Montag, 13. Juli 2015

Wenn Gott meine Kriterien sprengt

Tägliche Meditationen - 20. Juli 2015

Montag der sechzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Margareta von Antiochia, Märtyrerin
Hl.Bernhard von Hildesheim, Bischof
Hl. Apollinaris

Angelika Knauf

Mt 12,38-42
In jener Zeit sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu Jesus: Meister, wir möchten von dir ein Zeichen sehen. Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

Einführendes Gebet: Jesus, du bist der Heilige Gottes! Wie oft bekenne ich deine Heiligkeit in den täglichen Gebeten, in der Liturgie, aber wie schwer fällt es mir, sie anzuerkennen, wenn du nach deiner Heiligkeit handelst. Ich möchte dich wahrhaft anbeten lernen, gerade dann, wenn du meine eigenen Maßstäbe und Vorstellungen sprengst. Bewahre mich davor, mich aus Furcht oder Stolz der Größe deiner Weisheit zu verschließen.

Bitte: Jesus, weite mein Herz bis hinein in das Maß deiner Liebe und Heiligkeit!

1. Eine Bitte, die heuchlerische Absichten erkennen lässt. Diejenigen, die Jesus hier um ein Zeichen bitten, hatten ihn zuvor im Evangelium zur Rede gestellt, weil die Jünger an einem Sabbat Ähren abrissen und aßen, um ihren Hunger zu stillen. Darauf hatten sie - nach einer Möglichkeit zur Anklage suchend- Jesus nach seiner Rechtfertigung der Heilung eines Mannes mit verdorrter Hand am Sabbat befragt. Immer hatte Jesus geantwortet und sich erklärt, doch sie verstockten zunehmend, beschlossen gar ihn zu töten. Als Jesus einen Besessenen heilte und das Volk in ihm den Messias zu erkennen begann, unterstellten sie ihm gar, im Namen Beelzebuls, des Anführers der Dämonen, zu handeln. Darauf hatte Jesus mit der schrecklichen Aussage geantwortet, dass Lästerungen gegen den Heiligen Geist nicht vergeben werden würden. Nach all dem nennen sie ihn nun heuchlerisch einen „Meister“ und bitten um ein Zeichen. Diese Bitte signalisiert keine Öffnung ihrer Herzen, sie ist die Forderung nach der Unterwerfung Jesu unter ihre eigenen Kriterien, wenn sie ihn als Messias anerkennen sollen.

2. Gott verteidigt seine Heiligkeit. Jesus antwortet mit großer Schärfe in seinen Worten. Böse und treulos nennt er diese Generation und meint damit wohl alle, die damals und durch alle Zeiten ihr Herz willentlich vor der Wahrheit Gottes verschließen und sich damit gegen seine Heiligkeit stellen. Sich gegen Gottes Heiligkeit stellen bedeutet, Gottes Handeln den eigenen Vorstellungen unterwerfen zu wollen, ohne die Bereitschaft mitzubringen, das eigene Herz von ihm wandeln, die eigene Sichtweise von ihm weiten zu lassen. Denn hierzu waren die Männer von Ninive und die Königin des Südens bereit. Die Einwohner von Ninive anerkannten, dass Gott richtig über sie geurteilt hatte und ließen ihr Herz verwandeln, indem sie sich bekehrten. Die Königin von Saba machte sich auf den Weg, um Salomos Weisheit kennen zu lernen und zu ehren, obwohl sie selbst hohes Ansehen genoss. Jesus aber bekennt sich dazu, mehr zu sein als Jona und Salomo. Er fordert die Anerkennung seiner Heiligkeit als Sohn Gottes.

3. Die Heiligkeit der Liebe. Was aber macht das Wesen seiner Heiligkeit aus? Jesus selbst offenbart es mit dem Zeichen, das er den Pharisäern verheißt: Er wird drei Tage und drei Nächte im Inneren der Erde sein. Er deutet sein Leiden und seinen Tod als Sühne für die Sünde der Menschen an. „In der Erde sein“ ist ein Bild dafür, dass er das ganze Schicksal der Verlorenheit des Menschen, der Trennung des Menschen von Gott durch die Sünde auf sich nehmen wird. Und dieses Zeichen wird es sein, das auch den Pharisäern gegeben werden wird. Es wird auch ihnen angeboten werden als Einladung, die sich selbst erlösen wollende Gesetzestreue hinter sich zu lassen, um sich als Bedürftige zu erkennen und der erlösenden Liebe Gottes zu öffnen. So ist unser Gott! Noch in seinen Urteilen ist immer auch das Angebot seiner Liebe enthalten. Seine bedingungslose und uns immer angebotene Liebe ist das Wesen seiner Heiligkeit! Hinter das Vollmaß seiner Liebe wird er niemals zurücktreten, nicht um der Herzensenge der Pharisäer willen, nicht einmal aufgrund der Besorgnis des Petrus um sein Schicksal, den er deshalb in Mt 16.23 einen „Satan“ nennen wird. Mit der Anerkennung der Größe und Heiligkeit Gottes ist immer das Bekenntnis zur Vollkommenheit seiner Liebe verbunden. Und das ist oft die schwerste Übung für unser Herz, wenn wir mit den Entschlüssen Gottes in unserem oder im Leben anderer hadern: unser Herz in die Dimension der Liebe des göttlichen Herzens weiten zu lassen.

Gespräch mit Christus: Jesus, die Enge meines Herzens bereitet mir Schmerz, wenn Du mir mit der Weite deiner Liebe entgegentrittst. Die Helligkeit deiner Liebe blendet meine Augen, die an die Dunkelheit meiner Selbstbezogenheit gewohnt sind. Und doch, Herr, ich sehne mich nach deiner Weite, ich möchte nicht in meiner Dunkelheit verharren. Ich kann mich nicht selbst daraus befreien, aber ich muss es ja auch nicht. Alles, was du brauchst, ist mein Ja zu deiner Liebe und mein Vertrauen, dich auch an mir handeln zu lassen, wenn es weh tut, weil meine Sünde schmerzt. Ich will dir mein Ja sprechen und will im Vertrauen die Schmerzen annehmen, die du mir zuweilen zu meiner Heilung und Heiligung zumuten musst. Halte mich in deiner heilenden Gnade, Jesus! Amen.

Möglicher Vorsatz: Ich will in Situationen, in denen ich Gott nicht verstehe, ihm noch entschlossener mein Herz öffnen und nach ihm rufen!

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 20. Juli 2015

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