Montag, 25. März 2024

Niemals sollst du mir die Füße waschen!

Geistlicher und missionarischer Impuls zum Gründonnerstag (28. März 2024) von P. László Erffa LC

Wikimedia Commons - Die Fußwaschung Christi nach dem letzten Abendmahl. Sizilien, Anfang 18. Jh.Wikimedia Commons - Die Fußwaschung Christi nach dem letzten Abendmahl. Sizilien, Anfang 18. Jh.Am Gründonnerstag ist viel los: Wir gedenken des letzten Abendmahles mit der Einsetzung der Sakramente der Eucharistie und der Priesterweihe. Wir hören Jesu neues Gebot, einander zu lieben, und staunen, wie er sich als Weg zum Vater offenbart. Wir begleiten ihn auf seinem Weg zum Ölberg und wachen mit ihm, während er Todesangst leidet. Es ist so viel los, dass man wirklich lange bräuchte, um das alles zu entpacken. 

P. László Erffa LCP. László Erffa LCDer Weg der Jünger und auch unserer Weg der Nachfolge mündet in diesen Moment. Jesus hat uns lange darauf vorbereitet, und nun das: „er erwies ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.“ Aber keiner hätte erwarten können, was jetzt tatsächlich passiert. Jesus macht etwas absolut Alltägliches und doch hochgradig Unerwartetes: Er will seinen Jüngern die Füße waschen. Und nicht nur ihnen, sondern auch jedem von uns. Ein Sklavendienst, ein Skandal. 

Heutzutage ist es generell einfach, Mitarbeiter für einen Gottesdienst zu finden: Messdiener, Lektoren, Organist... Aber wenn in einer Gemeinde die Fußwaschung in der Gründonnerstagsliturgie stattfinden soll, fehlen immer die Freiwilligen. Ausreden gibt es genug: Ich habe einen eingewachsenen Zehennagel; ich habe keine sauberen Socken; ich will nicht, das der Pfarrer meine Füße berührt; ich will nicht im Vordergrund stehen; ich habe Angst vor einer Erkältung... Merken wir, wie sich hier die Geschichte wiederholt? „Niemals sollst du mir die Füße waschen!“ Wie immer bringt Petrus unsere innersten Gedanken zum Ausdruck. 

Jesus will mir die Füße waschen. Kann ich das zulassen? Warum ist mir das unangenehm? Dieser Frage dürfen wir uns stellen; diesem unangenehmen Gefühl uns aussetzen. Wenn Jesus über Liebe redet und sich für uns hingibt, kann das etwas abstrakt sein. Schöne Gedanken, aber eben auch das, was wir von ihm zu erwarten gelernt haben. Aber wenn er vor uns kniet und wir uns wegen unserer dreckigen Füße schämen müssen? Dann wird seine Liebe zu uns plötzlich unangenehm konkret. Er liebt nicht mein Ideal-ich. Er liebt mich gerade in diesem Moment, wo ich meine Flecken und Falten, meine Zweifel und Fehler nicht vor ihm verstecke, sondern ihm hinhalte. Er will mir seine Liebe bis zur Vollendung zeigen in dem, was ich für nicht liebenswert halte an mir. 

„Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.“ Eucharistie, Priestertum, Liebesgebot, Ölbergleiden, alles das macht nur Sinn, wenn ich es nicht als irgendwie abstrakt gegeben annehme, sondern als Liebesbeweise von Jesus für mich persönlich erfahren darf. 

Gottes Segen,
Euer P. László

 

Additional Info

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    Geistlicher und missionarischer Impuls zum Gründonnerstag (28. März 2024) von P. László Erffa LC

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