Tägliche Meditationen
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Sonntag,
2. August 2026

Vom Leid zum Mitleid

2. August 2026

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Eusebius, Bischof
Hl. Petrus Julianus Eymard, Ordenspriester

P. Stefan Kavecky LC

Mt 14,13-21
In jener Zeit, als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war, zog er sich allein von dort mit dem Boot in eine einsame Gegend zurück. Aber die Volksscharen hörten davon und folgten ihm zu Fuß aus den Städten nach. Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen und heilte ihre Kranken. Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät geworden. Schick die Leute weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen! Jesus aber antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier. Er antwortete: Bringt sie mir her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten und alle aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig gebliebenen Brotstücke ein, zwölf Körbe voll. Es waren etwa fünftausend Männer, die gegessen hatten, dazu noch Frauen und Kinder.

Einführendes Gebet: Jesus, wir falten unsere Hände, um bei dir zu sein. Möge dein Heiliger Geist uns helfen, bei dir zu sein. Möge er in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe stärken. Möge er uns erneuern. Komm, Heiliger Geist.

Bitte: Herr, ich bitte Dich, gibt mir ein aufmerksames und hilfsbereites Herz. Bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Jesus ist traurig. Jesus hat erfahren, dass Johannes, einer der ihm lieben Menschen, enthauptet worden ist. Er ist ungerecht und unnötig ums Leben gekommen. Das macht Jesus traurig. Jesus hat einen lieben Menschen verloren, und sicherlich haben ihm auch die Umstände, die dazu beigetragen haben, einfach Leid bereitet. Jesus sucht die Einsamkeit. Er braucht sie, um dieses Leid aufzuarbeiten. Er will trauern, will alleine sein, um sich die Freiheit zu gönnen, zu weinen und auf sein eigenes Herz zu hören. Denn die Einsamkeit gibt uns die Freiheit, wahrzunehmen, was uns das Herz sagt.

2. Vom Leid zum Mitleid. Als er in der einsamen Gegend eintrifft, findet er dort allerdings bereits viele Menschen vor – Menschen, die auch ihr Leid hatten. Es gab Kranke unter ihnen, es gab Ungelehrte, es gab Schwache. Und Jesus, da er selbst leidet, ist aufmerksam und empfänglich für das Leid der anderen. Er ist bereit und fähig, dieses Leid aufmerksam wahrzunehmen. Und er ist bereit, diesem Leid Abhilfe zu schaffen. Er entscheidet sich, den Blick von seinem eigenen Leid zu erheben. Aus seinem Leid wird Mitleid. Er wird sich bewusst, dass er nicht alleine leidet, sondern dass auch andere leiden. Sein Leid wird mit dem Leid der anderen verbunden. Und dazu braucht es eine gewisse menschliche Größe, damit wir fähig sind, in dem Moment, in dem wir selbst leiden, uns bewusst zu werden, dass auch die anderen um uns herum leiden. Unserer Mit-Leid befähigt uns, den anderen zu helfen.

3. Sie brauchen nicht weggehen. Die Jünger Jesu waren auch aufmerksam und haben gesehen, dass es bald Abend wird und in dieser einsamen Gegend keine Möglichkeit zur Sättigung besteht. Und sie waren empathisch mit den Menschen und wollten sicherstellen, dass sie eine Unterkunft bekommen und dass sie auch eine leibliche Stärkung haben werden. Indem sie aber die Leute wegschicken wollten, ist es, als ob sie dem Mitleid Christi eine Grenze setzen würden, als ob sein Mitleid nur im geistlichen Raum kräftig und mächtig wäre. Jesus sagt ihnen, sie müssen nicht weggehen, und er lädt die Jünger ein, ihnen zu essen zu geben, was für sie eine völlige Überforderung war. Aber da, wo Jesus ist, gibt es keine Not, die nicht gestillt werden könnte. Manchmal wirkt Jesus direkt und manchmal durch die Mitarbeit der Menschen. Jesus nimmt die fünf Brote und zwei Fische, vermehrt sie, und es wurde für alle genug: Wir sollen keine Angst davor haben, weder unseren kleinen Teil zur Verfügung zu stellen noch den kleinen Teil der anderen zu empfangen. Am Ende ist es Jesus, der jede Not und jedes Bedürfnis stillt.

Gespräch mit Christus: Jesus, dir ist unsere menschliche Traurigkeit nicht fremd. Du weißt, wie es sich anfühlt, wenn wir traurig sind, wenn wir alleine sind. Ich darf immer zu dir kommen, wenn ich traurig bin und weine. Gleichzeitig zeigst du mir, dass auch die anderen leiden, dass auch die anderen traurig sind. Ich würde gerne diesem deinem Beispiel folgen – wie du in der Lage warst und dich entschieden hast, den anderen zu helfen. Denn es scheint, dass das der Weg zum Heil ist.

Vorsatz: Ich werde heute jemandem Freude schenken.

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