Tägliche Meditationen
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Freitag,
14. Januar 2011

Ein Mann und seine Freunde

Freitag der ersten Woche im Jahreskreis

P. Paul Campbell LC

Mk 2,1-12
Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er (wieder) zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort. Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen (die Decke) durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott? Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!,, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

Einführendes Gebet:  Jesus, ich danke dir für diese Zeit, die ich mit dir verbringen kann. Hilf mir, dass ich mich nicht ablenken lasse, sondern ganz bei dir bin. Öffne mein Herz, damit ich dein Wort höre. Stärke meinen Willen, damit ich dich mit meiner ganzen Kraft liebe. Gib, dass ich heute nicht nur halbherzig deinem Willen folge. Ich bin mir meiner Armseligkeit und Schwäche bewusst und vertraue deshalb auf deine Barmherzigkeit und Liebe.

Bitte: Herr, mehre meine Hingabebereitschaft für meine Mitmenschen.

1.  Der Gelähmte. Eines Tages trugen vier Männer ihren Freund zu Jesus. Das veränderte das Leben dieses Freundes grundlegend, denn er war gelähmt und unfähig, sich selbst Jesus zu nähern. Er hatte von den Wundern gehört, die Jesus bewirkt hatte, aber er hatte sie nie gesehen. Seine eigene Heilung kam nicht in Frage. Er war unfähig, selbst zu Jesus zu gehen. Hätten seine vier Freunde nicht geholfen und ihn zu Jesus gebracht, er wäre niemals geheilt worden. Ihr Glaube und ihre Liebe machten seine Heilung möglich. Wen soll ich nach dem Willen Jesu zu ihm bringen? Lade ich andere zum Gebet und zur Anbetung ein? Lade ich andere zur heiligen Messe und zur Beichte ein?

2. Die vier Freunde. Diese vier Freunde wurden von den Hindernissen auf ihrem Weg nicht aufgehalten. Wie lange sie unterwegs waren, wird nicht erwähnt, aber schon eine kurze Strecke ist anstrengend, wenn man einen Mann auf einer Bahre trägt. Als sie zu dem Haus kamen, war es voller Menschen, die gekommen waren, um Jesus zu hören, ihn zu sehen und von ihm geheilt zu werden. Es war unmöglich für die Männer, durch die Tür ins Haus zu gelangen, aber sie gaben nicht auf. Sie ließen nicht von ihrem Plan ab. Sie trugen ihren Freund auf das Dach des Hauses und ließen ihn von dort hinunter ins Haus. Mit Beharrlichkeit können wir alles erreichen. Liebe kennt weder Grenzen noch Limits.

3. Jesus. Gott möchte so viele Menschen retten. Er will echte Heilung in ihr Leben bringen, aber er möchte sie durch uns heilen. Jesus könnte den gelähmten Mann selber gefunden haben. Aber er zog es vor, diesen Mann von anderen zu ihm bringen zu lassen. Jesus wollte ihn heilen, aber ohne die Nächstenliebe in den Herzen der vier Männer wäre die Heilung vielleicht niemals geschehen.

Gespräch mit Christus: Herr, hilf mir, besser zu verstehen, dass du mich in den Heilsplan der Erlösung mit einbeziehen möchtest. Du vertraust mir Seelen an, und du möchtest ihr Leben durch meine Gebete, Opfer und meine Arbeit segnen. Mehre meine Liebe für diese Seelen. Sie brauchen meine Hilfe und meine Treue. Ich möchte sie nicht im Stich lassen. Hilf mir, treu zu sein.

Vorsatz:  Ich will mich heute für die Seelen einsetzen, die der Gnade Gottes besonders bedürfen.

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