Samstag,
1. August 2026
Treue bis zum Ende
1. August 2026
Samstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Alfons Maria von Liguori, Ordensgründer, Bischof, Kirchenlehrer
Gedenktag
P. João Paulo Jäger LC
Mt 14,1-12
In jener Zeit hörte der Tetrárch Herodes, was man von Jesus erzählte. Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferweckt worden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gefängnis werfen lassen wegen der Heródias, der Frau seines Bruders Philíppus. Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, sie zur Frau zu haben. Dieser wollte ihn töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten. Als aber der Geburtstag des Herodes war, tanzte die Tochter der Heródias vor ihnen. Und sie gefiel Herodes, sodass er mit einem Eid zusagte, ihr zu geben, was immer sie sich wünschte. Sie aber, angestiftet von ihrer Mutter, sagte: Gib mir hier auf einer Schale den Kopf Johannes’ des Täufers! Und der König, der traurig wurde wegen der Eide und wegen der Gäste, befahl, den Kopf zu bringen. Und er schickte und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Man brachte seinen Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen und sie brachte ihn ihrer Mutter. Und seine Jünger kamen, holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie und berichteten es Jesus.
Einführendes Gebet: Herr Jesus, Johannes der Täufer hatte den Mut, die Wahrheit zu verteidigen, auch wenn es ihn das Leben kostete. So oft habe ich Angst vor den Meinungen anderer oder suche Bequemlichkeit statt Treue. Stärke heute mein Herz, damit ich den Mut habe, dir ehrlich und kompromisslos zu folgen.
Bitte: Jesus, schenke mir Liebe zur Wahrheit und die Kraft, dir auch im Opfer treu zu bleiben.
1. Johannes: eine Stimme der Wahrheit. Johannes der Täufer hatte keine Angst, die Wahrheit auszusprechen. Obwohl Herodes mächtig war, sagte Johannes klar: "Es ist dir nicht erlaubt." Er suchte nicht seinen eigenen Vorteil, keine Popularität und keine Sicherheit. Sein einziges Ziel war die Treue zu Gott. Die Wahrheit Gottes ist nicht immer bequem. Auch heute gibt es viele Situationen, in denen Christen versucht sind zu schweigen oder faule Kompromisse einzugehen: aus Angst vor Ablehnung, Spott oder Schwierigkeiten und vor der Macht der Welt. Doch Johannes erinnert uns daran, dass ein Jünger Christi zuerst Gott gefallen soll und nicht den Menschen. Besonders junge Menschen brauchen diesen Mut. Es ist leicht, sich von der Mentalität der Welt mitreißen zu lassen. Reinheit, Ehrlichkeit, Opferbereitschaft und Treue zum Glauben werden oft belächelt. Doch wahre Stärke zeigt sich darin, Christus treu zu bleiben, auch wenn man alleinsteht.
2. Die Schwäche des Herodes. Herodes wusste innerlich, dass Johannes recht hatte. Das Evangelium bezeugt sogar, dass er Angst vor Johannes hatte, weil das Volk ihn für einen Propheten hielt. Und dennoch ließ er ihn töten. Warum? Weil Herodes ein schwaches Herz hatte. Er ließ sich von Menschenfurcht, Leidenschaft und Stolz beherrschen. Wie oft geschieht das auch in unserem Leben! Wir wissen, was richtig ist, und tun dennoch das Gegenteil. Vielleicht aus Menschenfurcht, aus Bequemlichkeit oder weil wir nicht verzichten wollen. Die Sünde macht den Menschen innerlich unfrei, das Gute zu tun. Herodes war äußerlich ein König, aber innerlich war er gefangen: gefangen in seiner Eitelkeit, seinen Leidenschaften und der Meinung anderer. Nur Christus macht wirklich frei und souverän. Ein reines Gewissen ist wertvoller als jede Macht oder Anerkennung der Welt.
3. Der Sieg eines treuen Herzens. Menschlich gesehen scheint Johannes zu verlieren. Er wird gefangengenommen und enthauptet. Doch in Wirklichkeit ist Johannes der Sieger, weil er Gott treu geblieben ist. Herodes behielt seinen Thron, verlor aber den inneren Frieden. Johannes verlor sein Leben, gewann aber die Ewigkeit. Die Welt versteht dieses Geheimnis oft nicht. Sie bewundert Erfolg, Macht und ein Leben in Saus und Braus. Doch Jesus zeigt uns durch die Heiligen, dass wahre Größe in der Treue liegt. Vielleicht verlangt Gott von mir kein großes Martyrium. Aber jeden Tag gibt es kleine Gelegenheiten, treu zu sein: die Wahrheit zu sagen, die Reinheit zu leben, im Gebet auszuharren, Opfer anzunehmen oder gegen Versuchungen zu kämpfen. Wer im Kleinen treu bleibt, bereitet sein Herz auf größere Treue vor.
Gespräch mit Christus: Jesus, Johannes der Täufer hatte den Mut, Dich – die Wahrheit – bis zum Ende zu bezeugen. Oft bin ich schwach und suche menschliche Anerkennung. Gib mir ein starkes Herz, das mehr auf dich hört als auf die Stimmen der Welt. Lass mich niemals aus Angst oder Bequemlichkeit Kompromisse mit der Sünde schließen.
Vorsatz: Heute werde ich in einer konkreten Situation bewusst das Gute wählen, auch wenn es mich Überwindung kostet.