Tägliche Meditationen
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Freitag,
9. Juni 2006

Herr des Lichts

Freitag der neunten Woche im Jahreskreis

P. Edward McIlmail LC

Mk 12,35-37
Als Jesus im Tempel lehrte, sagte er: Wie können die Schriftgelehrten behaupten, der Messias sei der Sohn Davids? Denn David hat, vom Heiligen Geist erfüllt, selbst gesagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde unter die Füße. David selbst also nennt ihn «Herr». Wie kann er dann Davids Sohn sein? Es war eine große Menschenmenge versammelt und hörte ihm mit Freude zu.

Einführendes Gebet: Herr, wenn ich jetzt vor dir knie, hilf mir, meine Gedanken zu sammeln. Erwecke in meinem Herzen eine tiefere Liebe für das Gebet.

Bitte:  Herr, schenke mir das Verständnis, dich in den Menschen um mich herum am Werk zu sehen.

1. „Davids Sohn”  Es war bekannt, dass Jesus von König David abstammte. Maria und Josef stammten beide aus dem Hause König Davids. Jesus geht noch einen Schritt weiter, indem er sagt, dass der Christus auch Herr Davids sei. „Wie kann er dann Davids Sohn sein?” Man beachte, dass Jesus (der Christus) die Abstammung von David nicht leugnet. Er will nur die Gedanken seiner Zuhörer auf eine andere Ebene bringen. Jesus ist der Sohn Davids dem Leibe nach, aber er ist der Herr Davids als Gott, genauso wie er Mariens Sohn und ihr Herr ist. Gott der Vater kann uns sogar geistlich durch jemand führen, der von uns abhängig ist. Man muss nur daran denken, wie oft er Kinder benutzt, um uns durch ihre unverblümten Bemerkungen aufzurütteln und zu führen. Ihre Aufrichtigkeit gibt einer alten Zeile Wordsworths neue Bedeutung: „Des Mannes Vater ist das Kind.” Was will mir wohl Gott durch junge Menschen sagen?

2. „Hörten ihm mit Freude zu.” Das Geheimnis Christi weckt Freude in den Herzen seiner Zuhörer. Seine erfrischende Lehre und sein liebevolles Zeugnis inspiriert und erhebt sie. Ist es nicht das, worum es in der Freude der Liebe geht? Wenn man einen Menschen kennenlernt, der authentisch und liebevoll ist, hilft es uns, den eigenen Wert und die eigene Tiefe zu entdecken. Das kann der Einfluss einer Geliebten sein oder eines Ehegatten, eines Lehrers, eines Freundes, eines Papstes. Die Menschen, die uns am meisten lieben, verhelfen uns zur Selbstfindung. Wie oft danke ich Gott für meine Lieben, die er in mein Leben gebracht hat?

3. „Wie können die Schriftgelehrten behaupten.” Jesus richtet sich in diesem Fall ganz unverhohlen gegen die Schriftgelehrten, und findet eine gute Aufnahme bei der Masse des Volkes. Manchmal scheint der Herr die Intellektuellen unter uns zu beunruhigen, während sich die einfachen Menschen von ihm angezogen fühlen. Auf welcher Seite stehe ich? Betrachte ich die Worte Christi etwas zu intellektuell? Oder nehme ich sie mit kindhafter Einfachheit an?

Gespräch mit Christus:  Herr, ich weiß, dass du zu mir durch die Heilige Schrift sprechen willst, besonders in Zeiten des Gebetes. Hilf mir, deine Stimme auch in jenen Menschen zu erkennen, denen ich im Laufe des Tages begegnen werde.

Vorsatz:  Ich will für jemand, der um mein Gebet bat, ein Opfer bringen oder einen Besuch beim Allerheiligsten machen.

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