Dienstag,
27. Januar 2026
Die Familie Jesu
27. Januar 2026
Dienstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Angela Merici, Ordensgründerin
Ilka Haiberger
Mk 3,31-35
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen Jesus herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
Einführendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, du hast Worte ewigen Lebens. Bei dir möchte ich weilen und von dir möchte ich lernen. Ich vertraue auf dich.
Bitte: Jesus, sprich du in mein Herz!
1. Bei Jesus sein. Es saßen viele Leute im Kreis um Jesus herum. Ich stelle mir vor, dass sie wie Maria, die Schwester von Marta, ihm zu Füßen sitzen, um von ihm zu lernen und in seiner Gegenwart zu weilen. Jesus sagte damals zu Marta: "Nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden." Auch heute lobt Jesus das Verweilen bei ihm. Er sagt über die um ihn Sitzenden indirekt, dass sie den Willen Gottes erfüllen. "Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter."
2. Ich, eine Schwester des Herrn! Jesus ist in einem Haus und die Leute sitzen um ihn herum. Jesus erlaubt ihnen, ihm nahe zu sein. Ist das die Kirche? Die Kirchenbänke sind um den Altar, bzw. Tabernakel herum angeordnet. Ich kann ziemlich nahe zu ihm hingehen, während er in der Gestalt des Brotes im Tabernakel ist und auf mich wartet. Manchmal ist es auch voll in der Kirche und alle wollen möglichst nahe bei Jesus sein, um ihm zuzuhören. Ich erinnere mich an das letzte Nightfever, oder auch an die Anbetungsnacht am Weltjugendtag. Und Jesus sagt zu uns, die wir uns um ihn herum versammeln oder uns sogar um ihn drängeln: "Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter."
3. Die "liebe" Verwandtschaft. Warum kommen die Mutter Jesu und seine "Brüder" (die Tradition sagt, es seien seine Cousins) nicht in das Haus hinein? Ist es ihnen zu voll? Oder wollen sie sich nicht unter die Leute mischen? Wollen sie nicht zusammen mit den anderen Leuten Zuhörer sein? Warum steht Maria bei ihnen und geht auch nicht hinein? Will sie die Verwandtschaft besänftigen? Möchte sie zwischen Jesus und der Verwandtschaft vermitteln? Oder macht sie sich Sorgen, dass Jesus zu wenig Ruhepausen macht? In Mk 3,20 – 21, also kurz vor der heutigen Passage, hatten Jesus und seine Jünger aufgrund der versammelten Menschenmenge noch nicht einmal Zeit zu essen und seine Verwandtschaft wollte ihn mit Gewalt zurückholen, weil sie dachten, er hätte den Verstand verloren.
Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, ich spüre deinen Blick auf mir. Was denkst du über mich? Ich möchte dir nahe sein. Aber ich kann es kaum glauben, dass du mich deine Schwester nennst. Ich bin doch nur eines deiner Geschöpfe. Nur einer von 8 Milliarden Menschen auf der Erde. Und dabei noch nicht einmal besonders herausragend auf irgendeinem Gebiet.
Vorsatz: Ich möchte heute für den Frieden in meiner Familie beten und eine Kleinigkeit tun, die zum Frieden beiträgt.