Tägliche Meditationen
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Freitag,
9. Oktober 2020

Bist du für mich?

Freitag der siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Dionysius von Paris, Bischof, Märtyrer
Hl. Johannes Leonardi, Priester, Ordensgründer

Melanie Zoll, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,14-26
In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und wenn er es bei seiner Rückkehr sauber und geschmückt antrifft, dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.

Einführendes Gebet: Jesus, ich sehne mich nach dir. Ich brauche dich und möchte dich tiefer kennen lernen. Ich möchte mich öffnen für deine Wunder - auch in meinem Alltag. Hilf mir, dich zu erkennen und zu staunen.

Bitte: Jesus, lass mich dich besser verstehen, verwandle mein Leben durch die Begegnung mit dir.

1. Alle Leute staunten. Im heutigen Evangelium sind die Menschen Zeugen davon, wie Jesus einen Dämon austreibt und ein Mann, der nicht reden konnte, plötzlich spricht. Die erste Reaktion, die das Evangelium festhält, ist wichtig: Alle Leute staunten. Sie staunen, denn sie haben so etwas noch nie erlebt. Dieser Mensch, Jesus, ruft bei seiner Begegnung mit den Menschen Staunen hervor. Er macht heil, treibt Dämonen aus. Nehme ich wahr, was um mich herum geschieht? Kann ich staunen über das Gute, und verbinde ich es mit Gott?

2. Er wusste, was sie dachten Die zweite beschriebene Reaktion ist die des Misstrauens. Jesu Wundertaten werden wahrgenommen, aber nicht angenommen. Sie wollen ihn auf die Probe stellen und ihn angreifen; ist er vielleicht mit dem Bösen selbst verbunden? Das Wort: "Er wusste, was sie dachten", berührt mich sehr. Jesus schaut auf unser Herz; ihn können wir nicht mit Scharfsinn oder Fangfragen beeindrucken. Er schaut auf unser Herz und das ist ihm wichtig. Das Herz sollen wir hüten und bewahren, mit Gutem nähren. Wie steht es mit meinem Herzen? Lasse ich mich von Gott anschauen, mich von seinem Blick durchdringen? Was macht das mit mir?

3. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Manchen Menschen fällt es schwer, den Schluss dieser Bibelstelle oder andere ernste Stellen zu lesen wie: "So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher." Warum macht Jesus uns Angst? Tut er das wirklich, oder nimmt er uns und diese zweite Reaktion der Menschen ernst und spielt sie bis zum Ende durch? Jesus weiß, was in unserem Herzen ist, – auch wenn wir es oft nicht wissen. Er schaut auf unser Herz – das ist sein und unser Schatz. Er sagt eigentlich nur, sei wachsam, achte auf dein Herz. Wem gibst du dort einen Platz? Wenn ich nicht dort wohne, wer wohnt dort und wuchert? Die Frage, zu der Beantwortung mich Christus heute und jeden Tag einlädt, ist: Für wen bist du, kannst du dich über meine Liebe freuen und darüber staunen? Bist du für mich? Wo ist dein Herz?

Gespräch mit Christus: Jesus, ich sehne mich nach dir und brauche dich. Ich möchte wie die Menschen im Evangelium deine Güte in meinem Leben wahrnehmen und darüber staunen. Öffne meine Augen, damit ich sehe. Öffne meinen Mund, damit ich dir danke und dich lobe.

Vorsatz: Ich will ein Wort des Evangeliums, das mich am meisten berührt hat, mit in den Tag nehmen und zuweilen innerlich wiederholen.

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