Freitag,
8. Mai 2026
Ihr seid meine Freunde: Liebt einander
8. Mai 2026
Freitag der fünften Woche nach Ostern
Melanie Zoll - Gottgeweihte Frau des Regnum Christi
Joh 15,12-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, was ihr in meinem Namen erbittet. Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.
Einführendes Gebet: Lieber Herr, wie blickst du auf uns - auf mich, heute morgen? Ich glaube, dass du mich zutiefst annimmst und schätzt und dass du siehst, wo ich deinem Vater ähnle. Du siehst auch, was mich ihm noch ähnlicher machen würde. Lass mich in diesem Kontext auf deine Worte hören.
Bitte: Jesus, hilf mir, meine Nächsten wie du zu schätzen und zu lieben.
1. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt. Dieses Wort Jesu ist ein weiterer Zuspruch und Versprechen. Für ihn sind wir keine Knechte, oder "Auftragsausführer", sondern Freunde, die an allem teilhaben – an seinem Sein und seiner Mission. Was bedeutet Freundschaft für mich – kann ich sagen, dass Jesus mir zum Freund geworden ist? Was wünschte ich mir für meine Beziehung zu Jesus? Es ist eine Einladung für uns alle, bei Jesus zu sein, bevor wir anfangen ihm zu folgen oder ihn in die Welt zutragen. Ein Jünger kann dem Herrn nicht aktiv nachfolgen, ohne ihn zuerst betrachtet und mit ihm Zeit verbracht zu haben. Wir brauchen die Kontemplation vor der Aktion. Danke Jesus, dass du mein Freund bist und sein möchtest. Lass mich dich mehr und mehr kennen lernen.
2. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Die Nachfolge Christi ist auf der einen Seite ein Geschenk und Abenteuer, auf der anderen Seite ein Ruf, der uns an unsere Grenzen bringt. Wenn uns Dinge zu groß erscheinen, wenn wir so manches Mal durchs dunkle Tal laufen und uns Zweifel und Ängste kommen, dann kann uns dieser Satz zum Licht auf unserem Weg werden: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt", als ob Jesus sagt: Ich kenne dich, deine Gaben und Schwächen, ich bin immer bei dir und will alles geben, was du brauchst. Gott erwählt nicht die Fähigen, sondern befähigt die Erwählten. Danke Jesus, dass du mich erwählt hast.
3. Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt. Das Liebesgebot ist Jesu Testament, sein letzter Wille. Es ist der Dreh- und Angelpunkt von Jesu Sein, der sein Leben für uns dahingegeben hat. Tertullian beschreibt die ersten christlichen Gemeinschaften mit: "Seht wie sie sich lieben". Brennt diese Liebe auch in meinem Herzen? Wie würden Außenstehende heute meine christliche Gemeinschaft (z.B. meine Familie, meine Gemeinde) beschreiben? Sprich mit Jesus über sein Liebesgebot.
Gespräch mit Christus: Jesus, danke dass du mich so liebst, dass du nur für mich allein am Kreuz gestorben wärst. Ich kann diese Liebe nicht wirklich fassen und bitte dich, dass sie mich immer mehr erfasst. Ich brauche dich, um meine Mitmenschen zu lieben, hilf mir.
Vorsatz: Heute möchte ich mich um die Nächstenliebe bemühen. Ich möchte allen, die mir begegnen, Liebe geben, mag es Wort oder Tat oder nur ein liebender, freundlicher Blick sein. (Selige Sr. Maria Euthymia)