Dienstag, 2. September 2014

Den Baum an seinen Früchten erkennen

Tägliche Meditationen - 13. September 2014

Samstag der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Crysostomus, Kirchenlehrer

P. Daniel Polzer LC

Lk 6,43-49
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte hervorbringt. Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr!, und tut nicht, was ich sage?

Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt. Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. Als nun ein Hochwasser kam und die Flutwelle gegen das Haus prallte, konnte sie es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war. Wer aber hört und nicht danach handelt, ist wie ein Mann, der sein Haus ohne Fundament auf die Erde baute. Die Flutwelle prallte dagegen, das Haus stürzte sofort in sich zusammen und wurde völlig zerstört.

Einführendes Gebet:  Herr, ich bin nun wieder bei dir im Gebet. Ich werde deine Worte betrachten. Ich will keiner von jenen sein, die immer nur „Herr! Herr!“ rufen, aber niemals deinen Worten folgen. Nur zu gut weißt du, wie schwach ich bin, wie oft ich mich auf meine eigene Stärke verlassen habe und dich nicht beachtet habe. In Demut komme ich heute zu dir, um dich um dein Licht und deine Gnade zu bitten.

Bitte: Herr, hilf mir, meine Leben auf ein festes Fundament zu bauen.

1.  Gute Früchte von einem guten Baum.  Woran erkennen wir, was tief drinnen in unseren Seelen ist? Wir erkennen es an den Früchten, die wir hervorbringen. Wir wissen, wenn unser Leben voll dieser guten Früchte ist, wie Nächstenliebe, Glaube, Geduld und Ehrlichkeit, dann können wir davon ausgehen, dass unsere Seele gesund und stark ist. Wenn unser Leben hingegen geprägt ist von Ärger, Neid, Lust, Eigensinn und Faulheit, dann kann es sein, dass unsere Seele schwach und krank ist. Wenn wir uns ändern wollen, dann genügt es nicht, bloß Äußerlichkeiten zu verbessern: ein freundliches Gesicht zu machen oder die Fassade eines netten Menschen aufzuziehen. Früher oder später wird die Maske fallen, denn sie verdeckt nur, was im Inneren an Schlechtem ist. Wir müssen uns von innen heraus ändern, tief hinunter an die Wurzeln unserer Fehler gehen, unsere Seele im Sakrament der Versöhnung heilen und auf dem Fundament der Tugend unser Leben aufbauen.

2. Trügerische Sicherheit. Solange die Sonne scheint und alles ruhig ist, dann erscheint ein Haus, das auf einem schwachen Fundament steht, stabil und fest. Wir sind sicher, dass es den Kräften von Regen, Wind und Fluten widerstehen kann. Wir wiegen uns in unserem Leben manchmal in trügerischer Sicherheit, wenn alles gut läuft. Solange es keine großen Versuchungen gibt und die Wechselfälle und Schwierigkeiten des Lebens klein sind und leicht überwunden werden können, solange können wir uns selbst einreden, dass wir auf festem Untergrund stehen. Wir meinen vielleicht, dass unser geistliches Leben stark ist und dass wir nicht mehr sündigen werden. Wir müssen vorsichtig und so objektiv wie möglich sein, denn diese Meinung könnte sich als falsche Sicherheit herausstellen.

3. Der Test. Unser Fundament wird erst wirklich auf die Probe gestellt, wenn der Regen anfängt, der Wind zu brausen beginnt und die Fluten steigen. Der Test für unser geistliches Leben beginnt mit Versuchungen, Schwierigkeiten, Enttäuschungen und Schicksalsschlägen. Wenn wir unser geistliches Leben auf eine feste Basis der Tugenden, der Selbstverleugnung und der Verbindung mit Gott stellen, dann ist es gleich, wie sehr auch die Fluten heranbranden: wir werden fest stehen. Wir dürfen nicht vergessen, dass in dem Moment, in dem die Fluten kommen, keine Gelegenheit mehr ist, das Fundament zu befestigen. Dafür ist es dann zu spät. An einem starken Fundament muss man bauen, wenn die Sonne scheint. Wir müssen den Worten Christi jetzt in diesem Moment folgen, solange noch Zeit ist.

Gespräch mit Christus: Herr, lass nicht zu, dass ich mich in trügerischer Sicherheit wiege, nur weil mein Leben im Moment ohne Schwierigkeiten ist. Ich möchte bereit sein für den Test, bereit für die Fluten. Hilf mir, dass ich noch heute an der Befestigung der Fundamente meines geistlichen Lebens arbeite. Hilf mir, in den Tugenden zu wachsen.

Vorsatz:  Ich werde mich heute auf eine Tugend besonders konzentrieren, von der ich weiß, dass ich sie besonders üben muss.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 13. September 2014

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