Tägliche Meditationen
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Donnerstag,
5. November 2020

Er gibt sich mit Sündern ab

Donnerstag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Sel. Bernhard Lichtenberg, Priester

Fabiola Marton

Lk 15,1-10
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet. Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

Einführendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du mir geschenkte Gabe des Vaters und des Sohnes! Danke, Herr, dass du den Geist unbegrenzt geben willst. Komm und entzünde mein Herz mit Liebe. Lass mich in diesem Gebet Jesus mit ganzem Herzen suchen und lieben. Jesus, ich sehne mich nach dir.

Bitte: Jesus, in diesem Gebet möchte ich dich mehr kennenlernen und dir begegnen.

1. Sünder nähern sich Gott. Wer ist dieser Jesus, sodass Sünder sich ihm nähern? Wie ist wohl sein Blick, dass Sünder sich angenommen fühlen, gerne zu ihm kommen? Jesus ist die komplette Offenbarung Gottes und siehe, der Allmächtige hat Freude an der Tischgemeinschaft mit seinen geliebten Geschöpfen, seinen Söhnen und Töchtern. Er hatte Mitleid mit ihnen, "denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben".

2. Barmherzigkeit. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf ist die Antwort auf das Verhalten von hohen religiösen Würdenträgern, die sich für heilig halten und den Umgang mit Sündern meiden, denn dabei könnte ihre "Ehre" beschmutzt werden. Jesus spricht klar über ihr Fehlverhalten, doch greift er sie nicht direkt abwertend an. Er ruft sie mit diesem Gleichnis auch zur Umkehr.

3. Sicherheit. "Ich bin der gute Hirt", sagt uns Jesus. Gott ist Hirte seiner Schafe und übernimmt sogar soweit Verantwortung für seine Herde, dass er dem Verlorenen nachläuft, um ihn zu retten. Zusammen mit dem Psalmisten dürfen wir voller Zuversicht ausrufen: "Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen". Die größte Sicherheit im Leben, die beste Versicherung und Garantie ist diese: zur Herde eines Hirten zu gehören, der sogar sein Leben für seine Schafe hingibt.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, danke, dass du auf mich aufpasst, mich beschützt, für mich sorgst. Danke, dass ich dir so wichtig bin, dass du mir nachläufst, egal, was passiert, und mich suchst, bis du mich findest. Unter deinem suchenden Blick möchte ich stehen, ein Leben lang.

Vorsatz: Bete heute für alle, die in der Kirche Verantwortung tragen und die Berufung des Hirten empfangen haben (deinen Bischof, deinen Pfarrer).

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