Montag,
14. September 2026
Ein Besuch bei Maria
14. September 2026
Montag der vierundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Kreuzerhöhung
Fest
P. Thomas Fox LC
Joh 3,13-17
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodémus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Einführendes Gebet: Herr Jesus, unser Leben ist ein Aufstieg zu Dir. Lass mich in Deinem Kreuz und in meinem Kreuz ein unfehlbares Werkzeug entdecken, das mir als Leiter zum Himmel dient und mir die Sprossen reicht, die ich erklimmen muss, um zu Dir zu gelangen und mit Dir vereint zu sein.
Bitte: Lass mich erkennen und spüren, dass sich das "so sehr geliebt" auf mich bezieht.
1. Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Als ich vor langer Zeit zu Maria nach Medjugorje pilgerte, kam ich dort am Abend des 12. September 1988 an. Am Tag darauf war das Fest der Kreuzerhöhung (die Kirche feiert dort diesen Festtag einen Tag früher). Zum Fest waren damals zehntausende Pilger vor Ort. Neben mir ging eine ältere Frau mit Krücke den Kreuzberg hinauf. Eine Zeitlang half ich ihr, doch schließlich bedeutete sie mir, dass sie es selbst und allein schaffen wolle und könne. Ich schaute ihr zu, wie sie sich zielbewusst weiter den Berg hinaufbewegte und ließ sie gehen. Und ich musste feststellen: Sie will wirklich diesen Berg hinauf und weil sie es will, kann sie es auch. Es kam mir vor, als zöge uns alle eine Kraft nach oben.
2. In der Wüste erhöht. Oben auf dem Kreuzberg wurde für uns die heilige Messe gefeiert. Es wurde warm und wir waren der Sonne ausgesetzt. Nach der Messfeier zog ich meine Verpflegung hervor, die ich nach oben mitgenommen hatte, und aß ein paar Würstchen. Noch während ich aß, fiel mir auf, wie sehr ich dabei Durst bekam und dass ich mir viel zu wenig zu Trinken mitgenommen hatte. Den Rest des Tages verbrachte ich dann mit diesem Durst, denn der Abstieg dauerte eine Weile und am Fuß des Berges angekommen gab es weit und breit nichts, wo man seinen Durst hätte stillen können. Damals begann die Welt sich schon aus der Rüstungsspirale herauszubewegen, doch Gedanken wie die des "Vernichtungsschlags", der "Abschreckung" durch amerikanische Cruise-Missiles, des "Waldsterbens" und der Folgen von Tschernobyl beherrschten noch die Medienwelt. Wahrhaft eine geistige Wüste, in die hinein Gottes Gnade durch Maria wirkte.
3. Vom Himmel herabgestiegen. Am Fuß des Kreuzbergs begegnete ich einem Mann aus Ulm, der mir riet, ein paar Weintrauben zu pflücken, um meinen Durst damit zu stillen - was ich sofort tat. Danach musste ich von der Kirche aus, wo ich mein Fahrzeug geparkt hatte, den Weg zu meiner Unterkunft finden (am Abend zuvor wurde ich mit dem Taxi dorthin gefahren). So begann das Rätseln, denn der Ort war damals noch sehr "versprengt", große Zwischenräume unter den Häusern und die Landschaft ähnlich. Nach einiger Zeit musste ich feststellen, dass ich keine Ahnung mehr hatte, welche Straßen ich noch ausprobieren könnte. Nachdem die letzte Option auch verkehrt gewesen war, hielt ich an und fragte mich, was tun. Ich betete ein Vaterunser und während des Gebets kam mir noch eine Möglichkeit, die ich ausprobieren konnte. Und tatsächlich: Mit einem Mal stand ich vor dem Haus der Familie, wo ich zu Gast war. Angekommen. Ob es für Jesus auch jedes Mal so schwierig ist, den rechten Zugang zu einem Menschenherzen zu finden?
Gespräch mit Christus: Herr, Dein Wahrheit über das "so sehr geliebt" ist so voller Tröstung und Schönheit, dass ich mich in sie hineinfallen lassen möchte. Bitte umarme mich und umfasse mich damit ganz und gar.
Vorsatz: Heute werde ich mit Gottes Hoffnung auf mich und auf die ganze Menschheit schauen.