Tägliche Meditationen
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Mittwoch,
31. Mai 2006

Eine Begegnung mit dem Heiligen Geist: eine Vorahnung auf Pfingsten

Mittwoch der siebenten Osterwoche
Mariä Heimsuchung

P. Walter Schu LC

Lk 1,39-56
Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria:

Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Einführendes Gebet:  Maria, an deinem Festtag sehne ich mich danach, durch den Heiligen Geist das Glück zu erfahren, dass dich und deine Cousine Elisabeth erfüllt hat. Möge der Heilige Geist mich dazu führen, in allen Angelegenheiten des Tages anderen Christus nahe zu bringen.

Bitte:  Maria, hilf mir in der Demut zu wachsen, so dass mich der Heilige Geist führt und mein Leben so erfüllt, wie er deine Seele erfüllt hat.

1. Maria machte sich eilig auf den Weg.  Was brachte Maria dazu, nicht nur die gefährliche Reise alleine zu unternehmen, sondern noch dazu in Eile? Eine unwiderstehliche Macht leitete Maria – die Gegenwart des Heiligen Geistes, der sie seit der Verkündigung überschattet und erfüllt hat. Der gleiche Heilige Geist erfüllt beim Gruß Mariens das Herz von Elisabeth und bewegt das Kind in ihrem Leib. Was ist die erste Frucht der Fülle des Heiligen Geistes? Papst Benedikt XVI. spricht über den Zusammenhang zwischen dieser Freude und der Wahrheit, die Christus selber ist: „Jesus Christus, der die Fülle der Wahrheit ist, zieht jedes Herz der Menschen an sich, vergrößert es und erfüllt es mit Freude. Nur der Wahrheit ist es möglich, in den Verstand einzudringen und ihn vollkommen froh zu machen. Diese Freude erweitert die Grenzen des menschlichen Geistes, enthebt es der Sorgen des Egoismus und macht es zu echter Liebe fähig.” (frei übersetzt aus der Rede an die Glaubenskongregation vom 10. Februar 2006.)

2. „Und wer bin ich, dass die Mutter des Herrn zu mir kommt?” Diese rührende Frage von Elisabeth zeigt die für den Empfang des Heiligen Geistes notwendige Tugend: Demut. Elisabeth ist sich zutiefst ihrer Niedrigkeit bei dem Besuch der Mutter des Herrn bewusst. Maria selber spiegelt diese Einstellung in ihrem Magnificat wider. Was ist der Grund dafür, dass der Schöpfer so Großes an ihr getan hat, so dass alle Generationen sie gesegnet nennen werden? Es ist nicht, weil sie Talente und Qualitäten hat. Auch hat sie den Allmächtigen nicht durch großartige Erhabenheit beeindruckt. Nein, Gott hat einfach „auf die Niedrigkeit seiner Magd geschaut.” Erfreue ich mich meiner eigenen Kleinheit im Wissen, dass es dem Heiligen Geist möglich macht, eine Wohnstätte in mir zu finden und großes für Christus in meinem Leben zu vollbringen?

3. „Meine Seele preist die Größe des Herrn.”  Maria ist so vom Heiligen Geist erfüllt, dass ihr ganzes Sein in Jubel und Lobgesang für den Allmächtigen entflammt. Papst Benedikt XVI. betrachtet den Jubel Mariens angesichts der Gegenwart des Herrn in ihrem Leib: „Das ist die Freude, die das Herz erfüllt, wenn wir im Glauben in Anbetung vor Jesus knien.” (frei übersetzt aus der Rede an die Glaubenskongregation vom 10. Februar 2005). Die Freude Christi, die Freude des Heiligen Geistes, die Dankbarkeit für alles Große, das der Herr in uns gewirkt hat, treibt uns dazu, unseren Herrn zu anderen zu bringen, genauso wie Maria ihn zu Elisabeth brachte, sogar schon vor seiner Geburt. Wie sie in ihrem Magnificat singt, verschließt sich Maria nicht in sich selbst, sie bedenkt, was Gott in ihr, im Hinblick auf seinen Heilsplan für alle Völker, gewirkt hat. Möge doch die Freude im Heiligen Geist ein neues Pfingsten bringen, das von unserem Leben ausstrahlt.

Gespräch mit Christus:  Ich danke dir Herr, für das große Geschenk des Heiligen Geistes, der unser Leben mit der unaussprechlichen Freude deiner Gegenwart in uns erfüllt. Hilf mir, dass ich, so wie Maria es tat, eilig den Impulsen des Heiligen Geistes zu Nächstenliebe folgen kann.

Vorsatz: Ich will nach Gelegenheiten Ausschau halten, bei denen ich mit anderen über Christus sprechen kann und Taten der Nächstenliebe für sie vollbringen kann, freudig und eilig, so wie Maria es uns im Evangelium vorgelebt hat.

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