Montag, 5. Oktober 2015

Fürchtet euch nicht!

Tägliche Meditationen - 16. Oktober 2015

Freitag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hedwig von Schlesien

Marita Grötsch

Lk 12,1-7
In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden. Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten. Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

Einführendes Gebet: Vater, du hast deinen Sohn für mich hingegeben, aus Liebe. Er hat einen ungeheuer hohen Preis für mich bezahlt, er hat sich für mich geopfert, aus Liebe. Wie könnte ich mich noch fürchten!

Bitte: Lass mich dir ganz vertrauen und ohne Angst leben.

1. Menschenfurcht. „Fürchtet Euch nicht!“ Jesus macht den Jüngern Mut. Die Angst vor Menschen, vor dem Verlust menschlichen Ansehens, vor Missachtung und Zurücksetzung nimmt uns unsere Freiheit. Menschenfurcht versklavt uns, wir fallen in Sünde. „Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt.“ (Sprüche 29,25). Was können Menschen uns schon antun? Ihre Macht ist begrenzt. Unserer Seele können sie nichts anhaben, Gott ist der Herr über Leben und Tod. Wenn andere Menschen oder auch wir selbst uns Furcht einjagen, wirkt sich das auf unsere Gottesfurcht aus: Menschenfurcht drängt die Gottesfurcht zurück, denn wir können nicht zwei Herren dienen. Dabei ist die rechte Gottesfurcht nicht Angst, sondern Ehrfurcht vor Gott und Gehorsam gegenüber seinen Geboten, das heißt, ich beuge mich vor Gottes Gegenwart und Heiligkeit und hüte mich davor, seine Gebote zu verletzen Schätzen wir Gott höher ein als die Nichtigkeit jedes Geschöpfs, und werfen wir uns in seine Arme, besonders dann, wenn uns Menschenfurcht befällt.

2. Reinheit der Absicht. Jesus sagt, dass alles enthüllt und alles bekannt wird, was wir im Verborgenen reden. Können wir dann, wenn es enthüllt ist, jedem in die Augen schauen, ohne rot zu werden oder ein schlechtes Gewissen zu haben? Aber nicht nur vor den Menschen wird alles offenbar werden. Vor allem müssen wir Gott in die Augen schauen und ihm Rechenschaft ablegen für unser Reden und Tun und auch für unsere Absichten. Wir sollen lauter sein, immer eine reine Absicht haben. Das bedeutet, dass wir alles für Gott und zu seiner Ehre tun, ohne Hintertürchen und zum Besten für unseren Nächsten. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten muss der Antrieb für unser Handeln sein. „Deine Absicht erst gibt deinem Werke seinen Namen“sagt Ambrosius von Mailand in seiner Schrift: „Von den Pflichten.“

3. Vertrauen. Jesus sagt uns im Evangelium, dass wir unseren Vater höher einschätzen sollen als uns und höher als jeden anderen Menschen, wie mächtig dieser auch sei. Ich muss mich vor niemandem fürchten. Nur Gott, mein Vater, mein Schöpfer, mein Erlöser hat Macht über mein Leben. Warum sollte ich ihm nicht vertrauen? Er kennt mich besser, als ich mich selbst kenne. Ich bin sein Abbild. Er hat mich erwählt vor der Erschaffung der Welt und mich geformt mit seinen eigenen Händen. Ich bin kein Zufall. Er ist für mich gestorben, damit ich das Leben in Fülle habe. Er verlangt nach mir, will eins sein mit mir. Wer hat mehr für mich getan und mehr für mich gelitten? Wem bin ich wichtiger? Er wird auch Sorge tragen für mich, an jedem Tag und in jeder Situation, ob einfach oder schwierig.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mich geschaffen hast und dass ich von dir weiß. Ich bin wertvoll in deinen Augen und habe doch keinen Wert aus mir. Nur deine Liebe gibt mir meinen Wert. Nie werde ich dir genug danken können.

Möglicher Vorsatz: Bei nächster Gelegenheit in der Arbeit oder in der Familie will ich durch ein Wort oder eine Geste Zeugnis von meinem Glauben und von Gottes Liebe ablegen.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 16. Oktober 2015

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