Mittwoch,
9. September 2026
Selig ist – wer nicht alles hat
9. September 2026
Mittwoch der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Claver, Ordenspriester
P. Mariano Ballestrem LC
Lk 6,20-26
In jener Zeit richtete Jesus seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und wenn sie euch ausstoßen und schmähen und euren Namen in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. Freut euch und jauchzt an jenem Tag; denn siehe, euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht. Doch weh euch, ihr Reichen; denn ihr habt euren Trost schon empfangen. Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. Weh, wenn euch alle Menschen loben. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.
Einführendes Gebet: Herr Jesus, du sprichst Worte, die mein Herz erschüttern. Du stellst meine Maßstäbe auf den Kopf und zeigst mir, wie sehr ich mich täuschen kann. Lass mich nicht auf das vertrauen, was bequem ist, sondern auf das, was vor dir wahr ist. Lehre mich, auf deine Weise selig zu sein.
Bitte: Herr, gib mir den Mut, die Wahrheit deiner Seligpreisungen zu leben, auch wenn sie mich etwas kostet.
1. Die radikale Umkehrung der Maßstäbe. Was heute in meinen Ohren ungewöhnlich klingt, hat schon die Menschen zur Zeit Jesu provoziert: Selig sind nicht die Erfolgreichen, Starken, Anerkannten, sondern ganz andere Personen. Es sind Menschen, die ein Leid zu tragen haben. Aber es ist nicht das Leid, was hieran gut ist. Diese Menschen sind selig, weil sie durch das Leid offen für Gott geworden sind. Die Leidenden sind selig, wenn sie sich dadurch an Gott wenden.
2. Die gefährliche Selbstgenügsamkeit. Unterstrichen wird das durch das warnende "Wehe Euch". Die Weherufe sind nicht Ausdruck des Zornes Gottes. Sie sind eher eine Warnung an jene, die meinen, Gott aufgrund ihres Reichtums nicht mehr zu brauchen. Oder so satt sind, dass sie gar nicht mehr nach dem tieferen Sinn suchen müssen. Oder sich so an die Welt angepasst haben, dass alle Menschen sie loben. Es sind also Warnungen vor einer gefährlichen Selbstgenügsamkeit.
3. Die Freude an der Wahrheit. Zwischen den Seligpreisungen und den Weherufen steht der Aufruf zur Freude. Freude im Leid? Das klingt Paradox. Doch die Freude ist nicht verheißen, weil alles gut und einfach ist. Vielmehr verspricht Jesus den Menschen die Freude, weil sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen, in der Wahrheit. Wenn die Menschen offen sind, kann sich Gott ihrer annehmen. Wenn sie bedürftig sind, kann Gott tätig werden. Worüber können wir uns mehr freuen, als wenn wir Gott auf unserer Seite haben?
Gespräch mit Christus: Jesus, wo suche ich noch Trost – außerhalb von Dir? Oder wo lebe ich zu satt, zu sicher, zu angepasst? Wo versuche ich den einfachen Weg zu gehen? Ich will mir deinen Aufruf heute zu Herzen nehmen, sag mir, wo ich gemeint bin. Ich möchte dir nur still zuhören.
Vorsatz: Heute möchte ich einmal Gottes Willen bewusst über meinen Komfort stellen.