Tägliche Meditationen
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Montag,
22. Februar 2016

Gottes Plan und Gottes Versprechen

Montag der zweiten Woche in der Fastenzeit
Kathedra Petri

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Mt 16,13-19
In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus - der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Einführendes Gebet: Jesus, ich will dich sehen. Ich will dich erkennen, so wie du wirklich bist. Stärke meinen schwachen Glauben, wo andere Stimmen ihm seinen Vorrang streitig machen wollen. Lege Hoffnung in mein Herz, wenn Dunkelheit mein Leben überschatten will. Führe mich den Weg der Liebe. Ich weiß, dass nur dieser Weg mich frei machen wird.

Bitte: Herr, schenke mir die Kraft, mich für dich und damit für die Liebe zu entscheiden, vor allem dort wo Hoffnungslosigkeit und Ärger mich ergreifen wollen.

1. Ihr aber? Jesus beginnt seine Fragestellung in einer noch recht unpersönlichen Weise. Die Frage, für wen die anderen ihn halten, hält die Sache noch auf einer neutralen und unverfänglichen Ebene. "Ihr aber?" Das sind Worte, die doch schon tiefer gehen. Jetzt bin ich gefragt. Wie oft können wir uns in Analysen und Gedanken verfangen, die alle etwas angehen außer mich selbst. Wir hinterfragen unsere Mitmenschen und scheinen oft zu wissen, was sie falsch und richtig machen. Dabei ist mein Weg mit Christus der Entscheidende. Meine Antwort auf seine Liebe ist die, die zählt. Wie will ich MEIN Leben nutzen? Wer ist Christus für mich in meinem Heute? Lassen wir aber auch nicht zu, dass diese Frage in eine reine Selbstanalyse mündet. Lassen wir uns vielmehr zuerst von ihm anschauen und dann befragen, denn sein Blick verrät uns, wer er für uns sein möchte.

2. Bausteine SEINER Kirche. Nicht aufgrund eigener Verdienste wird Petrus zum Fels erwählt. Er empfängt das Amt nicht als Belohnung für besondere Kenntnisse, die er sich erworben hätte. Das stellt Jesus sofort klar, als er ihn darauf hinweist, dass ihm seine Erkenntnis von Gott selber offenbart wurde und nicht von Fleisch und Blut. Gott setzt den ersten Stein seiner Kirche mit eigenen Händen. Es ist kein von Menschen stammendes Werk, sondern von Grund auf SEINE Kirche. Auf sehr anschauliche Weise wird uns hier das große Geheimnis des Heilsplans Gottes offenbart. Der allmächtige Gott will seinen Heilsplan mit Hilfe von schwachen Menschen verwirklichen. Er lässt uns dadurch auf geheimnisvolle Weise an seinem verborgenen Leben teilhaben. Alle Kraft und Gnade strömt allein aus Ihm und doch werden wir zu Trägern dieser Gnade. Nicht in erster Linie unsere Perfektion oder Talent ermöglichen es Gott, durch uns zu wirken, sondern insbesondere unsere Demut und Offenheit für seine Gnade. Petrus ist der Fels, aber auch wir sind Bausteine seiner Kirche.

3. Die Schlüssel. Oftmals kann es scheinen, dass Gottes Versprechen nicht in Erfüllung geht. Scheint es nicht manchmal, dass die Mächte der Unterwelt die Kirche doch überwältigen? Ist Gott seinem Versprechen nicht treu? "Gott, wo bist du?", fragen wir uns. Christus hat uns mit seinen Worten keineswegs das Ausbleiben von Schwierigkeiten und Kampf versprochen. Petrus hat nicht den Schlüssel für diese Welt überreicht bekommen, aber den Schlüssel für das Himmelreich. Nichts kann uns den Himmel nehmen. Nichts kann uns die Fähigkeit zu lieben nehmen. Der Heilige Paulus schrieb in seiner eigenen Bedrängnis: "Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn." (Röm 8,35-39). Lassen wir also zu, dass dieser Schlüssel auch uns die Tür zum Himmelreich öffnet.

Gespräch mit Christus: Gott, wo bist du? Ich bringe hier all das Leid der Welt, deine verwundete Kirche, aber auch meine eigenen Lasten vor dich. Eine nach der anderen übergebe ich sie dir und danke dir, dass du deinen Versprechen treu bist. Ich weiß, dass meine Freiheit in dir garantiert ist.

Möglicher Vorsatz: Wenn mir heute etwas Sorge bereitet, will ich in einem Akt des Vertrauens Gott für seine Treue danken.

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