Tägliche Meditationen
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Donnerstag,
21. Mai 2015

Gelebte Einheit

Donnerstag der siebenten Woche in der Osterzeit
Hl. Hermann Josef von Steinfeld OPraem

Ellen Petermann

JoJoh 17,20-26
Jesus erhob seine Augen zum Himmel, betete und sprach: Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

Einführendes Gebet: Vater, so wie Jesus dich um alles bittet, möchte auch ich nie aufhören, dich um alles zu bitten, denn ich weiß, dass du mir alles gibst, was ich brauche. Durch Jesus teilst du uns mit, wie sehr du uns liebst. Lass auch mich zum Werkzeug deiner Liebe werden.

Bitte: Herr, lass mich niemals deine Liebe abweisen.

1.  Herzenswunsch Jesu. Jesus betet zum Vater und sein Gebet gipfelt in Fürbitten für die Seinen, die er zurücklässt. Sein innigstes Anliegen, sein Herzenswunsch ist: „Alle sollen eins sein.” Das Einssein unter Menschen ist nie selbstverständlich, auch nicht unter besten Freunden, die sich lieben. Jesus wünscht sich diese Einheit für uns, so wie er eins ist mit dem Vater. Das ist ein hoher Anspruch, den er noch steigert, wenn er sagt: „…sollen auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.” Durch Jesus zeigt Gott, wie sehr er uns und die ganze Welt liebt.

2. Gottesbeziehung. Durch Jesus zeigt uns Gott, wie sehr er uns und die ganze Welt liebt. Wenn wir uns an Jesus orientieren, dürfen wir uns hineingenommen wissen in seine Gottesbeziehung, die auch unsere ist. Echte Einheit unter denen, die an Christus glauben ist zerbrechlich und wir müssen sie hüten und pflegen, indem wir in Liebe miteinander umgehen und uns immer wieder zurückbesinnen auf Jesus und die Nachahmung seines Beispiels. Mit jedem Schritt, den wir auf dem Weg zur Einheit vorankommen, geben wir der Welt ein Christuszeugnis.

3. Sendung. Wer zu Jesus gelangt, findet Antwort auf die tiefsten Fragen nach Gott. Jesu Sendung bestand darin, uns den Namen Gottes, sein innerstes Wesen, zu erschließen. Die Fortsetzung der Kunde von Gott, den kein Mensch je gesehen hat, geschieht durch uns Christen, nicht nur durch Worte, sondern durch unser Lebenszeugnis als Gemeinschaft, die eins ist, in der Einheit mit dem Vater nach dem Vorbild Jesu. Es scheint ein hochgestecktes Ziel zu sein. Es hat aber viel mit unserem konkreten Leben zu tun. Wenn wir uns in den kleinen Dingen des Alltags, in den Widrigkeiten am Arbeitsplatz oder im Leben mit der Familie, unser Christsein und Jesu Liebesgebot als Maßstab nehmen und immer wieder versuchen, die Einheit zu finden und zu fördern, dann tun wir das, was Gott von uns möchte, wir tun das, was er uns aufgetragen hat.

Gespräch mit Christus: Vater, so oft leben wir in Streit und Unfrieden. Wir vergessen, wie bedingungslos du jeden von uns liebst. Wir gehen unsere eigenen Wege, weil es uns oft zu anstrengend ist, uns auf andere einzustellen. Dabei ist es doch die Einheit, die uns stark macht, die Einheit im Glauben, die Licht in diese oft so dunkle Welt bringt.

Möglicher Vorsatz: Heute bete ich ein Gesätz vom Rosenkranz für die Einheit der Christen.

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