Tägliche Meditationen
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Sonntag,
3. Juni 2007

Drei Schritte des Glaubens

Dreifaltigkeitssonntag

P. Edward Hopkins LC

Joh 16,12-15
Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich glaube an dich. Ich bekenne, dass du mich zum Glauben berufen hast und ich diesen Glauben mit anderen teilen soll. Ich vertraue darauf, dass du mich mit deinem Geist des Mutes und der Wahrheit erfüllst, so dass ich den Glauben treu aufnehmen und weitergeben kann. Ich liebe dich. Ich möchte dich mehr lieben durch mein Gebet und mein Leben und so in die Gemeinschaft der Liebe hineinwachsen, die du mit deinem Vater und dem Heiligen Geist teilst.

Bitte:  Offenbare dich mir, Herr.

1. Lernen, was die Wahrheit ist. Die Heiligste Dreifaltigkeit ist ein Geheimnis, das mein Verstehen bei weitem übersteigt. Dennoch macht sie die Entwicklung des Glaubens und der christlichen Reife besonders deutlich. Wenn wir den Glauben empfangen, ist er wie ein Samenkorn, das sich entwickeln muss: „aber ihr könnt es jetzt nicht tragen”. Der Heilige Geist bringt uns zu einem vollkommeneren Verständnis, so dass unser Glaube in unserem Leben von selbst offenbar wird. Wir kommen so zu einem besseren Verständnis von Gott, von uns selbst, von unserem Leben und vom Leben anderer, besonders in einer Welt, die dazu neigt, das alles zu verdrehen. Wir müssen davon überzeugt sein, dass wir im Glauben wachsen, ihn vertiefen und verbreitern müssen, damit er alle Ebenen unseres Lebens umfasst. Wenn ich aufhöre, meinen Glauben besser kennen zu lernen (das, was ich glaube), oder meinen Glauben zu vertiefen (das, wodurch ich glaube), durchkreuze ich den Plan des Heiligen Geistes für mein Leben. Er hat mir noch mehr zu sagen! Glaube ich das und suche ich es? Wie?

2. Mach die Wahrheit dir zu eigen. Jesus bezeichnet hier die Wahrheit des Glaubens als „seine” Wahrheit ‐ ebenso wie der Vater sie „hat”. So ist die Wahrheit etwas, was man persönlich besitzen muss. Sie muss mir gehören. Der Glaube kann mir nicht gehören, wenn ich ihn auf ein bloßes Gefühl oder eine rein persönliche Überzeugung reduziere. Das gilt für jeden. Wir müssen uns nach dem Glauben richten, aber nicht er sich nach uns. Der Glaube wird persönlich gelebt, sein Inhalt ist aber für alle gleich, so wie auch die Auswahl aus einer Speisekarte einer Cafeteria für alle die gleiche ist. Wie auch Papst Benedikt XVI. in der Predigt vor seiner Wahl zum Papst klarstellt: „'Reif' ist nicht ein Glaube, der den Wellen der Mode und des letzten Schreis folgt; erwachsen und reif ist ein Glaube, der tief in der Freundschaft mit Christus verwurzelt ist.” (Predigt am 18. April 2005). Besitze ich meinen Glauben ganz? Oder empfinde ich ihn als mir aufgezwungen, so wie etwas Fremdes? Kommt mein Glaube von Herzen, und ist er ebenso von meinem Verstand angenommen? Nehme ich ihn in meinen Besitz, indem ich ihn akzeptiere, ihn mir zu Eigen mache, ihn liebe, in ihm wachse, ihn (aus)übe, ihn verteidige und ihn teile?

3. Verkünde getreu den Glauben. Die Einheit der Heiligsten Dreifaltigkeit ist nicht statisch, sondern eine lebendige dynamische Kraft. Sie lebt und handelt in der Einheit. „… er wird von dem, was mein ist, nehmen „ Das hat zwei Auswirkungen. Der Auftrag des Heiligen Geistes besteht genau darin, uns an das zu erinnern, was Jesus lehrte (vergleiche Joh 14,26). Seinem Auftrag getreu, lehrt er Christus. Auch uns, die wir den Glauben besitzen, veranlasst er, ihn zu teilen. Was lebendig ist, wächst gewöhnlich. Papst Johannes Paul II. sagte es einfach: „Wer Christus wirklich begegnet ist, kann ihn nicht für sich behalten, er muss ihn verkündigen. Das Angebot Jesu Christi muss voll Vertrauen an alle ergehen.…” (Botschaft vom 5. Juni 2001). Zweitens, wir müssen die eine Wahrheit, die wir empfangen haben, verkünden. „Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört.” Treue zum Glauben ist Treue zur Liebe, die ihn uns anvertraut hat. Schlimmer noch als die Lehre Christi nicht zu verkünden, würde sein, seine Botschaft abzuändern. Bei diesem Auftrag, Christus und das, was er gelehrt hat, getreu zu verkünden, hilft uns die Kirche durch den Heiligen Geist, der sie erleuchtet. Meine Liebe zu Christus lässt sich daran messen, wie wahrheitsgemäß ich seine Botschaft weitergebe. Wie stark ist meine Liebe zu ihm?

Gespräch mit Christus:  Lieber Jesus, sende mir deinen Heiligen Geist, so dass ich dich besser erkennen und lieben kann. Gib mir ein Verlangen, dich besser kennen zu lernen und dich inniger zu erleben. Möge mein Wissen über dich mein Herz so entflammen, dass ich dich nicht mehr für mich behalten kann. Hilf mir, mit dir und deiner Botschaft der Liebe treu verbunden zu sein.

Vorsatz:   Ich will mich zu einem regelmäßigen Studium meines Glaubens (wieder) verpflichten, wobei ich den Katechismus oder das Kompendium des Katechismus benutzen werde.

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