Samstag,
9. Mai 2026
Ihr seid mein
9. Mai 2026
Samstag der fünften Woche nach Ostern
Melanie Zoll - Gottgeweihte Frau des Regnum Christi
Joh 15,18-21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Doch dies alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.
Einführendes Gebet: Herr Jesus, danke für diese Zeit mit dir. Öffne mein Herz, damit deine Worte in mir Raum und guten Boden finden. Du bist Liebe und kannst nichts anderes als das Beste für mich wollen. Vermehre meinen Glauben an dich, besonders inmitten meines Kreuztragens.
Bitte: Jesus, hilf mir, in meinem Alltag auf dich zu schauen, meinen Blick auf dich gerichtet zu haben und nicht auf die Schwierigkeiten, die es in meinem Leben gibt. Ich möchte dir nachfolgen.
1. Wundert euch nicht über die Welt. Jesu Ansprache an die Jünger im Johannesevangelium wird immer intensiver. Er möchte sie auf das Kreuz (in vielerlei Formen) vorbereiten, das Teil ihrer Nachfolge ist. "Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat". Es meint auch wohl: Wundert euch nicht darüber, sondern seht es eher als ein Zeichen von authentischer Jüngerschaft. Charles de Foucauld hat es so ausgedrückt: "Ich liebe unseren Herrn Jesus Christus, wenn auch mit einem Herzen, das mehr und besser lieben möchte, aber jedenfalls liebe ich ihn und kann es nicht ertragen, ein anderes Leben, als das seine zu führen: war doch das seine das härteste und verachtetste, das es jemals gegeben hat."
2. Wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Als Jünger Jesu folgen wir ihm nach. Nachfolge bedeutet, wie er gegen den Strom der Welt zu schwimmen, Schwierigkeiten und Widerstand gewissermaßen zu erwarten - in manchen Ländern sogar Verfolgung und Tod. Und zugleich schwimmen wir wie Jesus im Strom des Heiligen Geistes, der durch uns viele Menschen erreichen und anrühren möchte. "Ihr sollt meine Zeugen sein", nicht in erster Linie Gelehrte oder Doktoren seiner Lehre, sondern Zeugen. Wenn er in uns lebendig ist und wir mit ihm eins sind, werden die Menschen an unserem Wort festhalten, da es eigentlich Jesu Wort ist, das in uns Frucht getragen hat. Jesus, hilf mir, an deinem Wort festzuhalten und lass es in mir Frucht tragen.
3. Sie werden euch Böses antun … denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Dieser letzte Satz, "denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat", lässt einen Blick auf Jesu Herz werfen, das für jeden Menschen brennt, auch in ihrem Verfehlen und Sündigen. Man kann in diesen Worten eine Traurigkeit Jesu über diese Menschen herauslesen. Was für Auswirkungen hat es, den Vater nicht zu kennen! Sein Herz brennt für diese Menschen und am Kreuz sagt er: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Was macht das in meinem Herzen? Wozu lädt der Herr mich ein?
Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich möchte dir danken, dass ich dich kennen darf, dass ich glauben darf, ja, dass ich dein bin. Du hast mir dieses Geschenk gemacht - nicht, weil ich besser bin als andere, sondern einfach, weil du es wolltest. Hilf mir, dir nachzufolgen.
Vorsatz: Heute will ich mich nicht über Schwierigkeiten oder Momente, in denen mein Christsein herausgefordert ist, ärgern, sondern sie annehmen, wie sie sind, und Jesus dort hinein einladen.