Mittwoch, 11. November 2015

Güte, die heilt

Tägliche Meditationen - 16. November 2015

Montag der dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Otmar von St. Gallen, Abt
Hl. Walter

Bernadette Ballestrem

Lk 18,35-43
Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder an der Straße und bettelte. Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten? Man sagte ihm: Jesus von Nazaret geht vorüber. Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Die Leute, die vorausgingen, wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus: Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott.

Einführendes Gebet: Mein Vater im Himmel, danke dass ich jetzt bei dir sein darf! Ich möchte innerlich still werden und an deinem Herzen ruhen. Danke für diesen Moment bei dem ich ganz ruhig bei dir, meinem Schöpfer, verweilen darf.

Bitte: Herr, bitte schenke mir ein barmherziges, gütiges Herz.

1. Die ärgerliche Menge. Wie leicht verurteilen wir doch andere! Die Menge meint es vielleicht gar nicht böse. Sie möchte nicht ein Wunder verhindern, sondern einfach dem großen Propheten, für den sie Jesus hält, Ärger ersparen. So sind wir Menschen oft: Wir „befehlen“ anderen zu schweigen, werden ärgerlich und unser Herz verhärtet sich. Der Kopf scheint manchmal gute Gründe dafür zu haben. Aber sind diese „guten Gründe“ letztlich entscheidend, wenn es nur einen gibt, der mit seinem Blick die Herzen bis auf den Grund durchschaut?

2. Der gütige Jesus. Jesus bleibt stehen. Inmitten des Lärmes, den die Menge macht, hört er die eine Stimme des Blinden. Er handelt nicht nach dem Befinden der Umstehenden, sondern hält an. Betrachten wir diesen gütigen, sanften Jesus. Mit ruhiger Stimme spricht er zu dem Blinden und mit Entschiedenheit und Güte heilt er ihn. Was hat der Blinde dafür getan? Nichts, außer sich bloßzustellen und um Erbarmen zu flehen. Nicht viel ist nötig, um das gütige Herz Jesu zu berühren.

3. Der dankbare Blinde. Der blinde Mann preist Gott. Mit der Eindringlichkeit, mit der er Jesus angefleht hat, lobt er ihn jetzt auch. Diese Begegnung wird er nie wieder vergessen. Die Güte Jesu hat sein Leben verändert. Hätte er Gott auch gepriesen, wenn er bei dieser Begegnung kein bleibendes Wunder an sich erfahren hätte? wenn Jesus ihm das Kreuz der Blindheit nicht abgenommen hätte? Hoffentlich schon, denn die echte Begegnung mit Christus verändert uns innerlich und ein gütiges Herz ist am Ende viel wichtiger als ein intakter Körper.

Gespräch mit Christus: Mein guter Jesus, danke, dass ich bei dir sein durfte und dich betrachten konnte. Berühre auch mich und hab Erbarmen mit mir. Schenke mir ein gütiges und barmherziges Herz, das nicht blind an den Nöten der Mitmenschen vorbeigeht. Liebe du heute durch mich!

Möglicher Vorsatz: Ich werde meinen Mitmenschen heute mit besonderer Güte begegnen.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 16. November 2015

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