Tägliche Meditationen
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Mittwoch,
13. Mai 2015

Der Heilige Geist: Ein Lehrer, der uns alles erklärt

Mittwoch der sechsten Woche in der Osterzeit
Unsere Liebe Frau in Fatima
Hl. Servatius, Bischof

Lorli Pregel, gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 16,12-15
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Einführendes Gebet: Herr, schenke mir innere Stille. Ich möchte jetzt ganz still werden. Den ganzen Tag bin ich umgeben von Lärm und Gesprächen. Diese Zeit des Gebetes möchte ich ganz dir schenken, ganz für dich da sein. Innere Stille, damit ich deine Stimme aus den vielen anderen heraushören kann.

Bitte: Ich bete für Menschen, die mit Zweifeln zu kämpfen haben (mich selbst vielleicht eingeschlossen). Herr, schenke Ihnen deinen Heiligen Geist und einen lebendigeren Glauben!

1. in die ganze Wahrheit einführen. Dies könnte so klingen, als ob Jesus den Jüngern aus irgendeinem Grund einen Teil der Wahrheit vorenthalten hätte. Doch kurz zuvor begründet er diesen Satz: „ihr könnt es jetzt nicht tragen” (vgl. Vers 12). Jesus kennt die Fähigkeiten, aber auch die Grenzen jedes Menschen (die ihm von seiner Natur auferlegt sind). Auch wenn die Apostel noch so motiviert und aufgeschlossen sind, können sie doch nur allmählich in das Geheimnis Gottes und das Geheimnis Christi eindringen und es verstehen ‐ und dabei bleibt dies immer eine Gnade. Intelligenz zählt hier kaum. Was zählt, ist das innere Licht des Heiligen Geistes, welches schrittweise ein Verständnis schenkt, das die bloße Vernunft weit überschreitet und dieses Licht wird allen Menschen einfach geschenkt.

2. Um welche Wahrheit handelt es sich? Johannes Paul II. interpretiert es so: dass dieses »Einführen in die ganze Wahrheit« sich nicht nur auf das »scandalum crucis«- das Ärgernis des Kreuzes - bezieht, sondern auch auf alles, was Christus »getan und gelehrt hat« (Dominum et vivificantem, Nr. 6). Das unfassbare Leiden und Sterben Jesu stand bevor und sollte für die Jünger zu einem großen Stolperstein werden. Hierin musste der Heilige Geist ihnen wohl zuerst Hilfestellung leisten und ihnen den tiefen Sinn dafür offenbaren, für den sie ja später wiederum Zeugnis ablegen mussten. Doch geht es nicht nur um das Geheimnis des Kreuzes, sondern um das gesamte Leben Jesu. Darin ist ja ein unendlicher Reichtum enthalten, den man gar nicht auf den ersten Blick überschauen kann. Der Heilige Geist ist dieser innere Lehrer, der uns begleitet und uns Schritt für Schritt das Evangelium erklärt. Wenn ich bestimmte Worte oder Taten Jesu nicht verstehe, habe ich zwei Möglichkeiten: ich kann mich von ihm abzuwenden (wie viele Jünger es getan haben ‐ vgl. Joh 6) mit der Begründung: das ist zu hart ‐ oder ich kann mich geduldig in die Schule des Heiligen Geistes begeben, im Vertrauen, dass er mir den Sinn und den Reichtum erschließen wird.

3.  in die Schule des Heiligen Geistes gehen. 

Gespräch mit Christus: Jesus, es fällt mir ehrlich gesagt nicht immer leicht, dir zu folgen. Manchmal können mir sogar Zweifel kommen, ob ich die richtige Person hierfür bin oder ob es sich wirklich lohnt. Aber dann muss ich an das denken, was Petrus sagte, als viele Jünger dich verlassen haben, weil es ihnen zu schwer fiel, deine Lehre anzunehmen: „Herr zu wem sollen wir gehen? Du allein hast Worte ewigen Lebens.” Es stimmt, Herr, dein Worte, deine Liebe, haben in mir eine Sehnsucht nach Ewigkeit, nach Unvergänglichkeit geweckt. Nichts in dieser Welt, kann dies ersetzen; nichts außer dir vermag diese Sehnsucht zu stillen. Ich möchte nicht müde werden, mich immer wieder geduldig wie ein Kind in die Schule des Heiligen Geistes begeben und mich von ihm immer tiefer in dein Geheimnis einführen lassen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich ein Gesätz des Rosenkranzes beten und dabei um die Vertiefung des Glaubens aller Christen bitten („…der in uns den Glauben vermehre”).

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