jesus während seines Lebens wirkte ‐ all die Wunder, all seine Liebe, sein Schweigen und das Opfer seines Leidens, sein Hervorbrechen aus dem Grab ‐ legen Zeugnis für ihn ab; sie bezeugen, dass der Vater ihn gesandt hat. Außerdem können wir die zweitausendjährige Geschichte der Kirche nehmen: Wieviel wunderbare Werke hat Jesus durch seinen mystischen Leib gewirkt. Die vielen Tausend Heiligen legen Zeugnis ab für die Wirkkraft der Worte Jesu. Sogar die dunklen Abschnitte der Kirchengeschichte geben für Jesus Zeugnis: Wie hätte sonst das Papsttum das neunte Jahrhundert überstehen können, als es zum korrupten Spielball der römischen Aristokratie geworden war? Wie hätte es sonst die Kirche geschafft, sich aus dem Feudalismus der damaligen Zeit zu befreien? Und warum sind die Kirchenbänke unserer Pfarrkirchen trotz verschiedenster Skandale aus jüngster Zeit nicht leer? Die Kirche ist das Werk Christi, das für ihn Zeugnis ablegt, bis er in seiner Herrlichkeit erscheinen wird. Wenn der Heilige Geist sie zur Reform anspornt, dann gibt auch das den Beleg dafür, dass Gott es nicht zulassen wird, dass Jesu Werke in Vergessenheit geraten.

3. Das Zeugnis unseres Lebens. Im Evangelium von Johannes sieht es so aus, als ob unser Herr vor Gericht stehen würde ‐ nicht nur vor dem Hohenpriester oder Pilatus, sondern auch im Denken seiner Zeitgenossen: Darum ist das „Zeugnis” immer so wichtig. Heute ist es nicht anders. Jesus steht vor dem Richter und der Jury der öffentlichen Meinung und des Säkularismus. Wie in jedem Prozess, so sind auch hier charakterfeste Zeugen wichtig, die bezeugen, dass die Worte des Beschuldigten glaubwürdig sind. Aber damit diese Zeugen auch effektiv sind, müssen sie selbst glaubwürdig sein. Unser Leben muss für Jesus Zeugnis ablegen! Wenn wir unseren Glauben bewusst mittelmäßig oder nicht kohärent leben, nehmen wir unserem Zeugnis für Jesus die Beweiskraft. Können wir uns dann überhaupt noch wundern, wenn der Schuldspruch und der Skeptizismus unserer Kultur nur noch tiefer werden, weil die Zeugen selbst keinen Charakter mehr haben?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich glaube an dich! Ich bitte dich, meinen Glauben zu schützen und ihn wachsen zu lassen. Hilf mir, mit einem Leben, das ganz von den Werten des Evangeliums durchdrungen ist, für dich Zeugnis abzulegen.

Vorsatz:   Ich will einem ungläubigen Menschen eine besondere Tat der Liebe schenken, so dass er sehen kann, dass der Glaube wirklich Auswirkungen auf das Leben der Katholiken hat.

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