Tägliche Meditationen
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Donnerstag,
18. Dezember 2008

Der gerechte Josef

Donnerstag der dritten Woche im Advent

P. Edward McIlmail LC

Mt 1,18-25
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.

Einführendes Gebet:   Herr, ich komme demütig zu dir. Ich habe schon oft gesündigt, deshalb ist mir meine Schwäche bewusst. Deine große Liebe jedoch gibt mir die Sicherheit, dass du mich durch deine Gnade weiterhin auf dem Weg zur Heiligkeit führen wirst.

Bitte:  Herr, hilf mir, den heiligen Josef besser in seiner Art und Weise, wie er mit seinen Mitmenschen umging, nachzuahmen.

1. Keine Bloßstellung. Josef war zunächst bestürzt, als er sah, dass Maria ein Kind erwartete. Sie war doch eine Frau, die er bisher als untadelige Frau kennengelernt hatte. Rechtlich gesehen hätte er sie öffentlich abweisen können. Das tat er jedoch nicht. Er war bereit, die ganze Sache auf sich beruhen zu lassen, um Maria nicht fälschlicherweise bloßzustellen. Welch große Tugend ist es doch: Das Beste von anderen zu denken! Es spiegelt ein Herz des Friedens und der Ruhe wider! Wie viele Freundschaften zerbrachen und wie viele Kriege begannen, weil die Menschen das Schlimmste von anderen dachten. Habe ich jemals die Absichten eines anderen verurteilt, und musste später erfahren, dass es nicht so war, wie es zuerst ausgesehen hatte? Wem sollte ich einen Vorschuss an Vertrauen schenken?

2. Die Erklärung des Engels. Der Engel erscheint erst dann, nachdem Josef sich entschließt, das Liebevollere zu tun und Maria ohne Aufsehen wegzuschicken. So geschieht es oft im geistlichen Leben: Gott offenbart uns von seinem Plan erst dann mehr, wenn wir in einer schwierigen Situation mit Liebe handeln. Es ist, als ob Jesus sagen würde: „Behandle andere gut und du wirst mich besser verstehen.” Ist in einer schwierigen Situation die Nächstenliebe meine erste Antwort?

3. Der gute Ruf Jesu. Diese Stelle im Evangelium könnte auch eine zweite Verkündigung genannt werden. Bei der ersten Verkündigung sagte Maria „Ja” zu dem Engel. Nun war das „Ja” von Josef notwendig, um sicherzustellen, dass Jesus auch einen irdischen Vater mit einer angesehenen Ahnenreihe haben würde. Zuerst bewahrt Josef den guten Ruf Mariens und nun bewahrt er den guten Ruf Jesu. Sein gerechtes Handeln und seine Güte sprechen Bände. Über den heiligen Josef ist wenig bekannt, aber er ist sicherlich ein großer und mächtiger Fürsprecher im Himmel. Als Christen sollen wir andere nicht nur nicht verurteilen; der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt uns über den guten Ruf eines Menschen: „Die Rücksicht auf den guten Ruf eines Menschen verbietet jede Haltung und jedes Wort, die ihn ungerechterweise schädigen könnten” (Katechismus der Katholischen Kirche, 2477). Habe ich diesbezüglich falsch gehandelt? Was muss ich tun, um in Zukunft die Nächstenliebe in meinen Worten zu wahren?

Gespräch mit Christus:  Herr, du achtest meine Freiheit, und du willst, dass ich dir aus Liebe antworte. Hilf mir, diese Wahrheit zu schätzen und dir großzügig zu antworten. Hilf mir, den heiligen Josef in seiner ruhigen Güte und in seiner freundlichen und barmherzigen Sorge um das wahre Wohl der anderen nachzuahmen.

Vorsatz:   Ich will heute gut von anderen denken und sprechen.

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