Montag,
11. Mai 2026
Wenn der Glaube geprüft wird
11. Mai 2026
Montag der sechsten Osterwoche
Michaela Hrgovic
Joh 15,26-16,4a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aussenden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Ich habe es euch aber gesagt, damit ihr euch, wenn die Stunde kommt, daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe.
Einführendes Gebet: Herr, ich danke dir für deine Einladung, diese Zeit mit dir zu verbringen. Sie bedeutet mir sehr viel und nährt meine Seele. Öffne mein Herz für dein Wort, damit ich es hören und aufnehmen kann. Berühre und leite mich.
Bitte: Ich bitte dich heute ganz besonders für all jene, die unter schweren Prüfungen und Lasten des Lebens leiden und keinen Ausweg sehen. Wo das Kreuz so schwer drückt, dass sie zu fallen drohen. Sie sind entmutigt und glauben, ihr Gebet bringe keine Frucht. Herr, gib ihnen die nötige Kraft, ihr Kreuz mit dir zu tragen, richte sie wieder auf und erneuere sie im Gebet.
1. Zeugnis für Jesus ablegen. Wenn ich in mein Umfeld schaue, frage ich mich, wie ich durch meinen Lebensstil Zeugnis für Jesus ablege. Stehe ich in der Öffentlichkeit zu meinem Glauben oder verstecke ich mich? Leider muss ich feststellen, nicht immer kann ich die Frage positiv beantworten. Es ist bequem, sich mit Gleichgesinnten über den Glauben auszutauschen, statt mit Menschen, die noch auf der Suche nach ihm sind. Gerade darin liegt jedoch eine besondere Herausforderung der Jüngerschaft Christi, diesen Menschen Zeugnis für Jesus zu geben. Auch wenn das nicht immer leicht ist und die Gefahr besteht, sich in endlosen Diskussionen zu verlieren. Doch vielleicht genügt gerade hier oft schon ein einziges Wort über den Glauben, das den anderen berührt und zum Nachdenken bewegt. Der Samen ist gesät, Früchte können wachsen, auch wenn wir sie nicht selbst ernten werden. Ein Puzzle besteht aus vielen Teilen, bis sich schließlich ein Bild ergibt.
2. Zwischen Wahrheit und Verfolgung. Im Leben eines Gläubigen ist es manchmal sehr schwer. Es kommt einem vor, als hätte man als Christ mehr Versuchungen und Leid zu tragen als jemand, der nicht im Glauben steht. Dann kommen Zweifel auf, und ich frage mich, Herr, bist du wirklich wahrhaftig? Wie kannst du das zulassen? Warum werde ich für meinen Glauben von nahestehenden Menschen angegriffen und verletzt? Man wird ausgelacht, ausgegrenzt und verlassen. Doch egal, wie groß mein Leid ist, du trägst mich mit deiner schützenden Hand durch den Sturm hindurch. Das verändert meine Situation nicht sofort, aber Gott schenkt mir die nötige Kraft, Schutz und Geborgenheit, diesen Weg mit ihm zu gehen. Er führt mich hindurch. Gerade die aussichtslosen Situationen haben mich im Glauben gestärkt, mich gelehrt, mich auf ihn zu verlassen und ihm auch das Ausweglose zu überlassen. Seine Wege sind unergründlich.
3. Damit ihr euch erinnert. Herr, du hast gesagt: Sie werden euch um meinetwillen verfolgen, weil sie mich und meinen Vater nicht kennen. Wie oft spürt man innerlich das Verlangen, für jemanden zu beten, sei es für ein Familienmitglied, einen Arbeitskollegen oder ein Freund. Gott stellt uns immer Menschen zur Seite, die unser Gebet benötigen, damit er in ihrem Leben wirken kann. Das spüren diese Personen, und möglicherweise gerät man unerwartet mit ihnen in Konflikt. Doch dann sollten wir uns an Jesu Worte erinnern, dass wir wegen unseres Glaubens verfolgt werden. Das Gebet bringt Frucht bei dieser Person, Gott kann in ihr wirken, auch wenn wir es zunächst nicht bemerken und in die Irre geführt werden. Die Person wird sich zu gegebener Zeit, wenn Gott und sie selbst es zulässt, positiv verändern und für andere Menschen Zeuge sein. Das ist der Sinn des Glaubens, allen in Liebe zu begegnen, was nicht immer einfach ist.
Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir für jeden Menschen, der für mich gebetet hat, auch wenn ich ihn nicht kenne. Segne und begleite ihn. Durch sein Gebet hast du mir geholfen, dich zu entdecken.
Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, jemandem, der nicht im Glauben steht, Zeugnis für Jesus zu geben und für seine Bekehrung zu beten.