Tägliche Meditationen
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Mittwoch,
20. Juni 2007

Euer Vater, der das Verborgene sieht

Mittwoch der elften Woche im Jahreskreis

P. Walter Schu LC

Mt 6,1-6,16-18
Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube mit einem lebendigen Glauben an dich. Auch wenn ich so sehr zur Sünde und Schwachheit neige, vertraue ich auf dein Erbarmen. Ich möchte dir meine Liebe während dieser Meditation zeigen. Mein Lohn möge allein von dir kommen und nicht vom Beifall der Leute.

Bitte:  Herr, hilf mir, die Reinheit der Absicht in meinem Leben immer mehr zu vervollkommnen, damit ich nur zu deiner Ehre und für die Ausbreitung deines Reiches arbeite.

1. „Euer Vater, der das Verborgene sieht”. Im heutigen Evangelium präsentiert uns Christus eine schwierige Herausforderung aber auch einen großen Trost. Seine Lehre kann in einem einfachen Satz zusammengefasst werden: Tut alles, was ihr tut, vor Gott allein. Am Ende unseres Lebens wird allein das bestehen bleiben, was wir für Gott und für unsere Brüder und Schwestern getan haben. Alles andere, all unsere Eitelkeiten, unser Wunsch, geschätzt, beliebt oder wichtig zu sein, wird am letzten Tag wie Nebel im Sonnenlicht verschwinden. Die Herausforderung ist klar: Vor Gott mit absolut reiner Absicht handeln. Aber wo ist der Trost? Unser Himmlischer Vater „sieht das Verborgene.” Was vielleicht von der Welt niemals bemerkt oder anerkannt oder geschätzt werden wird, wird eines Tages im Himmel belohnt werden.

2. Zwischen dir und Gott. Mutter Theresa bringt die Botschaft des heutigen Evangeliums in einem kurzen Gedicht zum Ausdruck, das den Titel „Es geschieht zwischen dir und Gott” trägt: Die Menschen handeln oft unvernünftig, unlogisch und egoistisch. Vergib ihnen trotzdem. Wenn du freundlich bist, werfen sie dir vielleicht vor, dass du es aus egoistischen oder anderen hintergründigen Motiven tust. Sei trotzdem freundlich. Wenn du erfolgreich bist, wirst du manch falsche Freunde und manch echte Feinde gewinnen. Sei trotzdem erfolgreich. Wenn du ehrlich und offen bist, betrügen sie dich vielleicht. Sei trotzdem ehrlich und offen. Wenn du Jahre damit verbringst, aufzubauen, kann einer über Nacht alles zerstören. Bau trotzdem weiter. Wenn du Heiterkeit und Gelassenheit ausstrahlst, sind sie vielleicht eifersüchtig. Sei trotzdem glücklich. Das Gute, das du heute tust, vergessen sie vielleicht schon morgen. Tu trotzdem Gutes. Und wenn du der Welt das Beste gibst, das du hast, wird es vielleicht niemals genug sein. Gib der Welt trotzdem das Beste, das du hast. Warum? Weil letztendlich alles zwischen dir und Gott geschieht…. Es war ohnehin niemals zwischen dir und ihnen.

3. „Sie haben ihren Lohn bereits erhalten”. Dreimal betont Christus, dass die Heuchler, die alles vor den anderen tun, ihren Lohn bereits erhalten haben. Eines Tages wird jeder von uns allein vor Christus stehen. Unser ewiges Los wird vom Ausgang dieses Augenblicks abhängen. Mögen wir zu unserem Kummer nicht entdecken müssen, dass unsere Hände leer sind, weil wir durch unser Tun im Geheimen den Beifall der Menschen gesucht haben. Wir wollen vielmehr unsere guten Taten im Verborgenen tun und unsere linke Hand nicht wissen lassen, was die Rechte gerade tut. Dann wird es uns unser Himmlischer Vater, „der das Verborgene sieht”, vergelten.

Gespräch mit Christus:  Ich danke dir, Herr, weil du immer das Verborgene siehst, weil du immer bereit bist, das, was wir für dich tun, zu belohnen.

Vorsatz:   Ich will in den verschiedenen Tätigkeiten dieses Tages die Reinheit meiner Absicht erneuern und sie aus Liebe zu Christus tun und so dabei helfen, sein Reich auszubreiten.

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