Tägliche Meditationen
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Dienstag,
30. Mai 2006

Das priesterliche Gebet Jesu: Liebe bis zum Äußersten

Dienstag der siebenten Osterwoche

P. Walter Schu LC

Joh 17,1-11
Dies sagte Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.

Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.

Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.

Einführendes Gebet:  Herr, ich sehne mich danach, einen Zugang zu deinem priesterliches Herzen zu bekommen, wie es am Ende deines liebevollen Lebens war. Hilf mir, in meiner Liebe für den Vater und für die Menschen zu wachsen, den einzigen zwei Lieben deines Lebens.

Bitte: Maria, hilf mir, das priesterliche Gebet Christi mit deinem mütterlichen Herzen zu betrachten, damit ich im glühenden Bemühen um die Verherrlichung des Vaters und in der Liebe für die Seelen der Menschen wachsen kann.

1. Das Gebet für alle Zeiten. Die wichtigste Stunde Jesu hat für ihn geschlagen. Christus denkt nicht an sich selbst, während er die Marter seiner bis zum äußersten selbstlosen Liebe erwartet. Das Herz Christi wendet sich seiner einzigen Liebe zu, dem Vater, für dessen Verherrlichung er jeden Schritt seines irdischen Seins getan hat. Diese unüberwindbare Liebe für den Vater aber umfasst gleichzeitig all jene, die ihm der Vater anvertraut hat. Christus hinterlässt seinen Anhängern ein endgültiges Vermächtnis, das zu allen Zeiten die mächtigste Quelle ihrer Zuversicht sein wird: sein priesterliches Gebet. Damit lehrt uns Christus, wie wir beten sollen. Christus betet zuerst, dass der Vater dadurch verherrlicht werden solle, dass der Sohn verherrlicht wird. Und was ist diese höchste Verherrlichung, in der das Leben des einzigen Sohnes Gottes seinen Höhepunkt finden wird? Die Antwort ist: sein blutiges Opfer am Kreuz.

2. Die Herrlichkeit des Kreuzes. „Das Wort ´Herrlichkeit´ bezieht sich auf den Glanz, die Ehre und die Macht, die Gott zustehen.” (The Navarre Bible: St. John, Seite 202). Wie kann es möglich sein, dass der demütigende Tod Christi am Kreuz und der Verrat seiner Anhänger, Gott Ehre geben kann und seine Herrlichkeit und Macht offenbart? Wie kann das Kreuz die höchste Verherrlichung Christi bedeuten? Erstens offenbart es eine grenzenlose Liebe, eine Liebe, die nicht dazu bewegt werden kann zu sagen: Bis dahin und nicht weiter. Die am Kreuz ausgestoßenen Worte Christi: „Vater, vergib ihnen,” geben Zeugnis für eine Liebe, die stärker als die Sünde ist. Die Auferstehung, die dem Kreuz folgt, ist Zeugnis für eine Liebe, die sogar stärker als der Tod ist. Zweitens ist das Kreuz die Erfüllung der Mission Christi. Sein Gehorsam zum Vater, sogar bis zum Tod hin, erlöst die ganze Menschheit. Habe ich in meinem Leben das Kreuz als den einzigen Weg der Nachfolge Christi erfasst? Das Kreuz anzunehmen ist der einzig sichere Weg, Christus zu lieben und den Vater zu verherrlichen.

3. Unerschütterliche Zuversicht in die Mission. Die Worte Christi an dieser Stelle des Evangeliums erklingen mit einer unerschütterlichen Zuversicht. Christus bleibt zuversichtlich, obwohl er sterben und in Qualen und in einer vermeintlich demütigenden Niederlage von seinen Jüngern verlassen wird. Er vertraut seinem Vater und den gleichen Jüngern, die ihn bald seinem Schicksal überlassen werden. Das Vertrauen unseres Herrn in uns als seine Anhänger, sollte uns immer mit einem festen Vertrauen in unsere Mission beflügeln, Seelen zu retten, andere zum Glauben an Christus zu bringen und die Gesellschaft selbst zu verwandeln. Uns selbst überlassen, können wir nichts vollbringen. Aber wir haben die Zusicherung des Gebetes Christi und die Ankündigung des Heiligen Geistes. Es ist der Heilige Geist, der in den Herzen all jener sprechen wird, für die Christus uns auffordert, sie ihm näher zu bringen. Lasst uns oft zu unserem großen Fürsprecher beten: „Heiliger Geist, gib mir ein, was ich denken, was ich sagen und was ich ungesagt sein lassen soll, damit ich für meine Brüder und Schwestern das Glück erreichen kann, meine Mission erfülle und dem Reich Christi zum Sieg verhelfe.”

Gespräch mit Christus:  Ich danke dir, Herr, dass du mich bis zum äußersten geliebt hast, indem du unter unbeschreiblichen Qualen am Kreuz gestorben bist. Ich danke dir für das Geschenk des Heiligen Geistes, der mir hilft, dir auf deinem Weg der selbstlosen Liebe nachfolgen zu können.

Vorsatz:  Ich will mich darauf besinnen, heute immer wieder mit dem Heiligen Geist zu sprechen, um mich dem Vater und den Seelen in jedem Kreuz, das Christus mir schickt, aufzuopfern.

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