Tägliche Meditationen
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Sonntag,
2. März 2014

Wer ist mein Herr?

Achter Sonntag im Jahreskreis

P. Robert DeCesare LC

Mt 2,24-34
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme erneut zu dir im Gebet. Auch wenn ich dich nicht sehe, vertraue ich darauf, dass du gegenwärtig bist und mich in deiner Lehre unterweisen willst. So wie du mir deine Liebe dadurch zeigst, dass du diese Zeit mit mir verbringst, so will ich dir meine Liebe zeigen, indem ich diese Zeit mit dir im Geist des Glaubens, des Vertrauens und des aufmerksamen Hinhörens verbringe. Hier bin ich, Herr, um dich zu hören und mit Liebe zu antworten.

Bitte: Herr, hilf mir, dass ich dich an die erste Stelle in meinem Leben setze.

1.  Niemand kann zwei Herren dienen. „Denn alle, die vom Fleisch bestimmt sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht, alle, die vom Geist bestimmt sind, nach dem, was dem Geist entspricht.” (Römer 8,5) Die zwei stehen sich gegenüber. Es gibt einen ständigen Kampf zwischen dem Fleisch und dem Geist. Sie wollen einander gegenseitig beherrschen. „Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will.” (Römer 7,21). Da der Geist gegen das Fleisch und das Fleisch gegen den Geist steht, sollte sich niemand selbst darin betrügen, dass er beiden dienen könne. Es ist unmöglich beiden Herren zu dienen, denn sie stehen immer im Kampf miteinander.

2. „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.” Der heilige Thomas More half einem jungen Freund der Familie, Richard Rich. Als More verhaftet wurde, führten Neid und Machthunger Rich dazu, falsch gegen More auszusagen, um seine eigene Position am Hofe zu stärken. Neid und ungezügelter Ehrgeiz können Seelen zerstören. Das zeigt auch, was es für unsere Seele bedeutet, wenn wir uns darüber definieren, was wir haben, statt darüber, was wir sind. Papst Johannes Paul II. schrieb in Evangelium Vitae: „Auf diese Weise werden die Werte des Seins durch jene des Habens ersetzt. Das einzige Ziel, auf das es ankommt, ist die Erlangung des eigenen materiellen Wohlergehens. Die sogenannte „Lebensqualität” wird vorwiegend oder ausschließlich als wirtschaftliche Leistung, hemmungsloser Konsumismus, Schönheit und Genuß des physischen Lebens ausgelegt, wobei die tiefer reichenden — beziehungsmäßigen, geistigen und religiösen — Dimensionen des Daseins in Vergessenheit geraten.” (No. 23) Die zwei sind wie Gegenpole und wir stehen mittendrin und müssen uns für einen von beiden entscheiden, denn beide sind nicht möglich.

3. „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und gehen” Was bringt es uns, wenn wir uns mit dieser Welt beschäftigen und dabei das verlieren, was das wichtigste für uns ist, nämlich unser Glück in der nächsten Welt? Was hat wirklich Bedeutung außer dem Reich Gottes? Wir sind dazu berufen, nach diesem Reich zu streben, und zwar hier und jetzt. Nach dem Reich Gottes zu streben, verlangt von uns, dass wir unser Bestes geben, das aber ist niemals niederdrückend. Wir müssen immer danach streben, das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Wir müssen danach streben, unsere Tendenz zu weltlichen Gütern und Annehmlichkeiten mehr und mehr zu verringern und immer mehr wie Christus zu werden. Wenn wir so handeln, wie wir sollten, dann streben wir nach dem Reich Gottes.

Gespräch mit Christus: Herr, ich will alles hinter mir lassen, was mich davon abhält, dich an die erste Stelle zu setzen. Ich weiß, dass das nicht einfach werden wird. Ich möchte mich selbst überwinden für dich. Hilf mir, dich über alles andere in meinem Leben zu stellen, so dass ich wirklich nach dem Reich des Himmels strebe.

Vorsatz:  Ich werde ein kleines Opfer bringen, um in jener Tugend zu wachsen, die ich am meisten benötige.

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