Mittwoch, 8. Oktober 2014

Das Hochzeitsmahl ist bereitet!

Tägliche Meditationen - 12. Oktober 2014

Achtundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Daniel Ray LC

Mt 22,1-14
Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du jetzt gegenwärtig bist, wenn ich mich im Gebet an dich wende. Mit Zuversicht vertraue ich darauf, dass du mir heute jede Gnade, die ich brauche, zuteilwerden lässt. Ich danke dir für deine Liebe und für deine unermessliche Großzügigkeit mir gegenüber, die ich dir in meinem Leben und meinem Lieben erwidern möchte.

Bitte: Vater, du hast deinen Sohn gesandt, um uns in dein himmlisches Reich aufzunehmen, wo du eine unendliche Fülle deiner Liebe und Freude mit uns teilen willst. Schenke mir die Gnade, die ich brauche, um dir auf dieses wunderbare Angebot deiner Großzügigkeit zu antworten.

1.  Ein Hochzeitsmahl, das alle Vorstellungen übersteigt. In Palästina reichten zur Zeit Christi nur wenige andere Feste an ein Hochzeitsbankett heran, ganz zu schweigen von einem königlichen Hochzeitsbankett. Eine Hochzeit bedeutete eine fröhliche Zeit, den wichtigsten Augenblick im Leben der Frischvermählten. Eine königliche Hochzeit war und ist in manchen Ländern bis heute der wichtigste Augenblick im Leben des ganzen Königreichs. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton in England 2011, die durch Fernsehen nahezu auf dem ganzen Globus verfolgt wurde. Mit diesem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl vermittelt uns Christus eine Vorahnung vom Himmel, den er für uns vorbereitet. Er sagt jedem von uns: „Nichts ist größer als das, was ich mit euch in Ewigkeit feiern will!“ Wenn unsere Vorstellungen vom Himmel etwas enthalten, das nicht anziehend oder lohnend zu sein scheint, dann haben wir den Himmel noch nicht verstanden. Wir sollten Christus bitten, uns einen Blick auf die Freude zu gewähren, die wir mit ihm im Himmel nach seinem Willen haben werden.

2. Würdig ist, wer würdig handelt. Der König verschickte Einladungen an viele Leute, aber deren Antwort fiel nicht so aus, wie er es sich erhofft hatte. Sie wiesen seine Großzügigkeit zurück, indem sie ihr eigenes, nicht gerade strahlendes Leben (einer ging auf seinen Acker, ein anderer ging, um im Laden zu bedienen) der Teilnahme an der königlichen Freude vorzogen. Natürlich verdiente es keiner, eingeladen zu werden: keiner war durch eigenen Verdienst würdig genug, eingeladen zu werden. Der König lud sie aus Großzügigkeit ein. Was sie wirklich unwürdig machte, war die Ablehnung seiner großzügigen Einladung. Ihre „Würdigkeit“ war ein freiwilliges Geschenk, das erst verloren war, als sie das Geschenk abwiesen. Hätten sie die Einladung angenommen, wären sie in der Gunst des Königs geblieben und hätten an der Freude des Banketts teilgenommen – an einer Freude, die sie anderswo niemals mehr finden würden. Christus zeigt uns, dass unsere Würdigkeit für sein ewiges Gastmahl nicht das Ergebnis unserer eigenen Bemühungen ist; sie ist ein Geschenk, das es anzunehmen gilt. Wir könnten uns fragen: „Bin ich des Himmels würdig?“ Wenn wir ehrlich sind, erkennen wir, dass die Antwort „Nein“ ist. Aber in den Augen Christi ist das nicht die wesentliche Frage. Die tatsächliche Frage ist: „Antworte ich auf die Geschenke, die er mir schon gemacht hat, und nehme ich sie an?“

3. Für den Anlass zu schlecht gekleidet. Es ist peinlich für beide, den Gastgeber und den Gast, wenn ein Gast zu einem vornehmen Essen in Shorts und T-Shirt kommt – in der Annahme, er sei zu einem Schweinebraten im Freien eingeladen oder weil er es nicht besser wusste. Es ist etwas ganz anderes, wenn sich der Gast absichtlich nicht gut anzieht, weil ihn das nicht kümmert oder weil er überheblich ist. Dann ist der Gastgeber gekränkt und nicht nur peinlich berührt. In diesem Gleichnis ist der König gekränkt, denn der Gast wusste, dass er ein Hochzeitsgewand tragen sollte, er sich aber trotzdem dagegen entschied. Das Leben in der heiligmachenden Gnade Gottes und in seiner Freundschaft ist das Hochzeitsgewand, das wir tragen müssen, um beim ewigen Hochzeitsmahl empfangen zu werden. Christus warnt uns vor Stolz und der Anmaßung, ohne das Hochzeitskleid am Himmeltor ankommen zu wollen, von dem wir wissen, dass wir es brauchen, um an der Freude Christi teilzuhaben. Wenn wir uns täglich bemühen, unserem Herrn zu gefallen und in seiner Gnade zu leben, werden wir unser Hochzeitsgewand für das Hochzeitsmahl bereit haben. Wir werden für diesen Anlass passend gekleidet sein.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, das Geschenk des Himmels, das du für mich erworben hast, übersteigt in jeder Hinsicht mein Verdienst, aber es zeigt mir, wie einzigartig deine Großzügigkeit ist. Wenn ich auf dich schaue, wie du am Kreuz hängst, dann erkenne ich auch, wie einzigartig deine Großzügigkeit ist: du warst bereit, das für mich zu tun, damit ich dieses Geschenk des Himmels erhalten kann – ein Geschenk, das ich nicht einmal verdiene. Was kann ich anderes tun, als dir zu danken? Was kann ich anderes tun, als mich täglich darum zu bemühen, dir zu antworten und in Demut alle Gnaden froh anzunehmen, die du mir gewähren willst, auch wenn es mir sehr schwer fällt? Ich danke dir für deine Liebe.

Vorsatz:  Um die Liebe Gottes heute zu erwidern, will ich gern jede Schwierigkeit und Entbehrung, die auf mich zukommen, annehmen.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 12. Oktober 2014

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