Mittwoch, 13. Mai 2015

Wo wird mein Platz sein?

Tägliche Meditationen - 27. Mai 2015

Mittwoch der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Augustinus von Canterbury OSB,
Hl. Bruno von Kärnten, Bischof

Sarah Briemle, gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 10,32-45
Während die Jünger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand. Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.

Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du hier bist. Ich weiß, dass du mein Herz kennst und in meiner Schwachheit trete ich vor dich hin. Ich hoffe auf dich, weil ich weiß, dass nur du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist. Ich liebe dich von ganzem Herzen und bitte dich, mir entgegenzukommen, damit ich dich noch mehr lieben lernen kann.

Bitte: Christus, entzünde mein Herz, damit ich mich ganz für dich und dein Reich hingeben kann.

1. Bei Jesus sein wollen. Die Bitte der beiden Jünger deutet auf die Beziehung hin, die sie zu Jesus hatten. Sie hegten den Wunsch, für immer bei ihm zu sein. Sie bitten nicht um Reichtümer. Sie wollen nur einen Platz neben ihm gesichert haben. Sie haben auch verstanden, dass er König ist und wollen Teil seines Königreichs sein. Wenn ich Jesus um etwas bitten würde, würde ich ihn auch darum bitten, für immer bei ihm zu sein? Wer ist Jesus für mich? Und was sind die tiefsten Sehnsüchte in mir, was ist diese eine Sache, um die ich bitten würde?

2. Wer vergibt meinen Platz? Jesu Antwort könnte den Anschein erwecken, dass er anderen unterstellt ist und in seinem eigenen Königreich nichts zu sagen hat. – Jesus, wenn du mir diesen Platz nicht geben kannst, wer dann? Und den Kelch trinken, werde ich das können? Fangen wir beim Kelch an: Wenn Jesus vom Kelch spricht, deutet er auf eine Leidenserfahrung hin, auf seine eigene Passion. Tatsache ist, dass es kein menschliches Leben ohne Leid gibt. Den Kelch des Leids werden wir alle trinken. Und nun zu unserem Platz: Haben wir als Christen nicht die Taufe empfangen? – Und warum ist dann unser Platz an Christi Seite nicht sicher? – Jesus möchte uns vielleicht sagen, dass unser Platz im Himmel nicht mehr zugeordnet werden muss. Vielmehr ist er schon bereitet. Nur hängt es von mir ab, ob ich ihn annehmen will. Es liegt in meiner Hand, das Geschenk anzunehmen, nicht in seiner. Den Kelch trinken werden wir. Aber die Liebe, mit der wir ihn trinken, ist das Entscheidende. Die Taufe haben wir empfangen. Aber die Annahme und Entfaltung dieser Gnade in meinem Leben ist das Entscheidende.

3. Der Weg. Jesus verlässt seine Jünger nicht, ohne ihnen Weisungen mit auf den Weg zu geben. Wollen wir in Ewigkeit bei Christus sein? – Er zeigt uns den Weg: Diener der anderen zu sein und sein Leben hinzugeben. Seinem Beispiel folgen, das ist das Geheimnis. Das Reich Christi ist kein politisches Königreich. Es kann nur im Herzen jedes Menschen erbaut werden. Wenn wir hier auf Erden Christus zum König unseres Herzens krönen, wenn wir hier lernen, unser Leben hinzugeben und das Reich der Liebe zu errichten, dann werden wir auch im Himmel Teil seines Reiches sein.

Gespräch mit Christus: Christus, du weißt, dass ich mich danach sehne, für immer bei dir zu sein. Hilf mir zu erkennen, dass nur die wahre Liebe mein Herz für den Himmel tauglich machen kann. Hilf mir zu erkennen, wo ich in meinem Leben mehr lieben kann.

Mäglicher Vorsatz: Christus, ich möchte heute bewusst eine Entscheidung für dich und dein Reich treffen, also für die Liebe.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 27. Mai 2015

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