Dienstag, 27. Oktober 2015

Eins werden mit dem Herzen „reich an Barmherzigkeit“

Tägliche Meditationen - 5. November 2015

Donnerstag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Bernhard Lichtenberg, Dompropst

Michaela Weimann

Lk 15,1-10
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wieder gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wieder gefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

Einführendes Gebet: Herr Jesus Christus, das Sinnen meines gegenwärtigen Lebens muss auf dein Lob gerichtet sein, weil der ewige Jubel unseres künftigen Lebens in deinem Lob besteht und niemand kann für das kommende Leben geeignet sein, der sich nicht bereits jetzt darin übt. Aus ganzem Herzen will ich dich loben, d.h. nicht nur meine Zunge und Stimme, sondern vor allem mein Herz, mein Leben, meine Taten!

Bitte: Ich opfere dir dieses Gebet zur Wiedergutmachung aller Sünden in der Welt auf.

1. Ein zutiefst barmherziges Herz. Da die Pharisäer und die Schriftgelehrten schlecht über Jesus gesprochen haben, erzählt er ihnen das Gleichnis der Barmherzigkeit. Sie sahen, dass er sich mit den Sündern abgab und sogar mit ihnen aß. Jesus geht auf sie ein und erklärt ihnen, warum Gott nicht will, dass auch nur ein einziger seiner Söhne verloren geht, und dass seine Seele vor Freude überfließt, wenn ein Sünder umkehrt. Betrachten wir das Herz Jesu. Wie groß ist seine Liebe? Mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, mit den Zöllnern und Sündern? Mit mir?

2. Bezeugung und Verkündigung der Barmherzigkeit Gottes. Am 8. Dezember beginnt das Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Vielleicht mehr denn je braucht die Menschheit - ein jeder von uns - dieses Jahr und dass uns die Barmherzigkeit Gottes einmal mit Nachdruck und kraftvoll in der Verkündigung vor Augen geführt wird und wie wir sie in unserem Leben erfahren können. Der kommende Weltjugendtag 2016 in Krakau steht unter dem Motto: „Selig, die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7). Es ist gut, erneut auf das barmherzige Herz Jesu zu schauen und von ihm zu lernen, wie auch ich ein glaubhaftes Zeugnis seiner Barmherzigkeit ablegen und sein freudiger Verkünder sein kann!

3. Richtlinien für unser Verhalten. „Die wahre Religion besteht also darin, eins zu werden mit diesem Herzen, das ‚reich an Barmherzigkeit‘ ist und uns bittet, alle zu lieben, auch die Fernstehenden und die Feinde, und so den himmlischen Vater nachzuahmen, der die Freiheit eines jeden respektiert und alle mit der unbesiegbaren Kraft seiner Treue zu sich zieht. Das ist der Weg, den Jesus allen weist, die seine Jünger sein wollen: ‚Richtet nicht…, verurteilt nicht… Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden… Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!‘ (Lk 6,36-38). In diesen Worten finden wir sehr konkrete Anweisungen für unser alltägliches Verhalten als Gläubige.“ (Benedikt XVI., Castel Gandolfo, 16.09.2007)

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du bist gnädig und barmherzig. Ich lobe und preise dich! Ich bitte dich: Forme du mein Herz immer mehr nach deinem Herzen. Lass mich mit deinem barmherzigen Herzen auf meine Nächsten schauen. Forme in mir ein verständnisvolles, gütiges, wohlwollendes Herz.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute besonders darauf achten, den Weg zu gehen, den Jesus weist: nicht richten, nicht verurteilen, einander die Schuld erlassen, geben, barmherzig sein…

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 5. November 2015

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