Tägliche Meditationen
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Samstag,
25. September 2010

Das Geschenk des Glaubens

Samstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC

Lk 9,43b-45
Alle Leute staunten über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern: Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.

Einführendes Gebet:  Herr, du bist der Urheber des Lebens und alles Gute kommt von dir. Du bist der Friedensfürst und meine Stütze. Du bist mein Heiler und das Heil selbst. Ich brauche dich und will dir geben. Ich liebe dich und gebe mich dir ganz hin, wohl wissend, dass du mich niemals fallen lässt oder enttäuscht. Danke, dass du dich mir ganz hingibst.

Bitte: Herr Jesus, stärke meinen schwachen Glauben und führe mich auf deinen Pfaden.

1.  Blinder Glauben an die Wissenschaft. Es gibt so viele alltägliche Dinge, die wir für selbstverständlich ansehen. Wir glauben blind an die Elektrizität in unseren Gebäuden, an die gewaltige Technik in einem Wolkenkratzer, in dem wir arbeiten, etc. Es kommt uns selbstverständlich vor. Wir denken nicht viel darüber nach. Wir vertrauen darauf, dass alles immer funktioniert. Wenn aber unser „Glaube” über die Grenze des erfahrungsgemäßen Wissens, wie Elektrizität und Technik, hinausgeht in den Bereich des Geistigen, stoßen wir auf Hindernisse für unseren Glauben.

2. Übernatürlicher Glaube. Man kann Jesu Aussage in diesem Evangelium über sein Leiden und seinen Tod nur mit einem „übernatürlichen Glauben” verstehen. Dieser Glaube ist ein Geschenk, das wir in großer Demut von Gott erbitten müssen, damit es Licht auf unser ganzes Leben wirft. Glaube führt zu größerem Wissen als rein menschliche Kenntnisse. Im Vertrauen auf Jesus bitten wir ihn um diesen Glauben.

3. Angst, zu fragen. Die Jünger im heutigen Evangelium trauten sich nicht, Jesus eine Frage zu stellen. Nach etwas fragen, was wir nicht verstehen, ist nicht unbedingt schlecht: es ist ganz normal und zeigt eine kindliche Haltung. Christus hat immer eine Antwort, und zwar eine verständliche Antwort, auf unsere Fragen, selbst wenn wir sie nicht in alle ihrer Tiefe erfassen können. Denn Christus möchte nicht, dass wir seine Lehre und seine Werte nur passiv annehmen. Er möchte, dass wir sie frei annehmen, nicht so sehr, weil wir sie vollkommen verstehen, sondern eher, weil wir Gott vertrauen und ihn lieben, ihn, der sich uns selbst zeigt.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, es ist so einfach für mich, mein Leben von einem rein menschlichen Standpunkt aus zu betrachten. Gewähre mir einen wachen Glauben, damit ich alle Dinge aus deiner Sicht sehe. Möge mein Glauben alle Tage meinen Weg erleuchten.

Vorsatz:  In meinem Gebet heute werde ich in aller Demut um das Geschenk des Glaubens an Jesus Christus bitten.

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