Tägliche Meditationen
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Donnerstag,
2. Oktober 2014

Himmlische Helfer

Donnerstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Fest der Hl. Schutzengel

P. Edward McIlmail LC

Mt 18,1-5.10
In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.

Einführendes Gebet:  Vater im Himmel, ich danke dir, dass du mir einen neuen Tag schenkst, um in der Liebe zu dir zu wachsen, einen neuen Tag, um in meinem geistlichen Leben voranzukommen, einen neuen Tag, um für die Seelen, die mir am nächsten stehen, zu beten. Vertreibe alle Ablenkungen und lass meine Gedanken immer nur bei dir sein. Ich möchte während dieser kurzen Zeit des Gebetes nur dir gefallen.

Bitte: Herr, gewähre mir die Gnade einer kindlichen Einfachheit.

1.  Die Dinge anders herum sehen. Die Jünger sind neugierig auf das Himmelreich und ihre Neugierde hat einen Anflug von Eigeninteresse. Sie wollen wissen, wie man im Himmelreich vorankommt. Ihrer eigentlichen Frage liegt ein Missverständnis von Christus zugrunde. Das Reich Gottes wird unter anderem in der Kirche auf Erden abgebildet. Die Kirche, die alles umfasst, ist eine Art Familie, die die ganze Menschheit aufnimmt. Wann immer wir fragen: „Wer ist der Größte in unserer Familie?”, können wir sicher sein, dass es die falsche Art von Frage ist. Die passendere Frage lautet: „Wie kann ich ein besseres Mitglied der Familie sein? Wie kann ich ein besserer Ehemann sein, eine bessere Ehefrau, ein besserer Sohn, eine bessere Tochter, ein besserer Bruder oder eine bessere Schwester?” Das ist die Art von Fragen, die Christus möchte, dass wir sie uns stellen.

2. Kinderspiel. Wir dürfen nicht denken, dass Christus naiv in den Kindern nur kleine Engel sah, die niemals etwas falsch machen. Warum also zeigt uns Jesus die Kinder als Vorbilder für uns? Zum Teil ist es ihre Einfachheit, ihre Zutraulichkeit. Womöglich verstehen sie nicht, warum ihnen Vater oder Mutter etwas sagt, aber sie werden es wahrscheinlich annehmen, weil sie erkennen, dass es von jemandem kommt, der sie liebt. Das geistliche Leben erfordert diese gleiche Art Vertrauen. Wir verstehen vielleicht nicht vollkommen, warum Gott uns bittet, etwas zu tun, aber wenn es ein Grundvertrauen und eine Offenheit ihm gegenüber gibt, ist es einfacher, seinen Geboten zu folgen. Viele vergeuden leider die produktivsten Jahre ihres Lebens, weil sie an Gott und seiner Kirche zweifeln. Sie erschweren die Dinge, nur um nach Jahren herauszufinden, was unser Herr eigentlich versuchte, ihnen zu sagen. Auch dann können ihre Fehler noch vergeben werden, sie können aber nicht ungeschehen gemacht werden. Eine zerbrochene Vase kann geklebt werden, sie wird aber niemals mehr dieselbe sein. Sage ich nein zu Gott aus einem Mangel an Vertrauen?

3. Hilfe der Engel. Gebete zu den Schutzengeln waren früher bei den Katholiken weit verbreitet. Es ist recht, dass wir zu ihnen beten, weil jeder von uns einen hat. „Einem jeden der Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen” schreibt der heilige Basilius (siehe Katechismus der Katholischen Kirche, 336). Unser Engel reflektiert die liebende Vorsehung Gottes für unser Wohlergehen und unseren Schutz. Die Welt ist voller Gefahren für unsere Seelen und wartet darauf, dass wir den falschen Schritt tun. Unser Engel hilft uns, dass wir es schaffen, durch dieses Tal der Tränen zu gelangen. Denke ich jemals daran, zu meinem Schutzengel zu beten?

Gespräch mit Christus: Herr, die Einfachheit der Kinder zeigt mir, wie wichtig kindliches Vertrauen zu dir ist. Ich glaube an dich und vertraue dir, Herr. Hilf mir, dieses Vertrauen in Gleichmut und Einfachheit umzusetzen. Lass mich das Kreuz meines Alltags mit Gelassenheit annehmen und dahinter deinen liebenden Plan erkennen.

Vorsatz:  Ich will „Ja” sagen zum nächsten schwierigen Gefallen, um den mich jemand bittet, solange er mit deinem Gesetz der Liebe übereinstimmt.

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