Tägliche Meditationen
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Dienstag,
12. Februar 2019

Jesus, der die Fülle bringt

Dienstag der fünften Woche im Jahreskreis

H. Jonathan Fuhr LC

Mk 7,1-13
In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbán, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.

Einführendes Gebet: Jesus heute komme ich zu dir. Die Woche hat schon begonnen und ich gehe heute meinen normalen Beschäftigungen nach und möchte dich einladen, an meinem Leben teilzunehmen. Danke für die Zeichen deiner Liebe, die du mir immer wieder zukommen lässt. Du kennst meine Sorgen und Ängste, ich bitte dich, sei mir nahe. Führe und begleite mich, damit ich heute ein Zeuge deiner Liebe sein kann.

Bitte: Jesus, schenke mir die Gnade zu verstehen, was es heißt, die Gebote zu halten und zu deiner Ehre zu leben.

1. Berufen zur Reinheit. Im Evangelium ist heute die Sprache von den Geboten und Regeln, die es im Alten Bund gab, und Jesus möchte uns heute einladen, etwas tiefer zu verstehen, wie wir diese Gebote leben sollen. Es geht hier zunächst um das Gebot der Reinheit, das sich in äußeren Gesten zeigte. Die Juden wuschen sich nämlich vor dem Essen und aßen nur reine Dinge, was ein Zeichen für Ihre Zugehörigkeit zu Gott war. Sie dachten dabei: Ich gehöre ganz Gott, gehöre zum auserwählten Volk und deshalb achte ich auf die Gebote. Auch wir gehören Gott und das auf eine ganz besondere Art und Weise: als Kinder Gottes, nicht nur als seine Geschöpfe. Deshalb sind wir dazu berufen, unser Herz von all den Dingen frei zu halten, die uns von dieser Kindschaft entfernen.

2. Jesu Gebot ist ein Gebot, das uns frei macht "für". Wenn diese Gebote zu einer äußeren Form, zu einer leeren Gewohnheit werden, dann empfinden wir sie als eine Zwangsjacke, die uns einengt und nicht etwa frei macht für die Liebe. Die Gebote sind für uns eine Hilfe, um die Liebe zu leben, um frei zu werden für Gott, unser Herz frei zu machen und Jesus mit seiner Liebe darin wohnen zu lassen.

3. Das Gebot ist kein Limit, sondern ein Startpunkt. Der große Fehler der Pharisäer war nicht, die Gebote zu halten, sondern sie ohne Liebe zu leben, und das kreidet Jesus ihnen an. Denn sie engen ihr Herz ein, schnüren es zu. Jesus möchte, dass wir die Liebe in Fülle leben, so wie er es getan hat, und deshalb zeigt er uns, dass wir nicht bei der Erfüllung des Buchstabens der Gebote stehen bleiben sollen, sondern dass wir dazu berufen sind, mit ihm gemeinsam über diese Schwelle hinüberzugehen und sie zu übertreffen. Die Gebote geben uns Orientierung. Wenn ich nach den Geboten lebe, dann bin ich wie beim Baseball auf der "Base" in gewissem Sinne "safe", doch entgeht mir dabei viel offener Raum, denn nach oben hin gibt es kein Limit. Die Liebe kennt keine Grenzen.

Gespräch mit Christus: Jesus, in deiner Weisheit und Liebe führst und begleitest du mich durch mein Leben. Heute wolltest du mir zeigen, auf welche Weise du mich einlädst, die Gebote zu leben. Ich bitte dich, schenke mir die Gnade, immer mehr nach deinem Vorbild zu leben. Hilf mir, dich nachzuahmen, damit ich Gott Vater mit meinem Leben die Ehre gebe.

Möglicher Vorsatz: Heute bewusst mit viel Liebe zu Jesus ein bestimmtes Gebot oder ein Werk der Barmherzigkeit bzw. eine Seligpreisung leben.

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