Freitag,
15. Mai 2026
Schmerz, der neues Leben gebiert
15. Mai 2026
Freitag der sechsten Osterwoche
Michaela Hrgovic
Joh 16,20-23a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen, ihr werdet traurig sein, aber eure Trauer wird sich in Freude verwandeln. Wenn die Frau gebären soll, hat sie Trauer, weil ihre Stunde gekommen ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. So habt auch ihr jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude. An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.
Einführendes Gebet: Herr, komm jetzt in meine Zeit der Stille. Sende deinen Heiligen Geist über mich und schenke mir ein hörendes Herz. Führe und leite mich durch dein Wort, damit es in mir Frucht bringt und mich verwandelt.
Bitte: Lieber Herr Jesus, ich bitte dich, leite mich auf meinem Lebensweg, damit ich deinen Willen erkenne und mit festem Herzen darauf ausschreiten kann. Auch wenn der Weg manchmal krumm ist, wenn er mich durch Fragen, Umwege und Dunkelheiten führt und ich vieles nicht verstehe, bleib an meiner Seite. Schenke mir Vertrauen, wenn ich unsicher werde und Geduld, wenn es lange dauert.
1. Eure Trauer wird sich in Freude verwandeln. Herr Jesus, es wird Zeiten geben, in denen ich weine und klage und es scheint, als ob die Welt unberührt weiterfeiert. In solchen Stunden fühlt sich die Trauer wie ein schwerer Stein an, der den Atem nimmt und den Blick verdunkelt. Doch du sprichst mir zu, dass diese Trauer nicht das letzte Wort hat. Lehre mich, nicht vor dem Schmerz davonzulaufen, sondern ihn dir hinzuhalten. Schenke mir Geduld, bis deine Stunde der Freude kommt und bewahre in mir die Hoffnung, die trägt.
2. Wenn die Freude größer ist als die Not. Das Bild vom Gebären einer Frau zeigt uns: Leid und Trauer können einen Sinn haben und sind nicht das Ende. Wie die Schmerzen einer Frau nicht umsonst sind, sondern neues Leben schenken, so können auch unsere schweren Stunden zu etwas Neuem führen. Jesus macht Mut, die Not nicht absolut zu setzen, sondern auf das zu vertrauen, was Gott daraus wachsen lassen kann. Die Freude kann so groß werden, dass sie das Leid nicht auslöscht, aber übersteigt und verwandelt.
3. Niemand nimmt euch eure Freude. Diese Worte sind eine Zusage Jesu mitten in der Trauer, die Jünger werden ihn zwar verlieren und Schmerz erleben, aber das ist nicht das Ende. Jesus verspricht ihnen ein Wiedersehen nach seiner Auferstehung und daraus wächst eine tiefe Freude, die nicht von äußeren Umständen abhängt und ihnen niemand nehmen kann.
Gespräch mit Christus: Ich danke dir, Herr, für die Hoffnung, die du Menschen schenkst, die gerade in einer schweren, aussichtslosen Situation stehen. Es ist so tröstlich zu wissen, mit Geduld kommt nach der stürmischen See auch wieder eine Stille, die Zuversicht schenkt und nach jeder schweren Zeit kann die Freude erneut alles überstrahlen.
Vorsatz: Heute lege ich dir einen Menschen hin, der in tiefer Trostlosigkeit lebt. Schenke ihm Zuversicht und Vertrauen, damit er aus dieser Situation wieder herausfinden kann. Stärke ihn und seinen Glauben.