Tägliche Meditationen
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Freitag,
15. Mai 2015

Beantwortet Jesus alle Fragen?

Freitag der sechsten Woche in der Osterzeit
Hl. Sophia von Rom, Märtyrerin

Lorli Pregel, gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 16,20-23a
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln. Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude. An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, ich glaube an Dich und daran, dass ich jetzt in deiner Gegenwart bin. In dieser Gegenwart möchte ich verweilen und mich dir ganz öffnen. Maria saß Jesus zu Füßen und hörte ihm zu (Lk 10,38), sie hing an seinen Lippen, wollte nichts versäumen von dem, was er sagte. Ich möchte dir jetzt mein Herz zu Füßen legen und nichts anderem Aufmerksamkeit schenken als nur deiner stillen Gegenwart in meinem Herzen.

Bitte: Für die Menschen, die mit ihrem Leid nicht fertig werden, damit sie Kraft aus dem Glauben schöpfen können.

1.  Schon jetzt, aber noch nicht… Die Schmerzen einer gebärenden Frau und ihre Freude an dem neu geborenen Kind sind eine ganz natürliche, nachvollziehbare Erfahrung. Jesus benutzt dieses lebensnahe Bild, um ein für uns sehr schweres Thema zu deuten: Warum gibt es Leid in dieser Welt? Wenn Jesus uns schon erlöst hat und auferstanden ist, warum gibt es weiterhin so viel Böses, so viele Tränen, so viel Leid? Nicht selten belasten uns diese Fragen. Jesus ist klar in seinen Worten: Er hat dem Leid in dieser Welt kein Ende gesetzt bzw. es „abgeschafft”; er besitzt jedoch die Kraft, dieses Leid allmählich in Freude zu verwandeln, wenn wir uns auf den Weg mit ihm einlassen; dies ist die Bedingung. Hier geht es nicht so sehr darum, zu verstehen, wie er das macht, sondern darauf zu vertrauen, DASS er es tun kann; dass er mein Leid (das ich mit IHM und in IHM trage) in Freude umwandeln kann. Eine Freude, die auf dieser Erde nicht vollkommen ist. Der Tag kommt jedoch, an dem diese Freude vollkommen, unzerstörbar sein wird. Auf seine Verheißung möchte ich mich verlassen und auf diese Freude möchte ich setzen.

2. An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr Fragen… Oft gibt es Fragen, die uns belasten, ja die uns sogar quälen. Fragen über das Leid, Fragen über den Glauben, Fragen über Moral; Fragen über unser Schicksal und unsere Zukunft. Es gibt wohl kaum einen Lebensabschnitt in unserem Leben, der ohne Fragen ist. Oft sind es gerade diese tiefen Lebensfragen, die uns aufrütteln und uns aktiv werden lassen, die uns zwingen, tiefer zu gehen, uns auf die Suche zu machen. Sehr oft sind es solche Fragen und das Ringen um eine Antwort (durch Gebet, Gespräche, Lektüre, etc.), was uns menschlich und geistlich wachsen und reifen lässt. Jesu Verheißung ist jedoch ein großer Trost: Der Tag kommt, an dem alle Fragen beantwortet sein werden. Dies kann uns sicher auch Gelassenheit schenken, so manche Wegstrecke unseres Lebens mit offenen, unbeantworteten Fragen zu Leben. Gott hat eine Antwort und zur rechten Zeit wird er mir alles offenbaren, spätestens im Himmel.  

Gespräch mit Christus: Jesus, ich möchte dir einfach danken. Danken dafür, dass du mir deine Nähe schenkst, dass ich an dich glauben darf. Der Glaube macht das Leben nicht einfacher, aber er schenkt uns Tiefe und Weitsicht ‐ mit jener Gewissheit, dass alles einen tiefen Sinn hat. Jesus, danke für meinen Glauben und schenke mir die Gnade, dass er immer lebendig bleibt, immer stärker wird. Lass mich an deiner Seite erfahren, wie in mir die Freude wächst.

Möglicher Vorsatz: Wenn mich etwas belastet oder ich vom Leid eines geliebten Menschen weiß, will ich es vor Jesus hintragen und es ihm übergeben.

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