Dienstag, 18. November 2014

Schafe und Böcke

Tägliche Meditationen - 23. November 2014

Vierunddreißigster Sonntag im Jahreskreis
Christkönigssonntag

P. Edward McIlmail LC

Mt 25,31-46
Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, danke für diese Gelegenheit, Zeit mit dir im Gebet zu verbringen. Du bist der Friedensfürst und der Herr der Barmherzigkeit. Ich vertraue auf deine Güte und Liebe. Ich liebe dich und sehne mich ernsthaft danach dich jeden Tag mehr zu lieben.

Bitte: Herr, hilf mir meinem Glauben an dich durch gute Taten für andere Nachdruck zu verleihen.

1.  Tag des Gerichts. Unser ganzes Leben ist auf gewisse Weise eine Vorbereitung auf das Gericht, vor dem wir am Ende des Lebens stehen. Dann stehen wir vor unserem Herrn und legen Rechenschaft ab für alles, was wir getan haben oder versäumt haben. Keine Entschuldigungen werden akzeptiert werden, es wird keine „zweite Chance“ mehr geben. Jesu Barmherzigkeit bedeutet nicht, dass er die Gerechtigkeit ignoriert. „Barmherzigkeit unterscheidet sich von Gerechtigkeit, aber sie stehen nicht im Gegensatz zueinander“ schrieb Papst Johannes Paul II. 1980 in seiner Enzyklika Dives in Misericordia (Reich an Barmherzigkeit). Wäre ich bereit, dem Herrn heute gegenüber zu stehen? Wenn nicht, warum nicht? Welche Facette meines Lebens muss ich so schnell wie möglich ändern?

2. Die Schafe. Die Schafe, die gerettet werden sollen, sind die Menschen, die anderen halfen, Barmherzigkeit zeigten, die Menschen in Not nicht die kalte Schulter zeigten. Unser Herr lobt sie nicht aufgrund ihrer vielen Gebete, sondern eher für ihre guten Taten. Natürlich ist das Gebet wichtig. Aber es ist nicht genug. Christus möchte, dass sich unsere Liebe zu ihm in der Liebe zu anderen widerspiegelt. Seltsamerweise werden viele der Geretteten nicht bemerkt haben, dass es eigentlich Christus war, dem sie geholfen haben. Sehe ich Christus in denen, die Hilfe brauchen? Sehe ich Christus in meinen Familienmitgliedern? Meinen Mitarbeitern? In dem fordernden Chef? In dem unbeliebten Klassenkameraden? In dem stinkenden Bettler?

3. Die Böcke. Es macht Angst, darüber nachzudenken, dass die Verlorenen nicht notwendigerweise „böse Menschen“ waren. In diesem Evangelium tadelt der Herr sie nicht dafür, dass sie Böses getan haben. Er klagt sie nicht dafür an, dass sie Kriege begonnen, mit Drogen gehandelt haben oder Terroranschläge verübt haben. Er tadelt sie vielmehr für die Unterlassungssünde, für Dinge, die sie nicht getan haben. „ Du hast mir nicht zu essen gegeben... Du hast mir keine Kleidung gegeben.“ Wir halten uns vielleicht für gute Christen, weil wir nicht bei unserer Steuererklärung betrügen oder pornographische Filme angucken oder die Sonntagsmesse verpassen. Aber Taten der Nächstenliebe sind der eigentliche Schlüssel. Wir sollten diese Dinge tun, ohne die anderen zu vernachlässigen.

Gespräch mit Christus: Herr, ich möchte am Tag des Jüngsten Gerichts nicht unter den Böcken sein. Deshalb möchte ich meinen Glauben ernst nehmen. Ich möchte ein großzügiges Herz haben. Aber begrenze ich meine Großzügigkeit? Warum kann ich dich in meinem Nächsten nicht sehen? Du hast mich bedingungslos geliebt. Hilf mir auf deine Liebe zu antworten, indem ich andere bedingungslos liebe.

Vorsatz:  Ich werde heute Vormittag eine kleine Tat der Nächstenliebe für jemanden tun, der mir nahesteht.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 23. November 2014

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