Mittwoch, 10. Juni 2015

Die wahre Freiheit erlangen

Tägliche Meditationen - 20. Juni 2015

Samstag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Adalbert von Magdeburg, Bischof
Hl. Margarete Ebner OP

Marita Grötsch

Mt 6,24-34
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Einführendes Gebet: Herr, du hast mich geformt, als ich noch nicht geboren war. Deinen Fingerabdruck trage ich in meiner Seele. Du führst mich auf allen meinen Lebenswegen und sorgst für mich. Ich danke dir, denn du bist immer treu.

Bitte: Herr, hilf mir, mein ganzes Vertrauen in dich zu setzten. Ich möchte ganz frei werden für dich und deine Liebe.

1. Die zwei Herren. Es gibt zwei Herren, Gott und den Mammon. Beide stehen einander unversöhnlich gegenüber. Man liebt den einen und hasst den anderen. Wir können also nicht dem Mammon anhangen und gleichzeitig Christus dienen. Wir versuchen oft, Kompromisse einzugehen, das zu verbinden, was sich nicht verbinden lässt. Dem Mammon dienen heißt, sich versklaven, sich von materiellen oder ideellen Werten abhängig machen, sich von Dingen oder Personen in Besitz nehmen lassen, sodass sie mir den Frieden in Gott rauben. Worauf setze ich meine Hoffnung? Was lenkt mich beim Gebet ab? Wo bin ich oft mit meinen Gedanken? Was macht mich unruhig? Das alles sind Anhänglichkeiten, Geld, die Arbeit, der Sport, mein Perfektionismus, meine Vorstellungen von dem, was ich bin. Anhänglichkeiten fesseln mich, lassen mich nicht los, machen mich unfrei. Wie kann ich mich innerlich lösen von solchen Anhänglichkeiten? Ich muss Gott den Platz in meinem Leben geben, der ihm gehört. Das ist der erste Platz. Meine Beziehung zu Gott muss intensiv sein, eine Liebesbeziehung. Liebe verändert Menschen. So ist es auch mit der Liebe Gottes. Wenn ich mich für sie öffne, werde ich immer freier.

2. Seid ihr nicht viel mehr wert? Unser himmlischer Vater sorgt für die Vögel und für die Blumen mit großer Aufmerksamkeit. Er ernährt sie und kleidet sie prächtig. Wenn er schon so für die Vögel und Blumen sorgt, wie viel mehr dann erst für uns. Er hat uns mit eigener Hand geformt. Er hat uns ins Leben gerufen und wir sind sein Eigentum. Wir sind kein Zufall. „Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe, gebe ich für dich ganze Länder und für dein Leben ganze Völker. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir.“ (Jes 43,4-5) Er hat für uns nicht nur ganze Völker oder Länder gegeben. Er hat seinen einzigen Sohn für uns hingegeben. So teuer und so wertvoll sind wir ihm. „Sollte uns das nicht anspornen, uns ganz für ihn zu entscheiden?“

3. Prioritäten setzen! „Wärest du doch kalt oder heiß!“, ruft Gott in der Apokalypse. Wir gehen so gerne Kompromisse ein. Wir dienen ein wenig Gott und doch auch dem Mammon. Wir sagen, dass wir ganz Gott vertrauen und wollen doch, dass er unseren Willen erfüllt. Wir müssen einsehen: Kompromisse mit der Welt, ob groß oder klein, binden uns an diese Welt. Das ist so wie bei zwei Vögeln, die an einem Faden angebunden sind. Der Faden des einen Vogels ist dick, der des anderen dünn. Trotzdem sind sie in der gleichen Situation, sie bleiben angebunden. Der heilige Ambrosius sagt, dass Gott nicht so sehr darauf schaut, was wir ihm geben, sondern darauf, was wir für uns selbst zurückbehalten. Gott ist ein eifersüchtiger Gott, er will alles von mir, mein ganzes Herz, damit er mich mit allem beschenken kann. Und seine Geschenke sind unendlich viel größer, als das, was ich ihm gebe. Was behalte ich für mich zurück? Was ist mir Stütze, was gibt mir Sicherheit? Gott oder Irdisches?

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du in mir wohnst. Alles, was ich bin und habe, kommt von dir. Ich übergebe dir alles. Nichts will ich zurückbehalten. Gewähre mir die Gnade, dass ich niemals von dir getrennt werde.

Möglicher Vorsatz: Herr, heute will ich in jedem Menschen, dem ich begegne, dich sehen und ihm ein Lächeln schenken.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 20. Juni 2015

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