Dienstag, 17. November 2015

Auf Gott vertrauen in unruhigen Zeiten

Tägliche Meditationen - 26. November 2015

Donnerstag der vierunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Konrad und Gebhard, BischöfeHl. Ida OSB, Äbtissin

P. Joachim Richter LC

Lk 21,20-28
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr aber seht, dass Jerusalem von einem Heer eingeschlossen wird, dann könnt ihr daran erkennen, dass die Stadt bald verwüstet wird. Dann sollen die Bewohner von Judäa in die Berge fliehen; wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in die Stadt gehen. Denn das sind die Tage der Vergeltung, an denen alles in Erfüllung gehen soll, was in der Schrift steht.

Wehe den Frauen, die in jenen Tagen schwanger sind oder ein Kind stillen. Denn eine große Not wird über das Land hereinbrechen: Der Zorn Gottes wird über dieses Volk kommen. Mit scharfem Schwert wird man sie erschlagen, als Gefangene wird man sie in alle Länder verschleppen, und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden sich erfüllen.

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, viele Christen glaubten deinen Worten, dass Jerusalem zerstört werden würde. Weil sie an deine Worte dachten und ihnen geglaubt haben, haben sie überlebt. Schenke mir einen lebendigen Glauben, der mich an deinen Worten festhalten lässt.

Bitte: Lass meinen Glauben wachsen.

1. Was im 1. Jahrhundert in Judäa geschah. Nach einem Aufstand der Zeloten im Jahre 66 n.Chr. wollten die Römer Jerusalem einnehmen. Doch der erste Versuch schlug fehl. Die Christen erkannten die Gefahr, die Jesus vorhergesagt hatte: „Jerusalem wird von einem Heer eingeschlossen“ und „verwüstet“ werden. Die Bewohner sollen „in die Berge fliehen“.

Viele Christen, die in Jerusalem lebten, hielten wachsam und voller Glauben an den Worten Jesu fest. Tatsächlich erkannten sie, dass schnelles Handeln geboten war: Bevor die Römer im Jahre 70 n.Chr. zum zweiten Mal Jerusalem „von einem Heer eingeschlossen“ und dieses Mal völlig zerstört wurde, konnten sie in die Gegend jenseits des Jordans fliehen, in die Berge und in das ostjordanische Pella, und sich so in Sicherheit bringen.

Nach Angaben von Josephus Flavius, einem Zeitzeugen und Geschichtsschreiber, kamen von der jüdischen Bevölkerung ungefähr 1,1 Millionen Menschen ums Leben, die meisten durch Hunger oder Krankheiten. Weitere 97 000 gerieten in Gefangenschaft. Viele wurden als Sklaven  nach Rom gebracht. Noch heute erinnern in Rom das Kolosseum und der Titusbogen an die Eroberung Jerusalems.

Für uns ist wichtig, dass so viele Christen die Prophezeiungen Jesu Christi ernst genommen hatten. Denn sie konnten ihr Leben retten.

2. Zeichen, die Angst einflößen. Jesus hat vorhergesagt, dass es Ereignisse und Zeichen geben wird, die uns Angst machen werden. Doch als Christen leben wir im festen Glauben auf die allmächtige Vorsehung Gottes: Nichts kann geschehen, was Gott nicht zulässt. Und alles, was Gott zulässt, kann Er so lenken, dass es letztendlich zu unserem Heil dient: „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“ (Röm 8,28). Wir dürfen also von dieser Gewissheit ausgehen. Noch einmal: Auch wenn wir nicht alles wissen oder verstehen, dürfen wir doch in jedem Fall auf Gott vertrauen.

3. Kopf hoch. Wenn wir Ereignisse miterleben, die uns Angst einflößen, dann sollten wir besonders fest an den Worten Jesu festhalten: „Richtet euch auf und erhebet euer Haupt.“ Unsere Haltung als Christen ist immer die der Hoffnung. Denn wir glauben eben nicht daran, dass der Mensch mit eigenen Kräften sich selbst und die Welt in Ordnung bringen kann. Es ist vielmehr Christus, ohne den nichts wurde, von dem, was geworden ist (vgl. Joh 1,3): Er ist der eigentliche Lenker der Geschichte der Menschheit und meines persönlichen Lebens.

Gespräch mit Christus: Jesus, immer wieder erlebe ich Dinge, die mir Angst machen. Du hast uns schon im Voraus darauf hingewiesen. Lass mein Vertrauen auf dich riesengroß wachsen! Denn du bist doch immer bei mir, „alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

Möglicher Vorsatz: Wenn ich von negativen Ereignissen höre, dann will ich mein Vertrauen auf Gott erneuern und ein Mensch werden, der in seiner Umgebung Hoffnung verbreitet, weil mich eine Hoffnung erfüllt: Christus.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 26. November 2015

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