Montag, 15. August 2016

Der Weltjugendtag stärkt den eigenen Glauben

Reisetagebuch aus Krakau von P. Martin Baranowski LC - Reise zum WJT des Regnum Christi

Montag, 25. Juli: Start in Kalety

70 Jungs aus Deutschland und Österreich reisten über Nacht auf Sonntag ins polnische Kalety, gute 100 km Nordwestlich von Krakau, um dort in einem Jugendheim im Wald an einem See ihr Quartier zum Weltjugendtag zu beziehen. Die Aufnahme war sehr herzlich und freundlich. Gleich nach der Sonntagsmesse lud Pfarrer Antoni von Kalety die Gruppe spontan für Montagabend zum Grillen zu sich in den Pfarrgarten ein. Neben der Begegnung mit Pfarrangehörigen und bewegenden Glaubenszeugnissen gab es auch gemeinsame Musik und ein großes Lagerfeuer. Zuvor hatte die Gruppe die nahe gelegenen Silberbergwerke besucht und freuten sich darauf, in diesen Tagen auch den Schatz des Glaubens tiefer zu entdecken.

Vor dem Kloster Jasna Gora in TschenstochauVor dem Kloster Jasna Gora in TschenstochauDienstag, 26. Juli: Zu Gast im geistlichen Zentrum Polens

Am Dienstag besuchten die 75 Jungs den polnischen Marienwallfahrtsort Tschenstochau. Schon beim Ausstieg aus dem Bus herrschte ausgelassene Weltjugendtagsstimmung – Gruppen aus Spanien, Italien, Frankreich, den USA und Kolumbien zogen gemeinsam singend in das Heiligtum ein, um die Gottesmutter zu grüßen. Aus den verschiedenen Kapellen waren Gebete und freudige Gesänge in den verschiedensten Sprachen zu hören. Bei der Messe in der Rosenkranzkapelle erläuterte P. Joachim, wie Maria zu Christus führt. „Das war richtig cool“ fasst der 13-jährige Paul seinen Eindruck von dem Besuch zusammen.

Das ehemalige Konzentrationslager Ausschwitz...Das ehemalige Konzentrationslager Ausschwitz...

...ist heute eine Gedenkstätte...ist heute eine GedenkstätteMittwoch, 27. Juli: Besuch der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Ausschwitz

Am Mittwoch besuchten wir die ehemaligen Konzentrationslager  Ausschwitz und Auschwitz Birkenau. Ein eigens für die Weltjugendtagsbesucher eingerichteten Rundweg bot den jungen Gästen einen Einblick in die menschenverachtende Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten. Besonders beeindruckte auch das Zeugnis vom heiligen Pater Maximilian Maria Kolbe, der freiwillig sein Leben für einen jungen Familienvater gab und auf diese Weise in den Ort von Hass und Entwürdigung einen Schimmer von Barmherzigkeit und christlicher Liebe brachte. Beim anschließenden Gottesdienst im nahe gelegenen „Zentrum für Dialog und Gebet“ fanden die Teilnehmer auch die Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und die vielen Eindrücke zu verarbeiten. „Es ist schon erschreckend, zu was der Mensch fähig ist. – Wir müssen aufpassen, dass wir heute nicht dieselben Fehler machen!“ resümiert Michael aus Österreich. Dieser Besuch mit der Erfahrung der menschlichen Bosheit und Hass sowie auch von Hingabe und Liebe war eine wichtige Etappe auf dem Weg zum Weltjugendtag nach Krakau, der unter dem Motto steht: „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5).

Die Jugend und der Papst: Das passt einfach! Die Jugend und der Papst: Das passt einfach! Donnerstag, 28. Juli: Endlich ist der Papst da!

„Einfach nur cool.“ Oder „So etwas Beeindruckendes habe ich noch nie erlebt!“ waren einige der Kommentare als die ECYD Gruppe nach der Willkommensfeier mit Papst Franziskus das Błonia Feld wieder Richtung Bus verließ – eine fröhliche, friedliche und feierliche Stimmung, Begegnung mit Gruppen von Jugendlichen aus aller Welt und etwas von der Freude eines gemeinsamen Glaubens und einer gemeinsamen Hoffnung. Papst Franziskus hatte zuvor den Grund des Festes verkündet: „Jesus Christus ist mitten unter uns!“ Am Vormittag hatten die Jungs gemeinsam mit der Gruppe der Mädchen das Heiligtum der göttlichen Barmherzigkeit besucht und dort die heilige Messe gefeiert. Ein kleines Wunder an diesem Tag: trotz der langen Wege und unzähliger Menschen ging niemand verloren.

Weltjugendtag begeistertWeltjugendtag begeistertSonntag, 31. Juli: Aussendungsmesse auf dem Campus Misericordiae

Papst Franziskus ruft uns zu: „Der Weltjugendtag, könnten wir sagen, beginnt heute und geht morgen zu Hause weiter, denn dort will Jesus dir von nun an begegnen. Der Herr will nicht nur in dieser schönen Stadt oder in den lieben Erinnerungen bleiben, sondern er möchte zu dir nach Hause kommen, in deinem Alltagsleben wohnen: im Studium und in den ersten Arbeitsjahren, in den Situationen von Freundschaft und liebevoller Zuneigung, in den Plänen und den Träumen.“

Und wir fragen uns: „Nehmen wir Jesus tatsächlich mit nach Hause? Was bleibt von dieser einen Woche Weltkirchen-Erfahrung in Polen?“

 

Was nehmen wir aus Krakau mit nach Hause?

Nach einer bewegenden Weltjugendtagswoche trat am vergangenen Montag die Jungengruppen aus Deutschland und Österreich den Heimweg an. Das dichte und vielfältige Programm der Tage umfasste Sport, Gemeinschaft, die Besichtigung eines Silberbergwerks, eine Wallfahrt zum Gnadenbild nach Tschenstochau und den Besuch der Gedenkstätte in Auschwitz. Höhepunkt war dann die Teilnahme an den Highlights des Weltjugendtags in Krakau – die Begrüßungsfeier mit Papst Franziskus im Błonia Park, die Messe im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit, die Teilnahme an der Vigilfeier sowie der Aussendungsmesse. Beim Austausch am Abschlusstag wird deutlich, welche Frucht in den Herzen bleibt: „Mich haben besonders die Jugendlichen beeindruckt, die ihren Glauben leben und feiern“ resümiert einer der Teilnehmer. Angesichts der Erfahrung, oft der Einzige der Klasse zu sein, der sonntags zur Messe geht, war diese Erfahrung für ein Großteil der Gruppe eine Ermutigung und Stärkung. „Mein schönster Moment war am Abend bei der Vigil, als alle andächtig und ruhig bei der Anbetung waren und dann den Segen empfingen,“ meint ein anderer und drückt damit ebenfalls das Empfinden vieler aus. „Ich hatte Gott schon lange gebeten, mir mal eine starke Glaubenserfahrung zu schenken. Bei der Wandlung während der Messe im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit da hat es mich so richtig erwischt.“ „War echt bestärkend im Glauben“. „Ich bin so erfüllt und dankbar.“ „Ich habe so viele neue Leute kennengelernt, und wir sind in so kurzer Zeit gute Freunde geworden.“ „Mein Ziel ist jetzt, mich nicht mehr von Christus zu entfernen und die Freundschaft mit ihm wachsen zu lassen.“ „Vor der Fahrt wollte ich eigentlich nicht gehen – und jetzt bin ich wirklich froh, dass ich dabei war.“ Einer der begleitenden Väter erklärt: „Ich habe mir extra eine Woche Urlaub genommen, um diese Fahrt zu begleiten. Wenn ich jetzt höre, was das den Jungen gebracht hat, dann hat es sich auf jeden Fall gelohnt.“ So scheint sich das zu erfüllen, was sich Papst Franziskus bei der Begrüßungsfeier gewünscht hatte: „Sende uns aus, um deine barmherzige Liebe mit anderen zu teilen. An diesem Weltjugendtag wollen wir dich aufnehmen. Wir wollen bekräftigen, dass das Leben erfüllt ist, wenn man es von der Barmherzigkeit aus lebt, und dass dies das Bessere ist, das Liebreichere, das, was uns niemals genommen werden soll.“

Additional Info

  • Untertitel:

    Reisetagebuch aus Krakau von P. Martin Baranowski LC - Reise zum WJT des Regnum Christi

  • Kategorie News : Aktuelles zum Thema Kinder und Jugend
  • Datum: Ja
  • Druck / PDF: Ja
  • Region: Deutschland
facebook Google Plus Twitter You Tube

    

feedback