Tägliche Meditationen
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Dienstag,
24. November 2015

Hoffnung in schweren Zeiten

Dienstag der vierunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Andreas Dung Lac, Märtyrer
Hl. Flora, Märtyrerin

P. Joachim Richter LC

Lk 21,5-11
In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.

Einführendes Gebet: Jesus, immer wieder geschehen Dinge, die mich beunruhigen: Terrorismus und Krieg, Naturkatastrophen, der schleichende Glaubensabfall in Europa, die Bankenkrise, Veränderungen in der Familie oder im Bekanntenkreis. Du hast uns schon vorgewarnt. An deinen Worten will ich festhalten: Lasst euch nicht in die Irre führen und lasst euch nicht erschrecken. Du allein gibst uns Sicherheit.

Bitte: Stärke mein Vertrauen darauf, dass du, Jesus, der wahre Lenker der Geschichte und das Haupt der Kirche bist und dass ich nichts Besseres tun kann, als vereint mit dir zu leben.

1. Was hat dauerhaften Bestand? Der Tempel in Jerusalem muss damals wie eines der sieben Weltwunder gewesen sein, eine beeindruckende Erscheinung! Er hatte eine enorme Bedeutung für die Juden. Auch in unserer Zeit kennen wir prächtige Kirchen und zivile Bauwerke. Doch kein von Menschenhand errichteter Bau kann dauerhaft Bestand haben. Jesus will uns deutlich machen, dass die Dinge dieser Welt nicht unser letzter Rückhalt sein sollen.

2. Falsche Propheten ignorieren. Auch unter den Christen trifft man zuweilen auf Leute, die ohne göttlichen oder kirchlichen Auftrag Endzeitprophetien verbreiten (so zuletzt geschehen durch die sogenannte „Warnung” ‐ siehe Stellungnahme des Erzbischofs von Dublin). Jesus weist uns in aller Deutlichkeit darauf hin, dass wir solchen selbstberufenen Propheten nicht ins Netz gehen sollen und sie nach entsprechender Prüfung getrost ignorieren dürfen.

3. Einen Hafen für unsere Sorgen finden. „Lasst euch nicht in die Irre führen und nicht erschrecken.” Der, der das zu uns sagt, ist größer als die ganze Welt. Wenn wir uns das bewusst machen, dann spüren wir: Wie klein sind doch unsere Sorgen und Ängste. In unserer Ohnmacht können wir uns an ihn wenden. Bei ihm finden wir Zuflucht. Er steht uns bei und stärkt unsere Hoffnung, damit wir uns nicht irre machen lassen, sondern unbeirrt weiter auf dem Weg der Nachfolge gehen. Denn er ist bei uns alle Tage, bis zum Ende der Welt.

Gespräch mit Christus: Jesus, du hast uns ‐ in dieser Welt ‐ keinen Spaziergang in einem Rosengarten versprochen. Du hast uns vorgewarnt, damit wir bei Unruhen nicht den Kopf verlieren. Jesus, an dir will ich mich festhalten. Und an deinem Evangelium will ich mein Leben orientieren.

Möglicher Vorsatz: Ich will ein froher Mensch sein, der auch dann Hoffnung verbreitet, wenn es viele beunruhigende Nachrichten gibt.

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