Tägliche Meditationen
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Freitag,
27. Februar 2015

Echte und vorgetäuschte Heiligkeit

Freitag der ersten Woche in der Fastenzeit
Hl. Augustin Tchao und Gefährten, Märtyrer
Hl. Markward OSB, Abt

P. Alex Yeung LC

Mt 5,20-26
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich danke dir für diese gemeinsame Zeit mit dir. Du schenkst mir immer so viele Gnaden. Wie undankbar bin ich manchmal! Ich möchte mit deiner Hilfe vollkommener daran mitarbeiten, dein Reich auf Erden aufzurichten. Ich liebe dich, Herr, und mit Hilfe deiner Gnade will ich mich bemühen, ein Mensch zu werden, zu dem jeder kommen kann, um deine Wahrheit, dein Leben und deine Liebe zu entdecken. Nimm mein Leben, nimm diesen Tag und mach ihn zu deinem. Amen.

Bitte: Vater, hilf mir, alle Heuchelei von mir zu weisen und echte Heiligkeit zu suchen.

1.  Subjektive Eindrücke. Wie viel Gerechtigkeit brauchen wir, um die Gerechtigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer zu übertreffen? Wir denken vielleicht, nicht viel. Deren Heiligkeit war doch bloßer Schein, also keine Heiligkeit. Und was befindet sich im Innern einer solchen Seele? Viel Selbstbetrug, viel Selbstgefälligkeit, welche die eigenen Fehler selbst entschuldigt, viel Stolz. Wenn wir die Evangelien lesen, fällt es uns leicht, die bösen Pharisäer zu verurteilen. Und oft denken wir vielleicht, dass wir uns niemals der eigenen Heiligkeit rühmen würden. Darum müssen wir immer bereit sein, uns selbst vor Christus mit einem klaren Bewusstsein über unsere eigenen Fehler und Begrenztheiten zu prüfen. Bemühe ich mich in meinem Leben wirklich ehrlich darum, heilig zu werden oder suche ich nur meine eigene Ehre.

2. Demut ist die wahre Überprüfung der Heiligkeit. Stolz und persönliche Heiligkeit lassen sich ebenso wenig vermischen wie Wasser und Öl. Wo unser Ego ist, da bleibt kein Raum für Gott. Ein Jünger Christi zu sein, bedeutet doch ein Mensch zu sein, der sich ganz mit Gott erfüllen lässt, um ihn zu allen zu bringen. Aber welche Verbindung, Gnade oder Freundschaft mit Gott kann es in einer Seele geben, die nur ihre eigene Ehre sucht? Zwischen Gott und einer stolzen Seele kann es keinen Kompromiss geben ‐ entweder muss sich diese Seele von sich selbst lösen oder Gott müsste aufhören Gott zu sein.

3. Integrität ist das Entscheidende. Im Herzen echter Heiligkeit ist die Tugend der Integrität, eine Tugend, die reich an Nuancen und Bedeutungen ist. Integrität bedeutet, eine Person mit nur einem Gesicht zu sein, eine Person, die innen und außen dieselbe ist: „Das, was du siehst, bekommst du auch”. Tatsächlich ist die Integrität grundlegend für die Heiligkeit, weil sie das Wesen der persönlichen Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit ausmacht, welche die Voraussetzungen für ein tugendhaftes Leben und das Saatbeet für viele andere Tugenden sind. In unserem Streben nach Heiligkeit sollten wir niemals Falschheit gleich welcher Art zulassen. Wir sollten selbst die geringste Spur von Ambivalenz in unseren Absichten oder Nichtübereinstimmung zwischen unseren Gedanken, Urteilen, Entscheidungen und Handlungen unbedingt meiden. Es kann wirklich kein echtes menschliches Glück geben, wenn es nicht auf der Basistugend der Integrität beruht.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich möchte, dass du der Sinn und das Zentrum meines ganzen Lebens bist. Hilf mir, immer kleiner zu werden, damit du in meinem Leben immer größer werden kannst. Ich möchte immer ein Werkzeug für die Rettung der Menschen sein, indem ich eine Heiligkeit lebe, die echt, demütig und wahr ist. Amen.

Vorsatz:  Ich will mein Leben auf Integrität überprüfen und in den Bereichen, wo ich eine Nichtübereinstimmung mit der Wahrheit entdecke, einen konkreten Schritt hin zu mehr Integrität tun.

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