Dienstag, 25. August 2015

Wie wird der Glaube echt und lebendig?

Tägliche Meditationen - 5. September 2015

Samstag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Sel. Mutter Teresa
Hl. Roswitha von Gandersheim, Chorfrau

P. Klaus Einsle LC

Lk 6,1-5
Als Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder ging, rissen seine Jünger Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie. Da sagten einige Pharisäer: Was tut ihr da? Das ist doch am Sabbat verboten! Jesus erwiderte ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren, wie er in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote nahm, die nur die Priester essen dürfen, und wie er sie aß und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

Einführendes Gebet: Denk du in mir, o Jesus, dann denk ich licht und klar.

Sprich du durch mich, o Jesus, dann sprech ich mild und wahr.

Wirk du in mir, o Jesus, gesegnet ist mein Tun;

geheiligt meine Arbeit, geheiligt auch mein Ruh´n.

Durchdring mein ganzes Wesen, erfüll mein ganzes Sein,

dass man in mir kann lesen die große Liebe dein.

Mach, dass ich hier auf Erden durch deiner Gnad´ Gewalt

kann allen alles werden. Herr, werd´ in mir Gestalt. Amen.

(Autor unbekannt)

Bitte: Herr, lehre mich beten. Erneuere du mich. Lass mich dich erfahren mit einem lebendigen Glauben.

1. Routine und das Wesentliche. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Das ist gut und gleichzeitig gefährlich. Auch im Glauben sind wir schnell in einer gewissen Routine gefangen. Die brauchen wir zwar, sie kann aber auch den Kern ersticken. Der Kern der Botschaft des Alten Testaments ist klar: Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Aber durch die Routine, durch das Erfüllen von Formeln und vieler Gesetze ist den Pharisäern das Wichtigste abhandengekommen. Sie lieben nicht mehr, sondern sie verachten, sind überheblich und kritisieren. Und das alles im Namen des Glaubens. Jesus lenkt den Blick auf das Wesentliche. Und wie sieht es bei dir aus?

2. Echter Glaube und tote Formeln. Wir glaubende und praktizierende Christen müssen auf der Hut sein. Es ist so leicht, auch zu „Formelvollziehern“ zu werden. Ein ganzer Gottesdienst kann zur Formel verkommen. Ein Gebet kann leere Formel werden. Unsere schönen Riten und Volksfrömmigkeiten können toter Vollzug sein oder werden.

Überlege nur einmal, was es für dich überhaupt bedeutet, ein Kreuzzeichen zu machen? Ist das lebendig oder Formel? Oder die Kniebeuge?Oder wenn du in der Messe antwortest „und mit deinem Geiste!“ und „wir haben sie beim Herrn“? Ist das echt? Ein Priester sagte einmal versehentlich „Erhebet die Füße“ (ohne Witz). Und alle Gläubigen antworteten, ohne zu zögern „Wir haben sie beim Herrn“.

3. Wie wird der Glaube echt? Mein Tipp: Vermeide jede Formelhaftigkeit im Gebet. Sei ganz echt, meine jedes Wort ernst. Und wenn du es nicht ernst meinst, dann sag es nicht. Diese absolute Echtheit beim Beten ist so viel wert. Erst dann öffnet sich der Zugang zu Gottes Herz. Denn er will echte Beziehungen, keine Show und kein Theater.Vermeide im persönlichen Gebet alle Floskeln. Sei echt. Sei du! Sei einfach, direkt und klar. Wenn du es nicht so meinst, dann sage nicht „Oh unnahbare Dreifaltigkeit, sei gepriesen und gebenedeit…“. Du könntest auch sagen „Mein himmlischer Vater (oder Papa), das hast du toll gemacht. Ich bin stolz auf dich.“ Ist das weniger ehrfürchtig? Ich glaube nicht. Wenn Gott mein Vater ist und ich sein Sohn, dann dürfen wir beide ganz vertrauensvoll miteinander reden.Schaue auf die Worte und Floskeln, die du jetzt nutzt, wenn du zu beten beginnst. Sind die echt, oder sind sie leer?Sei ganz echt, sei ganz du, meine es ernst. Du wirst sehen, wie schön und erfüllend die Beziehung zu Gott dann werden wird.

Gespräch mit Christus: Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.

Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.

Mein Herr und mein Gott, nimm alles mir, und gib mich ganz zu eigen dir.

(Gebet von Bruder Klaus von der Flüe)

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute in meinem Gebet jede leere Floskel und Formel vermeiden und mit Gott ganz so sprechen, wie ich immer rede, wie mit einem guten Freund.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 5. September 2015

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