Tägliche Meditationen
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Dienstag,
22. August 2006

Mutter und Königin

Dienstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Maria Königin

P. Cathal Deveney LC

Mt 19,23-30
Da sagte Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

Einführendes Gebet:  Herr, heute ehren wir deine Mutter als Königin des Himmels und der Erde. Wir wissen, dass du uns unter ihren Schutz gestellt hast. Da sie deine Mutter ist, ist ihre Kraft, uns zu beschützen und zu leiten, wahrhaft gewaltig. Öffne mein Herz in diesem Gebet, um dich zu verehren und anzubeten.

Bitte: Herr, gewähre mir die Gnade, eindringlich zu Maria zu beten.

1. Mutter des Königs.  Christus ist König. Er ist der ewige Sohn des Vaters, ist aber Mensch geworden und wurde geboren von einer Jungfrau durch die Kraft des Heiligen Geistes. Er ist wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch. Das ist ein großes Geheimnis unseres Glaubens: die Menschwerdung des Sohnes Gottes. Wir benötigen Zeit, in Gegenwart Gottes die Wirklichkeit der Menschwerdung zu verinnerlichen. Gott geht auf den Menschen zu - auf jeden von uns - in einer Weise, auf die niemand jemals hoffen kann. Heute verehren wir Christus den König und ehren seine Mutter. Sie ist die Mutter des Gottessohnes; sie ist die Mutter des Königs.

2. Eine demütige Dienerin.  Auf welche besondere Art Maria Königin ist, kann besonders bei der Verkündigung gesehen werden. Der Engel Gabriel verkündet ihre Größe und sie antwortet in Demut, schlicht und einfach wunderschön „fiat“. Ihr Königtum besteht in der ständigen Unterordnung unter Gott sowie in der Unterordnung unter ihren Sohn und im Dienst an ihrem Sohn. Wir hören auch ihre bedeutenden Worte auf der Hochzeit zu Kana: „Was er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5). Das Königtum Marias ist das eines Geschöpfes, das die Rolle akzeptiert, die Gott ihm zugeteilt hat. Wenn sie die Mutter Gottes sein soll, dann sei es so. Wenn sie das Sterben ihres Sohnes am Kreuz mit ansehen soll, dann sei es so. Wenn sie die Königin des Himmels und der Erde sein soll, dann sei es so. Zu jeder Zeit ist sie die „ancilla domini“ - die Magd des Herrn.

3. Meine Mutter ist eine Königin.  Welch eine Quelle des Trostes ist das heutige Fest für jeden von uns. Wir wissen, dass uns Maria von Jesus am Fuße des Kreuzes zur Mutter gegeben wurde. Sie ist es, die über uns wacht und uns beschützt. Wir sollten von ihrem mütterlichen Schutz überzeugt sein. Wir können sicher sein, was auch immer wir in die mütterliche Hände von Maria legen, unsere Sorgen, Vorhaben, diejenigen, die wir lieben, oder unser innerstes Selbst, alles wird sich zum Besten wenden. Jahrhunderte hindurch hat Maria ihre Gegenwart durch viele Erscheinungen sichtbar gemacht und begleitet auf diese Weise ihre Kinder. Ja, wie eine Mutter ist sie ständig bei ihren Kindern, besonders bei denen, die in Bedrängnis sind. In ihrem Herzen können wir immer eine sichere Zuflucht finden. Sie, der Morgenstern, führt uns unablässig zu ihrem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du hast deine Mutter zu unserer Mutter gemacht. Einer solchen Auszeichnung bin ich nicht würdig. Ich bin dir dankbar, sehr dankbar, für dieses Zeichen deiner großen Liebe zu mir. Du weißt, wie sehr ich den Schutz deiner Mutter brauche. Du weißt auch, wie sehr ich Maria, deine Mutter, schätze und liebe. Danke, Herr, für dieses wunderbare Geschenk deiner Liebe. Möge meine Liebe zu dir und zu Maria, deiner Mutter, wachsen.

Vorsatz:  Ich will heute den Rosenkranz mit mehr Konzentration als sonst beten.

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