Sonntag,
10. Mai 2026
Jesus, Du bist mein Halt und mein Beistand
10. Mai 2026
Sechster Sonntag in der Osterzeit
"Vocem iucunditatis"
Hl. Damian de Veuster, Priester, Ordensmann
Hl. Johannes von Avila, Priester, Kirchenlehrer
Michaela Hrgovic
Joh 14,15-21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. Nur noch kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Einführendes Gebet: Herr, ich danke dir für diese Zeit mit dir, in der ich in Stille in dein Wort eintauchen darf. Dein Wort nährt mich, trägt mich und schenkt mir neue Kraft. Nimm mich jetzt an die Hand und öffne mein Herz für dein Wort, damit es tief in mich eindringen und in mir wirken kann.
Bitte: Herr Jesus, ich bitte dich, gib mir die nötige Ruhe und Gelassenheit, deinen Willen zu erkennen und dir ohne Angst als Jünger nachzufolgen. Auch wenn der Lebensweg oft krumm ist, von Hindernissen und Prüfungen geprägt, weiß ich, dass du deine Hand schützend über mich hältst und nie von meiner Seite weichst.
1. Gebote. Herr, ich danke dir für deine Zehn Gebote. Manchmal lasse ich mich vom Lauf der Welt mitreißen, oft und in vielem erscheint es selbstverständlich, dem Geist der Zeit zu folgen. Dabei geschieht es, dass die Sünde mein Herz verdunkelt, ohne dass ich sie sofort erkenne. Doch dann spüre ich deine leise Stimme, die mich zur Umkehr ruft: "Kehre um, meine Tochter!" Ich danke dir dafür, dass ich, wenn ich falle, immer wieder zu dir zurückkehren darf. Ich danke dir für jeden einzelnen Priester und für die große Gnade der Beichte, in der ich mich immer neu in ein weißes Gewand kleiden und mit dir einen Neuanfang wagen darf. Herr, ich danke dir, dass du mich jedes Mal neu aufrichtest und stärkst, ohne Vorwürfe, sondern voller Liebe. Du nimmst mich an und sendest mich wieder hinaus in die Welt, um dich in meinem Umfeld zu bezeugen.
2. Geist der Wahrheit. Dein Beistand, o Herr, ist wahrhaftig. Durch deinen Tod hast du uns erlöst und uns den Heiligen Geist gesandt, der in uns lebt und uns leitet. Jeder kann ihn erfahren, wenn er sich bemüht, zu Gott zu finden, sei es im Gebet, in der heiligen Messe oder in der Anbetung. Je mehr ich ihn kennenlernen möchte, desto mehr offenbart er sich mir. Der Durst meiner Seele wächst von Tag zu Tag. Was für eine Gnade deiner unendlichen Liebe! Du schenkst jedem die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie er sein Leben gestalten möchte. Die Welt kann deinen Geist nicht empfangen, denn sie nimmt sich keine Zeit, innezuhalten und die Stille zu suchen. Sie lässt uns in viele Abhängigkeiten geraten, in denen wir uns leicht verlieren. Herr, ich danke dir, dass du mich von meinen Fesseln gelöst und dich mir offenbart hast. Das hat mich gestärkt, meinen Glauben zu finden und dich tiefer zu erfahren. Ich bin schwach und falle oft, doch dein Beistand ist immer bei mir. Ich spüre schnell, wenn dir meine Taten missfallen. Ich danke dir, dass du mich trotz meiner Schwachheit immer wieder aufrichtest, liebst und mir die Richtung zeigst.
3. Durch Jesus zum Vater. Immer wieder hören wir, wie wichtig die Einhaltung der Zehn Gebote ist. Wie oft werden wir von unseren Priestern nach ihnen gefragt. Es gibt viele Hilfen und Leitfäden, die die Sünden im Licht der Zehn Gebote aufzeigen und uns dazu einladen, unser Innerstes ehrlich zu prüfen und eine gute Beichte abzulegen. Sie sind wie ein Spiegel meines Lebens und machen mein inneres, oft verstaubtes Zimmer sichtbar. Manche Sünden liegen verborgen in Schubladen, weit oben, durch die Zeit fast vergessen und unbeachtet. Doch gerade sie sammeln Staub und belasten das Herz. Die Sünde wirkt wie ein Gift, sie macht krank und entfremdet mich von Gott und von mir selbst. Wenn ich mit der Hilfe Jesu beginne, meine innere Stube behutsam aufzuräumen, begleitet er mich auch in die tiefen, verborgenen Schubladen meines Herzens. In seiner Geduld und Barmherzigkeit hilft er mir, selbst das Verdrängte zu erkennen und ans Licht zu bringen. So bereitet er mich mit seiner unendlichen Liebe auf die Begegnung mit dem Vater vor.
Gespräch mit Christus: Herr Jesus, danke, dass du mit mir immer wieder neu den Weg gehst.Hilf mir, mit deiner Gnade mein verstaubtes Zimmer aufzuräumen, damit ich mich gut auf die Beichte vorbereiten kann. Sende mir auch einen guten Priester, der mich achtsam durch diesen Weg begleitet, damit ich das Gift der Sünde aus meinem Herzen entfernen darf.
Vorsatz: Heute werde ich bewusst versuchen, einer wiederkehrenden Sünde zu widerstehen.