Montag,
3. August 2026
Jesus hat sofort seine Hand ausgestreckt
3. August 2026
Montag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
P. Stefan Kavecky LC
Mt 14,22-36
Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du. Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennésaret. Als die Leute jener Gegend ihn erkannten, schickten sie in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.
Einführendes Gebet: Jesus, wir entscheiden uns, in deiner Gegenwart zu verweilen. Bitte sorge du für alles, was uns jetzt Sorgen bereitet. Sorge du für alles, was uns den Frieden raubt. Jesus, sende uns deinen Heiligen Geist, damit wir beten können. Komm, Heiliger Geist.
Bitte: Herr, lehre mich beten und hilf mir, Raum und Zeit fürs Gebet zu schaffen und es zu schützen.
1. Zeit für Gebet schaffen. Erinnern wir uns wieder daran, warum Jesus diese einsame Gegend aufgesucht hatte. Er wollte allein sein, um zu beten. Nachdem er in seinem Mitleid den Menschen Abhilfe geschaffen hatte, kehrte er zu seinem eigenen Bedürfnis zurück. Er hatte es nötig, allein zu sein, um zu beten. Und er schafft diese Zeit fürs Gebet, indem er die Menschen nach Hause schickt und die Jünger drängt, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Auch in unserem Leben müssen wir, um Zeit fürs Gebet zu haben, uns von Menschen, Aufgaben und Terminen verabschieden, sie einfach wegschicken und einiges auf später verschieben. Manchmal müssen wir auch Personen sogar drängen, damit diese Zeit der Einsamkeit überhaupt entsteht. Das Beispiel Jesu gibt uns Mut, es zu wagen, Zeit fürs Gebet zu suchen und diese Zeit zu schützen.
2. Sie hatten Angst. Die Jünger waren erschöpft. Sie waren den ganzen Tag im Einsatz, haben tausende Menschen bedient, und jetzt müssen sie während der Nacht an das andere Ufer fahren, in einem Boot, das von den Wellen hin und her geworfen wird und noch dazu im Gegenwind. Wenn man mit den Jüngern empathisch ist, spürt man: Es war gerade keine einfache und leichte Zeit. Später, also tief in der Nacht, sehen sie Jesus auf sich zukommen, und sie erschrecken. Sie sind erschöpft, und dann sind sie mit etwas konfrontiert, was sie völlig übersteigt. Und Jesus ergreift das Wort und sagt: "Fürchtet euch nicht, ich bin es." Petrus hat daraufhin den Mut zu sagen: "Herr, lass mich über das Wasser zu dir kommen." Jesus erlaubt es ihm, und Petrus geht auf dem Wasser. Aber auch hier bekommt Petrus Angst, weil er sich bewusst ist: Das, was er tut, übersteigt seine Fähigkeiten, seine menschlichen Möglichkeiten. Und diese Angst zieht ihn nach unten. Angst kann uns nach unten ziehen. Angst kann uns schützen, sie kann uns aber auch lähmen.
3. Jesus streckte sofort die Hand aus. In diesem Moment schreit Petrus nach Jesus: "Herr, rette mich!" Und Jesus streckt sofort die Hand aus, ergreift ihn und hilft ihm wieder ins Boot. Es blieb da keine Zeit zum Zweifeln oder zum Überlegen, was er kann oder nicht kann. Petrus schreit in seiner Lebensangst, in seiner Todesangst zu Jesus: "Herr, rette mich!" Diese drei Worte sind seine letzte Hoffnung. Es gibt überhaupt keine weitere Hoffnung. Und Jesus lässt ihn nicht im Stich, sondern hilft ihm sofort, bevor er untergeht. Auch in unseren Ängsten, in unserer Hoffnungslosigkeit, dort, wo wir keinen anderen Ausweg wissen, dürfen wir zum Herrn rufen: Herr, rette mich! Und er, weil er uns liebt, hilft uns und rettet uns vor dem Abgrund.
Gespräch mit Christus: Jesus, ich finde, dass du es den Aposteln nicht leicht gemacht hast. Du hast sie in der Nacht auf den See geschickt. Sie waren müde und hungrig. Aber du hast sie nie aus den Augen verloren. Auch wenn ich mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe, wenn ich wieder mit Gegenwind zu kämpfen habe, dann tröstet mich, dass du mich siehst und für mich betest und dass du auf dem Weg zu mir bist.
Vorsatz: Ich werde heute jemandem eine positive Erfahrung mit persönlichem Gebet erzählen. Habe ich solche Erfahrungen schon gemacht?