Tägliche Meditationen
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Mittwoch,
18. Mai 2016

Wer nicht gegen uns ist, ist für uns

Mittwoch der siebenten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes I., Papst

P. Karl Maurer LC

Mk 9,38-40
In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

Einführendes Gebet: Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst; dass ich verzeihe, wo man beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist; dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt. (Auszug aus dem Sonnengesang von Franz von Assisi)

Bitte: Meine Freude ist es, wenn Gutes geschieht. Jesus, bitte lass mich über alle, die Gutes tun, auch gut reden, ganz ungeachtet ihres Standes, ihrer Herkunft und meiner eigenen, allzu engen Vorstellungen.

1. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern. Die Jünger haben einen Mann dabei "erwischt" dass er im Namen Jesu Dämonen austrieb. Sie meinten, das sei unrecht, da er nicht zu ihnen gehörte. Leider denken wir oft so. Wir finden es problematisch, wenn jemand nicht zu uns gehört. Wenn er nicht unsere Meinung vertritt, wenn er nicht das tut, was wir tun. Wenn er anders ist. Wenn wir tiefer in uns gehen, dann merken wir, dass das Problem gar nicht beim anderen liegt, sondern bei uns. Er tut ja gar nichts Schlechtes. Er tut es nur nicht in der Weise, wie wir das gerne hätten.

2. Hindert ihn nicht! Jesus durchschaut unser menschliches Herz, in dem es noch allzu oft allzu viel Selbstbezogenheit gibt. Seine Antwort auf die Frage der Jünger ist einfach und klar – so klar, dass er dabei eine Befehlsform verwendet: Hindert ihn nicht! Im Herzen Jesu gibt es Platz für alle Menschen.

3. Wer nicht gegen uns ist, ist für uns. Jesus möchte mit diesen Worten unser Herz weiten. Der Ausspruch: "Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns", lässt uns alle Menschen grundsätzlich mit einem wohlwollenden Blick betrachten. Jesus steht für das Gute in jeder Hinsicht. Wenn sich Menschen für das Gute – in was für einer Weise auch immer – einsetzen, verbindet sie schon oft unbewusst etwas mit Jesus. Ganz besonders können wir dieses Wort auch auf die anderen christlichen Bekenntnisse anwenden: Wenn sie im Namen Jesu seine Botschaft verbreiten, soll uns das freuen.

Gespräch mit Christus: Jesus, du hast mir in meinem katholischen Glauben das größte Geschenk bereitet. Schenke mir ein Herz voll Liebe, damit ich diesen Schatz mit allen Menschen, die du mir anvertraut hast, teile.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute darüber wachen, wie ich urteile. Jedes Mal, wenn ich versucht bin, über jemanden zu richten, halte ich inne und schaue auf die Herzensweite und Herzensgüte Jesu.

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