Montag, 27. Juli 2015

Gespenster gibt es nicht

Tägliche Meditationen - 4. August 2015

Dienstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Maria Vianney, Pfarrer von Ars
Hl. Rainer von Spalato, Bischof

P. Martin Baranowski LC

Mt 14,22-36
Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret. Als die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Einführendes Gebet: Jesus, auch ich möchte dich als Sohn Gottes erkennen und dir in dieser Gebetszeit alle meine Probleme und Schwächen übergeben. Ziehe auch mich heraus aus den Wassern meiner Ängste und meiner Zweifel, in denen ich wegen meines schwachen Glaubens unterzugehen drohe.

Bitte: Herr, rette mich!

1. Der Gegenwind. Jesus scheint hier die Jünger bewusst in den Sturm hineinzuschicken. Der Gegenwind und die Wellen sind kein Missgeschick, sondern Teil des Plans. Jesus erspart seinen Jüngern nicht die Schwierigkeiten, denn gerade in ihnen sollen sie sich bewähren und seine Nähe erfahren. Doch wie den Aposteln im sturmgeschüttelten Boot geht es auch uns oft so, dass wir inmitten der Probleme Jesus nicht erkennen, sondern uns sogar vor ihm fürchten. Dieses angebliche Gespenst gibt es aber nicht. Jesus ist uns vielmehr gerade dann nahe, wenn wir es am wenigsten erwarten. Wie oft macht auch mir im Alltag etwas Angst, Leid zum Beispiel, was eigentlich Zeichen der Nähe Gottes ist?

2. Der Gang auf dem Wasser. Wie faszinierend ist der Moment, in dem Petrus auf der Reling seines Bootes sitzt und auf das Wort Jesu „Komm“, sich einen Ruck gibt und das Gewicht auf den Fuß verlagert, der doch eigentlich im sturmgepeitschten Wasser versinken sollte. Das ist der entscheidende Schritt des Glaubens: Weg von der eigenen Sicherheit des Bootes hin zur Sicherheit des rufenden Christus. Rein menschlich gesehen ist das völlig unverständlich, weil ja kein Mensch auf dem Wasser laufen kann. Der Weg des christlichen Glaubens ist aber nicht einfach das, was wir aus eigener Kraft mit ein bisschen Anstrengung und gutem Willen vollbringen können, sondern ein Weg, der nur mit der Gnade und der Kraft Gottes begangen werden kann.

3. Soforthilfe. Sobald Petrus mehr auf die Schwierigkeiten achtet, anstatt auf Christus zu schauen, beginnt er zu versinken. So können die Stürme unserer Zeit, die Probleme von Kirche und Welt sowie das eigene und fremde Leiden auch unseren Blick von Christus ablenken und den Glauben erschüttern. Doch kaum wendet sich Petrus wieder hilfesuchend an den Herrn, streckt Jesus sofort seine Hand aus, um ihn zu retten. Er lässt sich nicht lange bitten und macht ihm auch keinerlei Vorwürfe, die ihn erniedrigen würden. Ist das kein guter Grund, auch selbst bei Jesus Hilfe zu suchen?

Gespräch mit Christus: Herr, hilf mir, die Herausforderungen meines Lebens im Licht des Glaubens zu betrachten und durch sie näher zu dir kommen. Lass mich auch deine rettende Hand erfahren und im Glauben wachsen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte mich bemühen, die konkreten Schwierigkeiten des heutigen Tages im Licht des Glaubens zu sehen und zu beurteilen.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 4. August 2015

facebook Google Plus Twitter You Tube

    

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok
feedback