Mittwoch, 11. November 2015

Von Talenten, die zur Tugend werden

Tägliche Meditationen - 18. November 2015

Mittwoch der dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Odo von Cluny OSB

Renee Pomarico

Lk 19,11-28
In jener Zeit meinten die Menschen, weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzählte er ihnen ein weiteres Gleichnis. Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde zu erlangen und dann zurückzukehren. Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme. Da ihn aber die Einwohner seines Landes hassten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann unser König wird. Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen Geschäften erzielt hatte. Der erste kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine zehn Minen erwirtschaftet. Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten zuverlässig warst, sollst du Herr über zehn Städte werden. Der zweite kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine fünf Minen erwirtschaftet. Zu ihm sagte der König: Du sollst über fünf Städte herrschen. Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurück. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt; denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesät hast. Der König antwortete: Aufgrund deiner eigenen Worte spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe? Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei der Rückkehr mit Zinsen abheben können. Und zu den anderen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die zehn Minen hat. Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn. (Da erwiderte er:) Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde - bringt sie her, und macht sie vor meinen Augen nieder! Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf.

Einführendes Gebet: Himmlischer Vater, danke, dass du uns, deine Kinder, mit Gaben beschenkst und dass du uns die Aufgabe anvertraust, an deinem Erlösungswerk mitzuwirken. Gib uns die Gnade, die Talente, die wir empfangen haben, gut einzubringen und einst mit dir im Himmel den Lohn, den du hierfür schenkst, zu genießen.

Bitte: Herr, hilf mir, meine Talente großzügig mit anderen zu teilen.

1. Vermehrung der Talente. Der König vertraut seinen „guten und treuen“ Dienern die Verwaltung mehrerer Städte an. Der Erste, der 1 Mine oder Münze (etwa 570 g Gold) bekommen hat, erwirtschaftet damit zehn; der Zweite fünf. An erster Stelle erkennen wir, dass der König seine Diener mit Gaben beschenkt. Zweitens vertraut er ihnen, und überlässt es ihnen, diese Gaben so einzubringen, wie sie es für richtig halten. Und letztendlich belohnt er ihren Fleiß. Wir können diese Münzen als Bild für das Potential, dass in jedem von uns steckt, sehen. Gott liebt uns, beschenkt uns mit Gaben, vertraut darauf, dass wir in Freiheit auf seine Liebe antworten, indem wir unsere Talente einsetzen. Er sehnt sich danach, uns im Himmel zu belohnen. Diejenigen, die darauf antworten, indem sie tugendhaft leben, werden ihren ewigen Lohn dafür erhalten.

2. Versteckte Talente. Der dritte Diener versteckt seine Mine, sagen wir seine Talente, aus Angst. Der König liebt diesen Diener und vertraut ihm. Er will auch ihn belohnen, aber er kann es nicht. Der dritte Diener steht für den Menschen, der kein tugendhaftes Leben gelebt hat, der nicht geliebt hat, der aus Faulheit in Ängste und Unsicherheiten geriet und diese als Vorwand benutzte, um sein Versagen zu verteidigen. Er kann nicht mit leeren Händen in den Himmel kommen. Er erinnert uns an die Notwendigkeit, ein tugendhaftes Leben zu leben, und unsere Talente aktiv in den Dienst der Menschen zu stellen, damit sie für das Reich Gottes Frucht bringen.

3. Die Frucht unserer Arbeit. „Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.“ Dies ist eine Einladung an uns, Gott die Früchte eines tugendhaften Lebens darzubringen wenn wir am Tag des Gerichts vor ihn treten. Wenn wir nach einem Leben voller Möglichkeiten nichts darzubringen haben, müssen wir der Tatsache ins Auge sehen, dass unsere Chancen verspielt sind. Jetzt, da wir Zeit haben, ruft Gott uns dazu auf, diese gut zu nutzen, großzügig zu sein, die Bedürfnisse der anderen vor unsere Bequemlichkeit zu stellen, Gott zu vertrauen, der uns Talente geschenkt hat. Lasst uns der Gnade entsprechen, die wir bekommen haben!

Gespräch mit Christus: Lieber Herr Jesus, guter und großzügiger Lehrer. Voller Freude erkenne ich, dass du mir Talente geschenkt hast, und dass du dich danach sehnst, dass ich in Ewigkeit bei dir bin. Ich bitte dich um dein Licht: Zeige mir den Weg, meine Talente mit anderen zu teilen. Hilf mir, sie trotz meiner Ängstlichkeit, Unsicherheit oder meines Egoismus nicht zu verstecken. Fülle mein Herz mit deiner Liebe und hilf mir, deiner Gnade großzügig zu entsprechen.

Möglicher Vorsatz: Zum Zeichen dafür, dass ich Jesu Liebe mit anderen teilen will, werde ich heute jemandem einen konkreten Dienst erweisen.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 18. November 2015

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